Bürki kritisiert nach Niederlage seine Vorderleute

Nach dem 0:3 gegen Tottenham bemängelt der Goalie Einstellung und Kampfgeist seiner Mannschaftskameraden. Die Probleme sind schon länger ersichtlich.

Die Formkurve des BVB zeigt steil nach unten. Nun spricht Roman Bürki die Probleme an. (Video: Teleclub)

Der Februar ist bisher nicht der Monat der Borussia aus Dortmund. Die Formkurve der Dortmunder zeigt steil nach unten. Vier Spiele ohne Sieg, jeweils drei Gegentore in den letzten drei Partien und zwei Niederlagen innerhalb einer Woche – gleich viele wie in der gesamten Hinrunde – sprechen eine deutliche Sprache.

Nach der 0:3-Niederlage im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Tottenham Hotspur könnte sich das Team von Lucien Favre – nach dem Aus im DFB-Pokal vor einer Woche – auch bald von der europäischen Bühne verabschieden. Bei den schwarz-gelben Überfliegern der Hinrunde macht sich Angst breit. Angst, eine bis Ende Januar hervorragende Saison innerhalb weniger Wochen zu ruinieren, falls man nicht schnell wieder in die Spur findet.

Gut, man kann sagen, das Team hat Verletzte zu beklagen. Am Mittwoch waren dies Reus, Weigl, Alcácer, Piszczek und der rekonvaleszente Manuel Akanji. Doch das lässt (zumindest) Keeper Roman Bürki nicht als Ausrede gelten. Nach der Hinspiel-Niederlage nimmt der Torhüter, der bei den Gegentreffern machtlos war, kein Blatt vor den Mund: «Wir hatten kaum Chancen. Immer wenn es gegen robuste Mannschaften geht, haben wir unsere Probleme, weil wir nicht dagegenhalten können.» Das Problem fängt für Bürki in der Offensive an: «Wir haben vorne keinen robusten Spieler, der die Bälle halten kann.»

Götze unterlegen, die Flügel lahmten

In der Spitze spielte Mario Götze. Nach den Ausfällen von Marco Reus und Edeljoker Paco Alcácer hatte Trainer Favre auch keine grosse Auswahl im Sturmzentrum. Den Ersatzleuten Jacob Bruun Larsen und Maximilian Philipp fehlt schlicht die Spielpraxis – und ein Champions-League-Achtelfinal ist nicht die Partie, um die beiden diese sammeln zu lassen. So war Götze gesetzt.

Der Techniker hat nicht die Statur eines klassischen Mittelstürmers, ist nicht der Stürmer, der den Ball am Strafraum mit dem Rücken zum Tor festmacht. Götze hatte gegen die gross gewachsenen Tottenham-Verteidiger Verthongen, Alderweireld und Sanchez meistens das Nachsehen. Und von den Aussenpositionen erhielt er auch kaum Unterstützung. Christian Pulisic auf links machte eine äusserst schwache Partie. Am rechten Flügel vermochte Youngster Jaden Sancho zumindest in der ersten Halbzeit für etwas Wirbel zu sorgen, ehe er in der zweiten komplett untertauchte.

«Wir setzen uns einfach nicht durch»

Auch in der Defensive sprach Bürki Fehler deutlich an: «Es kann nicht sein, dass wir in den vergangenen Wochen so viele Gegentore nach Standardsituationen kriegen.» Das sei nicht gut verteidigt. «Wir setzen uns einfach nicht durch. Wir müssen da rigoros verteidigen.» Er meint unter anderem den dritten Gegentreffer: Nach einem Corner von Eriksen köpfte der eingewechselte Llorente im Fünfmeterraum ziemlich ungehindert zum 3:0 ein. Drei Minuten zuvor hatte Verthongen für die Londoner erhöht.

Der Doppelschlag in der Schlussphase macht das Weiterkommen für die Borussen nun zu einer Herkulesaufgabe. Am Montag ist Nürnberg, 17. der Bundesliga, nächster Gegner. Ein Sieg ist Pflicht im Meisterschaftsrennen – fünf Punkte Vorsprung haben die Borussen derzeit auf die Bayern. Danach warten das wiedererstarkte Leverkusen und der FC Augsburg. Alles Gegner, an denen sich der BVB aufbauen könnte. Und was das Rückspiel gegen Tottenham angeht – da dürften alle Borussen froh sein, dass es erst am 5. März über die Bühne geht. Spätestens dann ist zumindest die Februar-Talfahrt überstanden.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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