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Denver und Seattle stürmen spektakulär in die Superbowl

Die beiden besten Teams der Regular Season setzten sich in den Halbfinals der National Football League durch; am 2. Februar werden sie in East Rutherford bei New York das grosse Endspiel bestreiten.

Seattle-Quarterback Russell Wilson ist ein Modellathlet und steigerte sich gegen San Francisco von Spielzug zu Spielzug. Und in der zweiten Halbzeit machte er schliesslich den Unterschied aus. Superbowl XLVIII wird sein erstes grosses Endspiel im Profi-Football sein.
Seattle-Quarterback Russell Wilson ist ein Modellathlet und steigerte sich gegen San Francisco von Spielzug zu Spielzug. Und in der zweiten Halbzeit machte er schliesslich den Unterschied aus. Superbowl XLVIII wird sein erstes grosses Endspiel im Profi-Football sein.
Keystone
Colin Kaepernick hatte schon in der letztjährigen Superbowl nichts zu lachen, als Baltimore stärker gewesen war. Nun im Halbfinal begann der 49ers-Spielmacher stark, doch letztlich setzte sich Rivale Russell Wilson durch.
Colin Kaepernick hatte schon in der letztjährigen Superbowl nichts zu lachen, als Baltimore stärker gewesen war. Nun im Halbfinal begann der 49ers-Spielmacher stark, doch letztlich setzte sich Rivale Russell Wilson durch.
Keystone
Dreimal gewann Tom Brady zwischen 2002 und 2005 die Superbowl – doch seither ist der erfolgsverwöhnte Quarterback ohne Titel. Auch diesmal war im Halbfinal Schluss, und gegen die Denver Broncos musste der Ehemann von Model Gisele Bündchen mehr als einmal unten durch und böse einstecken.
Dreimal gewann Tom Brady zwischen 2002 und 2005 die Superbowl – doch seither ist der erfolgsverwöhnte Quarterback ohne Titel. Auch diesmal war im Halbfinal Schluss, und gegen die Denver Broncos musste der Ehemann von Model Gisele Bündchen mehr als einmal unten durch und böse einstecken.
Keystone
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Die Halbfinals der National Football League boten Spektakel und Dramatik bis zur letzten Sekunde – und brachte mit den Seattle Seahawks und den Denver Broncos die logischen Sieger. Mit je 13 Siegen waren sie schon die besten Teams der Regular Season gewesen, nun wird zwischen den beiden in knapp zwei Wochen der Meister der Saison 2013 erkoren. Die Superbowl XLVIII (48) findet am 2. Februar in East Rutherford statt, im Stadion der New York Giants und New York Jets.

Die Seahawks bewzangen die San Francisco 49ers 23:17, für sie ist es die erste Rückkehr auf die grösstmögliche Bühne im nordamerikanischen Sport nach 2006. Damals unterlag das Team aus dem Nordwesten den Pittsburgh Steelers mit dem vor acht Jahren noch aufstrebenden Quarterback Ben Roethlisberger. Inzwischen hat es selbst einen herausragenden Spielmacher, Russell Wilson, einen Modellathleten, der auch im Baseball Karriere hätte machen können und mehrmals von Profiteams gedraftet wurde. Wilson ist der Prototyp des modernen Quarterbacks: gesegnet mit einem starken Wurfarm, aber ebenso stark zu Fuss.

Messerscharfe Pässe, laute Fans

Allerdings gilt das genauso für Colin Kaepernick, Spielmacher der 49ers. Und der Mann mit den vielen Tattoos war lange an diesem Abend gar der bessere Regisseur. Wilson dagegen brauchte seine Zeit, um in die Gänge zu kommen. Viel zu selten die genialen Momente wie im Laufe des zweiten Viertels, als er mit einem veritablen Houdini-Akt den Verteidigern gerade noch enteilen konnte und anschliessend mit einem messerscharfen, tiefen Pass den Mitspieler fand. Da tobten die Zuschauer im CenturyLink Field in Seattle, dem offiziell lautesten Stadion der National Football League. Mit 137,6 Dezibel wurde Anfang Dezember ein neuer Weltrekord aufgestellt.

Ein weiterer brillanter Wurf gelang Wilson kurz nach der Pause, in Bedrängnis fand Wilson Passempfänger Jermaine Kearse fand - es war die erstmalige Führung der «Hawks». Und diesen Vorsprung verteidigten sie. Mit seiner Interception 20 Sekunden vor Schluss beendete Malcolm Smith die Partie, danach konnten die Seahawks die Uhr herunterlaufen lassen. Dass sich Seattle gegen dieses beeindruckend starke San Francisco durchsetzte, spricht für die Stärke der Mannschaft. Der Halbfinal war eine Partie mit höchstem Unterhaltungswert.

Zwei Legenden: Elway und Manning

Die Denver Broncos wiederum werden in East Rutherford ein Comeback nach 15 Jahren Superbowl-Abstinenz feiern. 1997 und 1998 hatte das Team aus Colorado zweimal den Titel gewonnen, angeführt vom legendären Spielmacher John Elway. In der Folge erreichte es wohl dann und wann das Playoff, nie wieder aber das Endspiel – vor einem Jahr waren die Broncos im Viertelfinal am späteren Sieg Baltimore gescheitert. Doch nun sei diese Niederlage endgültig vergessen, sagte Trainer John Fox nach dem gestrigen 26:16-Sieg im Halbfinal gegen die New England Patriots. Nach 2004 (Carolina) führt er wieder ein Team in die Superbowl. Elway wiederum ist inzwischen General Manager.

Den grössten Anteil an der Renaissance der Broncos hat aber der Quarterback, Peyton Manning. Vor zwei Jahren war dieser nach einer hartnäckigen Nackenverletzung und mehreren Operationen von den Indianapolis Colts aussortiert worden, er wechselte anschliessend zu Denver – 96 Millionen Dollar erhielt er für einen Fünfjahresvertrag. Und in Mile High bewies der Veteran, dass er auch mit 37 Jahren noch immer zu Höchstleistungen im Wochenrhythmus fähig ist.

Negativrekord für die Patriots

Gegen die New England Patriots nun warf Manning den Ball über insgesamt 400 Yards und fand seine Passempfänger zu zwei Touchdowns. Und vor allem: Er beging einmal mehr kaum Fehler. Manning war freilich auch deutlich besser als sein langjähriger Rivale Tom Brady, der erst gegen den Schluss des Spiel, jedoch bloss phasenweise sein gewohntes Leistungsniveau erreichte. Auch die Defensive der Patriots überzeugte nicht – nie in den 14 Jahren unter Cheftrainer Bill Belichik hat New England in einem Playoffspiele einem Gegner so viele Yards zugestehen müssen.

Manning führt am 2. Februar zum dritten Mal ein Team ins Endspiel und hat die Chance, als erster Quarterback die Vince-Lombardi-Trophäe mit zwei verschiedenen Franchises zu gewinnen. Mit einem Sieg würde er zudem mit seinem jüngeren Bruder Eli gleichziehen, der die Superbowl mit den New York Giants bislang zweimal gelang.

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