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Kälte macht ihm nichts aus

Romain Duguet wird in der nächsten Woche an der EM in Göteborg teilnehmen. Der 36-jährige Reiter aus Muri hat es auch mit seinem Zweitpferd Twentytwo des Biches geschafft, sich an der Spitze zu halten.

Mit Quorida de Treho steht Romain Duguet ein zweites Spitzenpferd zur Verfügung.
Mit Quorida de Treho steht Romain Duguet ein zweites Spitzenpferd zur Verfügung.
Keystone

Fällt das Spitzenpferd aus, kann dies für einen Reiter unter Umständen ein schwerwiegendes Problem darstellen. Romain Duguet war genau damit konfrontiert. Die 13-jährige Stute Quorida de Treho musste an der Ferse operiert werden, im Jahr 2017 kann sie nicht im Wettkampfsport eingesetzt werden.

«Quorida kann laufen, in etwa einem Monat kann ich sie wieder reiten», gibt Duguet über den ak­tuellen Gesundheitszustand Auskunft. «Ich werde jedoch erst im nächsten Februar oder März wieder mit ihr an kleineren Turnieren teilnehmen.»

Der 36-Jährige hat sich dennoch in der Schweizer Spitze ­halten können, wurde für den Heim-Nationenpreis in St. Gallen nominiert und steht auch im fünfköpfigen Aufgebot für die EM im schwedischen Göteborg, die nächste Woche über die Bühne geht.

Letzten Schritt gemacht

Dem in Muri wohnhaften ge­bürtigen Franzosen ist es gelungen, die 10-jährige Stute Twentytwo des Biches auf Topniveau zu führen. Als 5-jährige entdeckte Duguet sie in der Normandie. «Ich war nicht ganz sicher, ob ich mit ihr ganz an die Spitze ge­langen kann», sagt er.

In diesem Jahr erhielt Duguet die Gewissheit, ein zweites Spitzenpferd zur Verfügung zu haben. Beim Weltcupfinal im April in Omaha (USA) belegte er den zweiten Platz. «Mein Ziel war ein Platz unter den ersten zehn. Ich hatte selber nicht damit gerechnet, so weit vorzustossen», sagt Duguet.

Twentytwo des Biches weist nicht die gleichen Charaktereigenschaften auf wie Quorida de Treho. «Quorida mag es mehr, härter geritten zu werden. Twentytwo hingegen ist sehr bequem zu reiten, sie kann aber auch schnell gehen.»

Die Schweizer Equipe für die EM erfuhr am letzten Wochenende eine Veränderung. Paul Estermann zog sich vorläufig aus der Mannschaft zurück, nachdem gegen ihn ein Strafverfahren wegen eines möglichen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz eröffnet worden war.

Janika Sprunger ersetzt den Luzerner. Duguet will sich dazu nicht äussern. «Ich weiss nicht, was passiert ist. Und ich habe auch nicht mit Paul ­darüber gesprochen oder seither Kontakt mit ihm gehabt», sagt er. Die Veränderung im Team habe keinen Einfluss auf die sportliche Ausgangslage, findet Duguet. «Janika hat zuletzt auch gute ­Resultate erzielt.»

Keine Aussage

Von den fünf nominierten Schweizern muss einer oder eine sich mit dem Ersatzstatus zufriedengeben. An einer EM würde dies bedeuten, lediglich einige Rahmenprüfungen bestreiten zu können. Duguet hat gute Chancen, nominiert zu werden. Zusammen mit Steve Guerdat und Martin Fuchs gehört er zur Stammbesetzung.

Neben Janika Sprunger ist auch Nadja Peter Steiner erst nachträglich ins Team gerückt, weil Werner Muff auf eine Teilnahme verzichtet. Den Entscheid über die Team­zusammensetzung fällt Equi­penchef Andy Kistler nach dem Warm-up am kommenden Dienstag in Göteborg. Die erste EM-Prüfung findet am Mittwoch statt.

Im Fussballstadion

Durchgeführt wird die EM im Göteborger Fussballstadion Ullevi. Heisse Temperaturen sind in Schweden nicht zu erwarten. Wenn im Nationenpreis am 25. August abends unter Flutlicht die Medaillen vergeben werden, könnte es sogar ziemlich kühl sein. «Das macht mir nichts aus», sagt Duguet. «Ich mag es zu reiten, wenn es kalt ist.»

Das Ziel für die Europameisterschaften sei klar. «Wir wollen eine Medaille. Und danach schaue ich, was im Einzel noch möglich ist.» Romain Duguet hat auch mit Twentytwo des Biches ambitionierte Ziele.

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