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Alinghi lotet die eigenen Grenzen aus

In Genua ist Alinghi mit den Tests des gigantischen Katamarans beschäftigt und wartet, ob Herausforderer BMW Oracle erneut das Gericht bemüht.

Unter gigantischen Kräften: Die Crew der Alinghi auf dem 25 Meter langen Zweirumpfboot vor der Küste Genuas.
Unter gigantischen Kräften: Die Crew der Alinghi auf dem 25 Meter langen Zweirumpfboot vor der Küste Genuas.
Keystone

Zwei Wochen nach dem spektakulären Helikopterflug des Katamarans von Alinghi vom Genfersee über die Alpen nach Genua ist die Testphase in vollem Gange. «Wir nutzen den gesamten Golf von Genua als unseren Spielplatz», sagt Skipper Brad Butterworth, «wir sind schon Strecken von 45 Meilen hinausgesegelt.»

Entscheidend wird bei diesem Rennen die Geschwindigkeit sein, darauf konzentriert sich alles bei Alinghi. «Taktische Manöver, wie man sie beim letzten Cup in Valencia gesehen hat, wird es nicht geben. Die Boote sind zu gross, um nahe an den Gegner heranzusegeln, denn bei diesen Dimensionen werden Manöver mit wenig Platz zu einem enormen Risiko», so der vierfache America’s-Cup-Sieger.

Auffällig ist der Lärm, welcher der Benzinmotor am Heck des Katamarans verursacht, mit dem die Hydraulik für die Winschen betrieben wird. «Ohne diesen Motor bräuchten wir 20 Grinder an Bord, um den Katamaran optimal segeln zu können», sagt Butterworth. «Die Kräfte, die wirken, sind gigantisch.»

Kommunikation nur über Anwälte

Zusammen mit den Designern und Bootsbauern ist die Alinghi-Crew daran, die Grenzen des knapp 25 Meter breiten und rund 35 Meter langen Zweirumpfbootes mit dem rund 50 Meter hohen Mast auf dem Wasser auszuloten. Am Montag erlebte Ernesto Bertarelli den Katamaran bei 20 Knoten Wind, und der Alinghi-Chef räumte ein: «Wir sind da schon nahe an das Limit gesegelt.» Bei mehr Wind könne das Ganze aus dem Ruder laufen, «dann besteht eine Gefahr für die Crew».

Das ist auch der Grund, weshalb Ras al-Khaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten als Austragungsort des 33. America’s Cup auserkoren wurde. Auf diesem Leichtwindrevier im Persischen Golf will die Alinghi-Crew das Optimum aus dem filigranen Katamaran herausholen. «In Ras al-Khaimah herrschen im Winter ideale und vor allem stabile Windbedingungen mit einer Seebrise» erklärt Bertarelli. Und das Scheichtum werde alles unternehmen, um in dieser kurzen Zeit eine America’s-Cup-Ambiance zu kreieren, welche mit Valencia vergleichbar sei.

Noch hat Rivale BMW Oracle Racing gegen den Austragungsort beim Gericht in New York keine Klage eingereicht. Laut Butterworth haben die Amerikaner dazu noch rund eine Woche Zeit. Der Neuseeländer zur aktuellen Stimmung zwischen den beiden Rivalen: «Zurzeit wird nur über die Anwälte kommuniziert. Das ist äusserst mühsam. Jede Anfrage an uns richtet Oracle über ihre Juristen.» Und auch Bertarelli wappnet sich gegen weiteren Ärger. «Sie haben viel Zeit, um ihr Boot umzubauen. Aber auf das Zertifikat mit den Daten ihres Dreirumpfbootes warten wir immer noch.»

Grösse der Cup-Mannschaft bleibt geheim

Gestern Dienstag trainierte Alinghi mit einer 12-köpfigen Crew vor Genua, wobei auch Chef-Designer Rolf Vrolijk als Beobachter an Bord war. Wie gross die Mannschaft beim Cup sein wird, bleibt weiter ein Geheimnis des Titelverteidigers. Und seit gestern prangt auch das erste Sponsorlogo auf dem Grosssegel: Hublot, die Nobeluhrenmarke aus Genf, ersetzt die Firma Audemars Piguet, die ausgestiegen ist.

Bertarelli erklärte, Verhandlungen mit weiteren möglichen Sponsoren seien im Gange. Ende September bricht Alinghi das Trainingscamp in Genua ab. Der Katamaran wird mit einem Frachter auf die rund drei Wochen dauernde Reise in den Persischen Golf verschifft. Das erste Rennen der Best-of-3-Serie um den 33. America’s Cup ist auf den 8. Februar 2010 angesetzt.

Unter gigantischen Kräften: Die Crew der Alinghi auf dem 25 Meter breiten, 35 Meter langen Zweirumpfboot vor der Küste Genuas.

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