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Gefeiert, gezittert, gefeiert

Wacker liegt im Cupfinal gegen Nationalliga-B-Klub Endingen hinten, nachdem sie in einer mitreissenden Begegnung mit Schaffhausen dafür qualifiziert haben. Die Berner Oberländer steigern sich und gewinnen den Titel zum fünften Mal.

Adrian Horn
Nur mit einem Foul zu stoppen: Luca Linder wird im Cupfinal regelwidrig aufgehalten.
Nur mit einem Foul zu stoppen: Luca Linder wird im Cupfinal regelwidrig aufgehalten.
Keystone
Siegerinnen der Herzen: Das Team von Rotweiss mit Stapi Raphael Lanz (l.) und Gemeinderat Roman Gimmel (r.).
Siegerinnen der Herzen: Das Team von Rotweiss mit Stapi Raphael Lanz (l.) und Gemeinderat Roman Gimmel (r.).
Patric Spahni
Wacker Thun bei der Ankunft auf dem Rathausplatz. Gegen hundert Fans feierten mit den zwei Teams.
Wacker Thun bei der Ankunft auf dem Rathausplatz. Gegen hundert Fans feierten mit den zwei Teams.
Patric Spahni
Best Player Lenny Rubin stemmt den Pokal in die Höhe.
Best Player Lenny Rubin stemmt den Pokal in die Höhe.
Patric Spahni
Mit seinen neun Toren leistete er einen grossen Anteil am souveränen Auftritt von Wacker Thun.
Mit seinen neun Toren leistete er einen grossen Anteil am souveränen Auftritt von Wacker Thun.
Keystone
Der Unterklassige kämpfte tapfer: Endingens Leonard Pejkovic traf alleine sechsmal, doch am Ende geht der Cup an Wacker Thun.
Der Unterklassige kämpfte tapfer: Endingens Leonard Pejkovic traf alleine sechsmal, doch am Ende geht der Cup an Wacker Thun.
Keystone
Wackers Stefan Huwyler (l.) herzt Bruder Simon Huwyler (r.) vom TV Endingen.
Wackers Stefan Huwyler (l.) herzt Bruder Simon Huwyler (r.) vom TV Endingen.
Alexander Wagner
Für Wacker ist es der fünfte Cup-Triumph in der Vereinsgeschichte.
Für Wacker ist es der fünfte Cup-Triumph in der Vereinsgeschichte.
Keystone
Die Thuner sind ihrer Favoritenrolle im Finale gegen den NLB-Leader Endingen gerecht worden.
Die Thuner sind ihrer Favoritenrolle im Finale gegen den NLB-Leader Endingen gerecht worden.
Keystone
Bis hierher und nicht weiter: Rebecca Wyer und ihre Teamkameradinnen von Rotweiss Thun wurden von den Ostschweizerinnen aufgehalten.
Bis hierher und nicht weiter: Rebecca Wyer und ihre Teamkameradinnen von Rotweiss Thun wurden von den Ostschweizerinnen aufgehalten.
Keystone
Enttäuscht: Selina Jordi (Nummer 7) und ihre Teamkolleginnen Fabiola Hostettler (v.l.), Laura Berger und Tanja Marianac.
Enttäuscht: Selina Jordi (Nummer 7) und ihre Teamkolleginnen Fabiola Hostettler (v.l.), Laura Berger und Tanja Marianac.
Alexander Wagner
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Fünf Minuten sind noch zu spielen, als Martin Rubin zu seiner Runde ansetzt. Erst klatscht der Coach die Ersatzleute ab, dann begibt er sich in die Reihe dahinter, wo Betreuer und Verletzte sitzen. Die Wacker-Thun-Bank verkommt in diesen Augenblicken zu einer Feierzone. Die Berner Oberländer liegen sich in den Armen, sie führen uneinholbar, eben hat Sven Krainer das 34:23 erzielt.

