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Alles spricht für Fabian Cancellara

Wenn am Sonntag der Startschuss zur 95. Flandern-Rundfahrt fällt, richten sich alle Blicke auf den Pflasterstein-König aus dem Kanton Bern.

Beeindruckend stark: Cancellara ist nach dem Sieg in Harelbeke klarer Favorit in Flandern.
Beeindruckend stark: Cancellara ist nach dem Sieg in Harelbeke klarer Favorit in Flandern.
Keystone

Die Ronde van Vlaanderen ist das grosse Volksfest der Flamen. Zu Zehntausenden strömen sie jeweils an die Rennstrecke und dislozieren von Steigung zu Steigung. Der zweite grosse Klassiker der Saison beginnt in Brügge und endet nach 258 Kilometern in Ninove bei Brüssel. Doch in den flämischen Ardennen konzentriert sich das Renngeschehen auf die kurzen, giftigen Steigungen, die auf eine kleine Fläche konzentriert sind. Das heisst, dass die Rennstrecke viele Richtungsänderungen beinhaltet und die Radprofis oft bei ihrer Arbeit zu sehen sind, sofern sich die Zuschauer nach einer Passage um einige Kilometer verschieben.

Nach 70 Kilometern haben die Fahrer mit dem Tiegemberg den ersten der insgesamt 18 Hellinge zu erklimmen. So richtig interessant wird es aber erst nach 154 Kilometern mit dem Kruisberg. Es folgen unter anderem der Oude Kwaremont, der Koppenberg, die Kapelmuur und zum Abschluss der Bosberg, nur 14 Kilometer vor dem Ziel gelegen. Und oft geht vergessen, dass in der Flandern-Rundfahrt auch 20 Kilometer auf Pflastersteinen zurückzulegen sind, auch wenn diese Abschnitte nicht mit jenen von Paris–Roubaix zu vergleichen sind.

Selbst für die Belgier ist Cancellara die Nummer 1

Diese Pavés bringen automatisch den Namen Fabian Cancellara ins Spiel. Der Berner gewann am letzten Samstag zum zweiten Mal in Folge den GP E3 in Harelbeke. Nach Defekten und einem Velowechsel schoss er in einer solch beeindruckenden Art und Weise wieder an die Spitze vor, dass den Konkurrenten nur das Staunen blieb. «Ich habe Fabian aus nächster Nähe erlebt. Was ich von ihm sah, war noch beeindruckender als vor Jahresfrist bei seinen Triumphen in Flandern und bei Paris–Roubaix», sagte der belgische Strassen-Meister Stijn Devolder.

Cancellara geht als letztjähriger Sieger nicht nur mit der Startnummer 1 an den Start, er ist auch der Favorit Nummer 1. Im Ranking der belgischen Fachleute liegt der vierfache Zeitfahr-Weltmeister vor Tom Boonen, Philippe Gilbert, dem Strassen-Weltmeister Thor Hushovd, Stijn Devolder, Juan Antonio Flecha, Nick Nuyens, Greg van Avermaet, Filippo Pozzato und Alessandro Ballan.

Boonen hat eine Rechnung mit Cancellara offen

«Meine Form ist gut. Wir haben einen super Cancellara gesehen. Im Moment fährt keiner besser als er. Wir müssen taktisch vorgehen. Vielleicht gibt es einen Fahrer, der ihm die Suppe versalzen kann. Pozzato ist ein Spezialist darin, die Favoriten zu Verlierern zu machen», erklärte Gilbert, dessen Vorstoss in Sanremo vom Italiener neutralisiert worden war.

Gilbert hatte am Sonntag den Halbklassiker Gent–Wevelgem bestritten und ihn als zu leicht empfunden. Es siegte Tom Boonen, der gegen Cancellara gleich zwei Rechnungen offen hat: Einerseits wegen der letztjährigen Niederlage in der Flandern-Rundfahrt, dann aber insbesondere wegen der Geschehnisse bei Paris–Roubaix, wo er sich im Vorjahr beim Angriff des Berners 40 Kilometer vor dem Velodrom in Roubaix auf anfängerhafte Art hatte übertölpeln lassen.

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