Filmreifes Finale

Der UHC Thun hat am Wochenende beide Extreme erlebt. Der Auftritt gegen GC war schwach, im Derby am Sonntag bezwangen die Oberländer Köniz – und zwar in buchstäblich allerletzter Sekunde.

Grosse Spannung auf der Thuner Bank: Der sonntägliche Vergleich mit Köniz strapazierte die Nerven der Thuner, er ging letztlich positiv aus (Archivbild/Max Füri)

Grosse Spannung auf der Thuner Bank: Der sonntägliche Vergleich mit Köniz strapazierte die Nerven der Thuner, er ging letztlich positiv aus (Archivbild/Max Füri)

Eigentlich hofften die Thuner nur, den einen Punkt zu retten. 3:3 stand es im Kantonalderby mit Floorball Köniz kurz vor Schluss, wobei die Oberländer in dem Vergleich die Rolle des klaren Aussenseiters einnahmen. Die wackeren Thuner wackelten, Köniz’ Schwede Hampus Dargren traf die Latte.

Die Vorstädter riskierten viel, spielten auf Sieg – bis zehn Sekunden vor der Sirene Alexander Frey entwischte. Jesper Johansson, der andere Schwede in Diensten der Vorstädter, konnte den Thuner nur noch mit einem Foul stoppen. Das Schiedsrichterduo entschied auf Penalty. Die goldene Möglichkeit für die Equipe von Trainer Daniel Steiner, nicht einen, sondern alle drei Punkte in der MUR-Halle zu behalten.

59 Minuten, 59 Sekunden

Thomas Kropf ist ein sicherer Schütze, gesteht aber: «Ich war schon sehr nervös.» Kropf lief an – und traf gewohnt schnörkellos. Gestoppt hatte die Uhr bei 59 Minuten und 59 Sekunden. Auf dramatische Art und Weise gelang Steiners Team der Coup. Goalie Sven Körner, in der letzten Saison noch beim Gegner engagiert, hatte mit zahlreichen Paraden ebenfalls grossen Anteil am Sieg. «Wir konnten über die gesamten 60 Minuten unsere Teamleistung erbringen», resümierte der Coach.

Die Leistung erstaunt, zumal das Spiel tags zuvor nicht eben Anlass zu Optimismus gegeben hatte. Zwar glückte den Thunern gegen GC der Start, bei Spielhälfte stand es 1:0. Dann gelangen den Gästen innert Kürze drei Tore. «Wir brachen ein», sagt Steiner, «aus für mich unerklärlichen Gründen. Am liebsten wäre ich nach Hause gegangen.»

Die Oberländer müssen mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln auskommen. Und der einzige Ausländer Matti Taurama fehlt ihnen zurzeit verletzt. Kropf meint: «Uns fehlt ein Knipser, der das Spiel auch alleine entscheiden kann.» So kann jeder Sieg nur über das Kollektiv, mit einer solidarischen Teamarbeit erkämpft werden. Wie am Sonntag.

Der Tabellenletzte landet einen Coup gegen den Favoriten aus der Hauptstadt: Es passt ins Bild, gelang das Kunststück neben dem FC Thun (gegen YB) auch dem UHC Thun gegen das NLA-Spitzenteam aus Köniz.

Berner Zeitung

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