Die Vertreter des Favoriten zelebrieren den Cupsieg, den Wettbewerb gewinnen die Thuner zum fünften Mal nach 2002, 2006, 2012 und 2013. Widersacher Endingen hat sich vorab in der ersten Hälfte gut gewehrt, nach 25 Minuten etwa sind die Aargauer, Tabellenführer der Nationalliga B, mit zwei Treffern Differenz vorn gelegen. Dem Aussenseiter gelingt in dieser Phase alles. Wacker wankt.

Nach dem Seitenwechsel spielt der letztjährige Playoff-Finalist gross auf, allein die beiden Rechtsflügel Krainer und Jonas Dähler schiessen zwölf Tore, dies notabene bei lediglich vierzehn Würfen. Der Favorit agiert nun überzeugend wie am Vortag, als er in der Vorschlussrunde Erzrivale Kadetten Schaffhausen mit formidabler Darbietung bezwungen hat (32:28).

In der Begegnung mit den Nordostschweizern brillieren vornehmlich der als Antreiber, Vorlagengeber, Topskorer und kaum zu überwindender Verteidiger fungierende Lukas von Deschwanden und André Willimann. Der Keeper pariert 40 Prozent aller Würfe und wird zum Best Player der Partie gewählt. Der Schaffhauser Luka Maros ist wenig angetan, zur Leistung des Oberländer Schlussmanns sagt der Vizecaptain der Landesauswahl: «Jeder erwischt mal einen guten Tag.»

Der Final4 der Herren im Video:

Quelle: handballtv.ch

Es ist ein Schreckmoment. Wegen Feueralarms muss die Stadthalle Olten, in der das Final Four ausgetragen wird, evakuiert werden. In Wahrheit aber brennen bloss die Thunerinnen: auf ihren Einsatz. Rotweiss ist on fire, Peter Bachmanns Ensemble fügt den Spono Eagles deren zweite Saisonniederlage zu. Gleich 25:19 besiegt die junge Equipe den Leader.

Sie knüpft an den begeisternden Auftritt aus der Meisterschaft an, als sie die Nottwilerinnen gleichfalls geschlagen hat. Den Lauf setzt Bachmanns Auswahl nicht fort: In der zweiten Hälfte des Endspiels brechen die Bernerinnen ein, sie verlieren 21:27, nachdem Umgang eins ausgeglichen verlaufen ist. Akteurinnen weinen.

Den Final der Männer verfolgen Rotweiss’ Spielerinnen auf der Tribüne.Sie sehen, wie Lenny Rubin beim 35:26 ein bemerkenswertes Comeback feiert. Im Herbst hatte sich der Aufbauer verletzt, während Wochen konnte er nicht eingesetzt werden. In der Solothurner Gemeinde kehrt der Nationalspieler, kürzlich 21 geworden, aufs Feld zurück, in den ersten Matchs des neuen Jahres, und der in Thierachern Wohnhafte verkörpert gleich wieder Sonderklasse.

Neun Tore erzielt der Sohn des Coachs. Er habe sich bereits im Training rasch wieder wohlgefühlt, erzählt Rubin. «Ich hatte das Vertrauen in mich und meinen Körper sofort wieder.» Dennoch sei er überrascht, wie gut das Comeback verlaufen sei.

Nach der Partie herzt Stefan Huwyler Simon Huwyler.Der Thuner hat im Bruderduell das bessere Ende für sich gehabt. Die beiden posieren für Fotos, lange haben sie gemeinsam für die Aargauer gespielt. Thuns Huwyler spricht denn auch von einer sehr speziellen, emotionalen Begegnung. «Simon und ich hatten am Abend vor dem Final noch SMS-Kontakt. Ich war nervös. Das waren wir alle. Und ich denke, das hat man in der ersten Halbzeit auch gesehen.»

2013 ist der Defensivspezialist zu den Berner Oberländern gestossen, nun gewinnt der Traditionsklub erstmals seither einen Titel. «Ich bin erleichtert, hats geklappt», erzählt Huwyler schmunzelnd, «ich war schon in Sorge, mit mir würde Wacker nie triumphieren.»

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