Mit Federer in Paris, mit Bodyguards in London

Die Berner Valentina Ryser und Dominic Stricker trainierten als Kinder gemeinsam in Heimberg; nun bestreiten sie in Metropolen Junioren-Grand-Slam-Turniere. Sie berichten über ihre ersten Monate auf der grossen Bühne.

Dominic Stricker und Valentina Ryser in action.

Dominic Stricker und Valentina Ryser in action.

Adrian Horn

Bilanz

Dominic Stricker: «Ich tat mich zu Beginn etwas schwer, verlor sowohl in Melbourne als auch in Paris im Einzel gleich in der 1. Runde. Am French Open stiess ich im Doppel in den Final vor – das gab mir Mut und war bislang bestimmt der Höhepunkt. In Wimbledon konnte ich das Startspiel gewinnen, was toll war.»

Valentina Ryser: «Meinen besten Auftritt hatte ich am Australian Open mit der Qualifikation für den Achtelfinal. Ich war da sehr zufrieden mit meinem Niveau und konnte das Selbstvertrauen stetig steigern. Bitter war zuletzt das Ausscheiden in Wimbledon, wo ich in der 1. Runde im 3. Satz 6:8 verlor.»

Eindrücke

Dominic Stricker: «Die Anlagen sind riesig, vor allem jene in Melbourne. Daran muss man sich erst gewöhnen. Im French-Open-Final wurden wir einzeln auf den Platz gerufen, was sich toll angefühlt hat. Überhaupt war da die Atmosphäre super. Wir verloren in zwei knappen Sätzen, und trotzdem war es ein Riesenerlebnis, Teil davon zu sein. Ich erhielt eine Trophäe; darauf bin ich schon etwas stolz. Es macht Spass, an diesen Events dabei zu sein und vor teilweise vielen Leuten zu spielen.»

Valentina Ryser: «Als ich in Australien ankam und dieses gigantische Gelände sah, war ich erst etwas überfordert. Das kann einen echt einschüchtern, so was zu sehen. Und wenn du dich auf diesen Anlagen endlich zurechtgefunden hast, muss du sie oft schon wieder verlassen. Es gibt Unterschiede zwischen den Turnieren. Wimbledon sticht heraus; alles ist wunderschön. Auch wir Junioren wurden dort von Bodyguards auf die Plätze begleitet, und wir erhielten viele Souvenirs.»

Begegnung

Dominic Stricker: «Ich durfte in Paris mit Roger Federer vor dessen Halbfinal gegen Rafael Nadal auf dem Court Philippe Chatrier trainieren, vermutlich weil ich Linkshänder bin. Ich war zuvor schon einmal mit Federer auf dem Platz gestanden, in Zürich in diesem Jahr. Er ist so, wie er oft beschrieben wird: sehr freundlich, sehr locker. Im Training gibt er Vollgas. Die Coachs sagten mir erst am Morgen, dass ich mit ihm Bälle schlagen würde, wohl um zu verhindern, dass ich eine schlaflose Nacht habe. (lächelt) Es hiess, ich soll spielen, wie ich das immer tue, mich nicht verstellen.»

Valentina Ryser: «In Melbourne sah ich immer wieder Spitzenspielerinnen und Spitzenspieler in der Stadt, Alexander Zverev etwa, der ein Eis ass. Es war aufregend, sie mal abseits des Courts zu erleben, in ihrer Freizeit. In Paris verfolgte ich aus nächster Nähe ein Training von Novak Djokovic. Seine Familie war dabei, er liess seine Kinder mitspielen; das war sehr süss. Angesprochen habe ich nie einen der Stars. Andere machen das, fragen um ein Selfie oder so was. Aber mein Ding ist das nicht – ich bin eher schüchtern und möchte diese Leute schliesslich nicht stören.»

Zukunft

Dominic Stricker: «Ich trete in dieser Woche an den Junioren-Europameisterschaften in Klosters an. Wichtig wird sein, die ersten Runden zu überstehen. Gelingt dies, ist einiges möglich. Ob ich enttäuscht bin, dass ich keine Wildcard für das ATP-Turnier von Gstaad erhalten habe? Nein, das war kein Thema. Ich glaube, dass so was noch sehr weit weg ist für mich. Das Junioren-US-Open werde ich bestreiten.»

Valentina Ryser: «Ich spiele gerade an der Juniorinnen-EM. Das Turnier ist nicht ganz so gut besetzt wie ein Grand Slam, weshalb ich mir einiges ausrechne. Danach bin ich im Interclub engagiert. Ob ich am US Open teilnehmen werde, weiss ich noch nicht. Es hat nicht Priorität. Ich müsste wohl in den Viertelfinal kommen, damit es Sinn ergäbe. Wichtig ist, dass ich auf der Profitour Erfahrungen sammle.»

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