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Auf dem Weg nach oben

Im Schatten der Brüder Lukas und Mathias Flückiger nähert sich Joris Ryf der Mountainbike-Elite an. Der Seeländer ist der beste Berner Nachwuchsfahrer im Cross-Country.

Technisch stark: Joris Ryf überquert ein Hindernis.
Technisch stark: Joris Ryf überquert ein Hindernis.
Michael Suter (PD)

Joris Ryf ist die Nummer 2 hinter Joel Roth (Kölliken) in der Jahreswertung der nationalen Swiss-Cup-Serie. Der 20-Jährige startet in der U-23-Kategorie und gehört auf dieser Stufe auch zum Nationalkader von Swiss Cycling.

In der Weltrangliste des Internationalen Radverbandes UCI, die vom Olympiasieger und sechsfachen Weltmeister Nino Schurter angeführt wird, belegt Ryf derzeit Position 139. Vor einem Jahr war es noch Rang 335. Der Aufstieg verläuft rasant, ist aber noch lange nicht abgeschlossen. «Mein langfristiges Ziel ist, in der Elite top zu sein und an Olympischen Spielen teilzunehmen», sagt Ryf.

Der Seeländer aus Täuffelen kann noch bis Ende 2019 in der ­U-23-Kategorie starten. «Bis dahin möchte ich die Lücke zur Elite schliessen. Dazu muss ich mich überall noch etwas verbessern», hält der beste Berner Nachwuchsfahrer fest.

Technisch vermag er schon jetzt mitzuhalten. Entsprechend bevorzugt er schwieriges Terrain. «Wenn es matschig ist, kann ich meine technischen Fähigkeiten am besten auszuspielen. Auch kurze, schwierige Aufstiege gehören zu meinen Stärken.»

Auch auf Schnee schnell

Seine Vorzüge beweist Ryf nicht bloss mit dem Mountainbike in der Cross-Country-Disziplin. Im Winter fährt er Cyclocross (Radquer). Auch Rennen auf Schnee behagen ihm. Im Januar gewann er das Snow-Bike-Festival in Gstaad.

Der unerwartete Sieg im Mehretappenrennen bescherte ihm 120 UCI-Punkte. «Dadurch verbesserte sich mein Ranking, was mir eine bessere Startposition an den Mountainbike-Rennen ermöglichte. Zudem stärkte der Sieg mein Selbstvertrauen.»

Die Quer- und Schneerennen sind für Ryf vor allem Trainingseinheiten. «Sie dienen mir aber jedoch dazu, den Rennrhythmus nicht zu verlieren. Zudem kann ich an der Technik und der Explosivität arbeiten.»

Sitzt der Seeländer, der vorwiegend allein trainiert, mal nicht auf einem Velo, widmet er sich anderen Elementen. «Kitesurfen ist mein Hobby», sagt er. Doch der Fokus gilt seiner Karriere. Seit er im Sommer 2016 die Matura abgeschlossen hat, setzt Ryf voll auf die Karte Sport. Dank individuellen Sponsoren kann er sogar davon leben. «Aber nur, weil ich noch zu Hause wohnen kann.»

Ein Bein verlängert

Dass Ryf seinen Traum vom Mountainbike-Profi leben kann, ist indes nicht selbstverständlich. Anfang 2015 liess er sich mit der Fitbone-Methode das linke Bein um drei Zentimeter verlängern. «Der Oberschenkel wurde gebrochen, ein Marknagel eingesetzt», erzählt er.

Erst nach der überstandenen Operation hätten ihm die Ärzte mitgeteilt, dass sie einer Laufbahn als Spitzensportler kritisch gegenübergestanden seien. Doch drei Jahre später sind längst beide Beine gleich lang und vor allem gleich stark. «Früher beklagte ich Rückenprobleme. Jetzt bin ich beschwerdefrei.» Und lachend fügt Ryf an: «Ich habe also keine Ausreden mehr.»

Die braucht er derzeit auch nicht. Ab Pfingsten peilt er an den europäischen Weltcuprennen in Albstadt (GER) und Nove Mesto (CZE) eine Top-15-Klassierung an.

Ryf will sich frühzeitig für die Heimweltmeisterschaft im September auf der Lenzerheide qualifizieren. Der ehrgeizige und zielstrebige Nachwuchsfahrer hat für die Titelkämpfe im Bündnerland klare Ideen: «Die WM soll mein Highlight in dieser Saison werden.»

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