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Gay, Bondarenko und Schweizer Frauen-Staffel als Glanzpunkte

Tyson Gay setzt mit seinem 100-m-Lauf in 9,79 Sekunden das internationale Glanzlicht an der Athletissima. In seinem Schatten greift Hochspringer Bohdan Bondarenko den Weltrekord an.

Souverän zum Sieg: Sprint-Ass Tyson Gay (M.) gewinnt die 100 m auf der Piste magique in Lausanne in ausgezeichneten 9,79 Sekunden.
Souverän zum Sieg: Sprint-Ass Tyson Gay (M.) gewinnt die 100 m auf der Piste magique in Lausanne in ausgezeichneten 9,79 Sekunden.
Keystone
Der US-Sprinter befindet sich in ausgezeichneter Form, was er auch an der Athletissima 2013 beweist.
Der US-Sprinter befindet sich in ausgezeichneter Form, was er auch an der Athletissima 2013 beweist.
Keystone
Javier Culson aus Puerto Rico hält die Konkurrenz über 400 m Hürden in Schach.
Javier Culson aus Puerto Rico hält die Konkurrenz über 400 m Hürden in Schach.
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Insgesamt beklatschten knapp 15'000 Zuschauer in der ausverkauften Pontaise drei Jahresweltbestleistungen. Der Hochspringer Bohdan Bondarenko (Ukr), die Diskuswerferin Sandra Perkovic (Kro) und der Hürdensprinter David Oliver (USA) zeichneten dafür verantwortlich. Aus Schweizer Sicht war der neue nationale Rekord der Schweizer Frauen-Sprint-Staffel mit 43,48 Sekunden zum Abschluss des Meetings der Höhepunkt.

Auf Weltklasse-Niveau spielte sich die Entscheidung im Männerhochsprung ab. Der 23-jährige Bondarenko überquerte zunächst ohne Fehlversuch 2,39 m und verwies den Amerikaner Erik Kynard trotz 2,37 m auf Platz 2. Danach setzte Bondarenko im dritten Versuch über 2,41 m zum Coup an und hievte sich unter die Top 3 der ewigen Outdoor-Bestenliste, hinter Javier Sotomayor (Kuba/2,45) und Patrik Sjöberg (Sd/2,42). Das Duo hatte seine Leistungen vor über 20 Jahren erbracht. In der Halle hatte auch schon der Deutsche Carlo Thränhardt 2,42 m übersprungen.

Im Hürdensprint riss das Kraftpaket David Oliver die Jahresweltbestleistung in 13,03 Sekunden an sich. Der Amerikaner siegte vor vier Teamkollegen und entthronte Hansle Parchment (Jam) als Saisonschnellsten. Oliver, der als «Holzfäller» gilt, riss diesmal nur eine Hürde um.

Perkovic und Aregawi

Die Diskuswerferin Perkovic wahrte ihre Ungeschlagenheit in diesem Jahr. Nach dem fünften Sieg im Rahmen der Diamond League gewinnt die kroatische Olympiasiegerin zum zweiten Mal in Folge die Gesamtwertung im Diamond Race, sofern sie zum Finale antritt. Perkovic hatte bereits mit ihrem zweiten Versuch auf 68,96 m ihre eigene Jahresweltbestleistung um einen halben Meter gesteigert. Ihren nationalen Rekord, aufgestellt an den Olympischen Spielen in London, verpasste sie bloss um 15 cm. Auch Schwedens 1500-m-Läuferin Abeba Aregawi ist im Diamond Race schon am Ziel. Die seit diesem Jahr für Schweden startende Äthiopierin kam 2013 ungefährdet zum fünften Sieg in Serie in der höchsten Meetingkategorie.

Zahlreiche starke Leistungen kamen in den technischen Disziplinen zustande, in denen Perkovic und Bondarenko zum Auftakt des Meetings überzeugt hatten. Der US-Kugelstosser Ryan Whiting kam nahe an die 22 m heran und steigerte den Meeting-Rekord auf 21,88 m. Im Weitsprung der Frauen kratzten Blessing Okagbare (Nig/6,98), die Olympiasiegerin Brittney Reese (USA/6,96) sowie Shara Proctor (Gb/6,92) an der Siebenmeter-Marke. Auch die 17,58 m des kubanischen Weitspringers Pedro Pablo Pichard lassen sich sehen.

