Zum Hauptinhalt springen

Ist die Schweiz ein Fussball- oder Eishockeyland?

Fussball oder Eishockey: Wir vergleichen Zuschauerzahlen, Einschaltquoten – und interessieren uns für Ihre Meinung.

«Hopp Schwiiz»: Im Fussball wie auch im Eishockey hatten wir ein aufwühlendes Jahr 2018.
«Hopp Schwiiz»: Im Fussball wie auch im Eishockey hatten wir ein aufwühlendes Jahr 2018.
Keystone

Es war heiss, die Stimmung ausgelassen. Euphorisch wurde das Nationalteam empfangen. Dabei war die grosse Enttäuschung noch drin, in den Köpfen und Herzen von Spielern und Fans. Dennoch liessen sie sich feiern, die Schweizer Eishockeysprofis. Gefeiert wurde die WM-Silbermedaille, das war vergangenen Mai. Eine Niederlage im Penaltyschiessen gegen Schweden verhinderte den ganz grossen Coup. Fast das ganze Land fieberte mit.

Ähnlich war es zwei Monate später. Gross war die Freude, als die Fussballer den favorisierten Brasilianern um Neymar einen Punkt abtrotzten, euphorisch wurde es nach dem 2:1 gegen Serbien, und auch nachdem die Schweiz aufgrund des 0:1 im Achtelfinal (wieder) gegen Schweden mediale Prügel beziehen mussten, warteten zahlreiche Fans am Flughafen, um die Nationalspieler zu empfangen.

Eishockey und Fussball. Es sind die beiden Mannschaftssportarten, die Schweizer am meisten beschäftigen. Nur: Was beschäftigt uns mehr?

Bei den Einschaltquoten ist der Unterschied der beiden Schweden-Matches marginal. Knapp 90'000 Menschen mehr wollten den WM-Achtelfinal sehen. Obwohl: Gerade bei der Fussball-Weltmeisterschaft dürfte die tatsächliche Zuschauerzahl aufgrund der zahlreichen (und gut besuchten) Public Viewings deutlich höher liegen. Auch deshalb ist erstaunlich, wie viele Geräte beim Schweizer Startspiel gegen Brasilien eingeschaltet wurden: 1,6 Millionen. Der höchste Wert seit der Umstellung der Messmethode im Jahr 2013.

Intensiv war das Eishockey- und Fussballjahr auch in der nationalen Liga. Erstmals seit 1986 holte YB wieder einen Meistertitel – die Stadt war in Ekstase und ein grosser Rest des Fussballlandes verspürte zumindest einen kleinen Funken Häme in Richtung des bisherigen Dominators Basel. Obwohl die Berner einen grossen Vorsprung hatten, wollten über 337'000 Menschen am TV miterleben, wie sie im Heimspiel gegen Luzern den Titel perfekt machten. Deutlich spannender war die Entscheidung im Eishockey. Sieben Spiele brauchte es im Playoff-Final zwischen Lugano und den ZSC Lions, bis die Zürcher sich die Trophäe sichern konnten – mit einem 2:0 in Lugano. 313'000 TV-Geräte waren da auf SRF 2 geschaltet. Übertroffen werden beide Partien aber vom Champions-League-Final: Reals Titelhattrick erreichte im Schweizer Fernsehen eine Zuschauerzahl von 512'000.

Bleiben wir aber bei den nationalen Ligen. Hier übertrug das Schweizer Fernsehen total 19 Playoffspiele. Dabei erreichte es einen Zuschauerschnitt von 181'000. Die Sonntagsspiele der Super League wollten durchschnittlich 165'000 Menschen sehen.

Deutlich ist der Unterschied bei den Zuschauerzahlen im Stadion. In der aktuellen Saison gehen durchschnittlich 11'251 Fans in die Fussball-Arenen. Beim Eishockey waren es 6949. Allerdings beginnt hier nun mit dem Playoff die entscheidende Phase. Und die grossen Fussballstadien in Bern und Basel drücken den Schnitt nach oben.

Deshalb nimmt uns Ihre Meinung wunder: Sind wir ein Fussball- oder ein Eishockeyland?

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch