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Auf direktem Weg Richtung WM

Stürmer Patrick Mendelin ist der Aufsteiger bei Meister Wiler-Ersigen. Dank zuletzt überdurchschnittlicher Leistungen darf sich der 21-jährige Basler berechtigte Hoffnungen auf einen Fixplatz im Schweizer WM-Kader machen.

Die 10. Spielminute ist angebrochen. Alligator Malans verzeichnet in der Offensive einen Ballverlust, und dann läuft die Spielszene vor den Augen der 630 Besucher im Sportzentrum Zuchwil dermassen rasant ab, als hätte jemand auf einem Videotape die Taste zum Vorwärtsspulen gedrückt: Lassi Vänttinen übernimmt den Ball, macht zwei Schritte, passt das Spielgerät quer vor das Malanser Tor, wo Patrick Mendelin mit einer Direktabnahme den Schweizer Nationalgoalie Roger Tönz bezwingt – 2:1.

Physische Fortschritte

Das Erzielen von Toren ist derzeit die Primärtugend des 21-jährigen Baslers in Berner Diensten. Deren zehn hat er in den bisherigen sechs Partien der Swiss Mobiliar League der Männer erzielt, für sechs weitere Treffer zeichnete der Stürmer am Europacup-Finalturnier in Winterthur verantwortlich. «Ja, ich kann im Moment nicht klagen», sagt Mendelin und schmunzelt. Den Grund für seinen Leistungssprung ortet der Wirtschaftsstudent vor allem in der Verbesserung seiner physischen Verfassung: «Bei Wiler-Ersigen ist die körperliche Komponente sehr wichtig. Deshalb habe ich im Sommertraining gerade in dieser Hinsicht grosse Fortschritte gemacht.»

Premiere in Finnland

Die verbesserte Physis, gepaart mit Stocktechnik, Spielintelligenz sowie einer Portion Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor machen den Rechtsausleger Mendelin zu einem der formstärksten Schweizer Stürmer. Dies ist auch dem helvetischen Nationaltrainer Peter Düggeli nicht entgangen, der Mendelin erstmals ins 25 Spieler umfassende Nationalmannschaftsaufgebot integrierte. Seit gestern trainiert die Auswahl in Magglingen, am Donnerstag erfolgt der Abflug ans Vierländerturnier nach Finnland, zum letzten grossen Formtest vor den Weltmeisterschaften im Dezember gegen die stärksten Konkurrenten Finnland, Schweden und Tschechien (Vgl. Kasten). Das Kader wird indes vor der Abreise nach Finnland noch um fünf Spieler reduziert, der neu nominierte Mendelin dürfte die Reise in den Norden sinnvollerweise antreten. «Ich bin sehr glücklich, gerade in dieser wichtigen Phase vor den Weltmeisterschaften über einen positive Form zu verfügen. Das Aufgebot ist eine grosse Ehre für mich, und ich werde alles daran setzen, damit ich mich in das definitive WM-Kader spielen kann», sagt Mendelin.

Rarer Spielertyp

Gewiss, auch der Neo-Nationalspieler verfügt noch über brach liegendes Potenzial, dies hat die Partie vom Samstag gegen Alligator Malans belegt. Vor den Augen dreier Landesauswahlen der Frauen (A-Kader, U19 sowie das Studentinnen-Team) startete Wiler-Ersigen furios und führte nach 16 Minuten mit 4:1, brachte sich jedoch in der Folge durch eigene Unzulänglichkeiten selbst in Bedrängnis.

Dass der ausnahmsweise vom letztjährigen Assistenztrainer Bruno Berchtold – Headcoach Thomas Berger ist mit der U19-Auswahl unterwegs – trainierte Meister trotz einem wohl von den Strapazen der letzten Wochen bedingten Leistungsabfall doch noch zu drei Punkten kam, lag auch an der dürftigen Offensivperformance der Malanser. «Gegen Ende der Partie ging mir etwas die Luft aus», sagte Mendelin stellvertretend für das Gros der Wiler-Akteure. «Zudem spielte Malans körperbetont, dies behagt mir noch nicht so sehr.»

An selbige Spielweise wird sich der 21-Jährige insbesondere auf internationalem Parkett jedoch gewöhnen müssen. Kann Patrick Mendelin seine gute Form bis in den Dezember konservieren, ist eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft für den Stürmer durchaus in Reichweite. Zumal die Schweiz nicht eben über eine Vielzahl an treffsicheren Flügeln verfügt. Dass Mendelin diesen Spielertyp verkörpert, hat nicht zuletzt sein Treffer zum 2:1 gegen Malans bestätigt.

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