Staffel-Läuferinnen machen Hoffnung

Zum Abschluss stellte die Schweizer Sprintstaffel der Frauen einen Schweizer Rekord auf. Das Quartett bleibt in 43,48 um drei Hundertstel unter der bisherigen Bestmarke und gewinnt.

Lausanne scheint den Schweizerinnen zu liegen. Bereits 2011 war ihnen auf der Pontaise eine nationale Bestleistung (43,90) gelungen. Im vergangenen Jahr verpassten sie diese lediglich um drei Hundertstelsekunden (43,54). Diesmal klappte es in der Besetzung Mujinga Kambundji, Fanette Humair, Ellen und Lea Sprunger wieder. Zudem bezwangen die Einheimischen den letztjährigen EM-Zweiten Holland. Das dürfte für die Heim-EM im nächsten Jahr in Zürich weiteren Auftrieb geben.

Enttäuschung für Pusterla

Weniger gut verlief der Abend für die Tessiner Weitspringerin Irene Pusterla. Die Schweizer Rekordhalterin musste sich mit 6,45 m und Rang 6 begnügen. Der weiteste Satz gelang ihr gleich im ersten Versuch. Danach sprang sie noch 6,37, 6,10 sowie 4,84 und verzeichnete zudem zwei Nuller. Dass in Lausanne gute Leistungen möglich gewesen wären, bewiesen die Nigerianerin Blessing Okagbare (6,98), die amerikanische Olympiasiegerin und Weltmeisterin Brittney Reese (6,96) und die Britin Shara Proctor (6,92).

Lea Sprunger gelang über 200 m mit 23,36 zwar eine deutliche Schweizer Saisonbestleistung (zuvor 23,66), die B-Limite für Moskau verpasste sie allerdings um sechs Hundertstelsekunden. Mit ihrer Zeit kam sie nicht über den 8. und letzten Platz hinaus - der Sieg ging an die Ukrainerin Maria Rjemjen (22,61). Der Dreispringer Alexander Hochuli, der dritte Schweizer, der in einer Einzeldisziplin im Hauptfeld hatte starten dürfen, erzielte mit 16,47 m nicht nur eine nationale Saisonbestmarke (zuvor 16,21), sondern er steigerte auch seine Bestleistung um zehn Zentimeter.

Gute Leistung von Zbären

Die WM-Selektion praktisch auf sicher hat Hürdensprinterin Noemi Zbären, nachdem sie am vergangenen Sonntag beim Swiss Meeting in Nottwil im Vorlauf mit 13,04 Sekunden (der B-Wert beträgt 13,10) hatte aufhorchen lassen. In Lausanne musste sie sich im Vorprogramm mit 13,31 Sekunden begnügen. Allerdings waren die Bedingungen mit einem Rückenwind von 1,9 m/s äusserst schwierig.

Starke Leistungen zeigten vor dem Hauptprogramm die Schweizer Sprinter, die vom starken Rückenwind profitierten. Mujinga Kambundji und Ellen Sprunger erzielten über 100 m persönliche Bestzeiten. Die 21-jährige Kambundji blieb bei einem Rückenwind von 1,5 m/s mit 11,50 um drei Hundertstelsekunden unter ihrer Bestmarke und stellte eine nationale Saisonbestleistung (zuvor 11,53) auf. Die Siebenkämpferin Ellen Sprunger, die am vergangenen Sonntag im Mehrkampf-Europacup die WM-B-Limite übertroffen hatte, verbesserte ihre Bestzeit gleich um drei Zehntel. Bei den Männern gelang Reto Amaru Schenkel bei einem Rückenwind von 1,7 m/s in 10,31 ebenfalls eine Schweizer Saisonbestleistung (zuvor 10,40).

Die Resultate von Lausanne

si/fal

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