Zum Hauptinhalt springen

Der 1,5-Milliarden-Ausrutscher

Basketballspieler Zion Williamson verletzt sich, weil sich sein Schuh auflöste. Das kostet Nike-Aktionäre viel Geld – und stellt Barack Obama in den Schatten.

va
Basketball-Spieler Zion Williamson (am Boden) zog sich im College-Match zwischen den Erzrivalen Duke und North Carolina eine bizarre Verletzung zu. Er rutschte aus und seine Schuhsohle löste sich ab.
Basketball-Spieler Zion Williamson (am Boden) zog sich im College-Match zwischen den Erzrivalen Duke und North Carolina eine bizarre Verletzung zu. Er rutschte aus und seine Schuhsohle löste sich ab.
Getty Images/Robert Willett
Das Gesicht des 18-Jährigen ist vor Schmerzen verzerrt. Er verletzte sich schon in der ersten Spielminute nach nur 34 Sekunden.
Das Gesicht des 18-Jährigen ist vor Schmerzen verzerrt. Er verletzte sich schon in der ersten Spielminute nach nur 34 Sekunden.
Getty Images/Streeter Lecka
Der Materialfehler und darauffolgende Wirbel kostete Hersteller Nike rund 1,5 Milliarden Dollar, weil der Aktienwert sank.
Der Materialfehler und darauffolgende Wirbel kostete Hersteller Nike rund 1,5 Milliarden Dollar, weil der Aktienwert sank.
Getty Images/Streeter Lecka
Nach seinem Ausrutscher konnte der 2,01-Meter-Riese nicht mehr weiterspielen. Wie lange er wegen des verletzten Knies ausfällt, ist unklar.
Nach seinem Ausrutscher konnte der 2,01-Meter-Riese nicht mehr weiterspielen. Wie lange er wegen des verletzten Knies ausfällt, ist unklar.
Getty Images/Streeter Lecka
1 / 6

Wenn sich Barack Obama ein College-Basketball-Spiel live anschaut, steht er normalerweise im Mittelpunkt des Interesses. Nicht aber beim wichtigsten College-Spiel zwischen den Erzrivalen Duke Blue Devils und den North Carolina Tar Heels vom Mittwochabend. Dort richtete sich wegen einer kuriosen Verletzung der Fokus auf Duke-Spieler Zion Williamson. Nach nur 34 Sekunden verletzte sich das 18-jährige Supertalent – weil sich seine Schuhsohle ablöste.

«Zion Williamson ist zu stark für seine eigenen Sneaker...»: Coach K sprach zum Glück von nur «einer leichten Bänderdehnung im Knie».

Dieser Materialfehler kommt Nike, den Hersteller des betroffenen Schuhs, teuer zu stehen. Die Aktie sank am Tag nach dem Spiel um mehr als 1,5 Prozent, was einem Verlust von über 1,5 Milliarden Dollar entspricht. Nikes Pech ist Adidas' und Pumas Glück. Die Aktien der Nike-Konkurrenten gewannen je 1 Prozent. Puma attackierte Nike gar auf Twitter, hat den Tweet aber mittlerweile wieder gelöscht.

«Wir sind natürlich besorgt und wünschen Zion schnelle Besserung», reagierte der Sportartikel-Gigant in einem Statement auf das PR-Desaster. «Qualität und Leistungsfähigkeit unserer Produkte haben höchste Bedeutung.» Es handle sich um einen Einzelfall und man arbeite an der Aufklärung.

Der kaputte Schuh hat aber nicht nur finanzielle Auswirkungen. Zion Williamson wird als zukünftiger Nummer-1-Draft gehandelt und gilt als kommender Superstar im Basketball. Er weist einen Punkteschnitt von 21,6 auf. Seine Verletzung hat eine Diskussion um den fehlenden Lohn der College-Spieler aufflammen lassen. Fällt ein College-Athlet verletzt aus und wird deshalb später für die NBA gedraftet, kann ihn das Millionen kosten.

Deshalb hat die Duke University für Williamson eine Versicherung abgeschlossen, die ihm 8 Millionen Dollar sichert, falls er beim Draft im Juni wegen einer Verletzung als Nummer 16 oder später gedraftet wird. Nur sind diese 8 Millionen eine viel tiefere Summe, als ein verletzungsfreier Williamson verdienen kann. Alleine sein erster NBA-Vertrag wird ihm laut Schätzungen rund 18 Millionen Dollar einbringen. Dazu kommen Werbeverträge, deren Wert auf 30 bis 50 Millionen Dollar geschätzt wird.

Zum Glück ist die Verletzung nicht so schlimm. Williamson stauchte sich beim Ausrutscher leicht das Knie, wie lange er ausfallen wird ist unklar. Sein Coach Mike Krzyzewski sagte, man schaue von Tag zu Tag, wann sein Juwel wieder spielen kann. Bei all dem Wirbel ging beinahe unter, wie das Spiel endete. North Carolina gewann das Derby gegen das geschwächte Duke 88:72. Barack Obama wünschte gute Besserung.

Auch LeBron James meldete sich auf Twitter zu Wort.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch