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«Megastark» – drei Berner Schwimmer mit EM-Limite

Thierry Bollin und Ivo Staub gewinnen an den Schweizer Meisterschaften über die Kurzbahn je zwei Titel und qualifizieren sich für die EM in Dänemark. Gabriel Jegher macht das Berner Trio in Kopenhagen komplett.

Zwei Berner haben gut lachen: Ivo Staub (im Vordergrund) und Thierry Bollin dürfen die Schweiz im Dezember an der Kurzbahn-EM vertreten.
Zwei Berner haben gut lachen: Ivo Staub (im Vordergrund) und Thierry Bollin dürfen die Schweiz im Dezember an der Kurzbahn-EM vertreten.
Keystone

Matthias Kage geizt gerade nicht mit Superlativen. Seit sieben Jahren ist der Deutsche beim Schwimmklub Bern als Cheftrainer tätig. Vor den Kurzbahn-Schweizer-Meisterschaften hatte Kage über seine Auswahl gesagt, er habe noch nie eine solch starke Mannschaft trainiert. Nach den Titelkämpfen in Uster zieht Kage Bilanz: «Es handelt sich um die mit Abstand besten Meisterschaften, die ich mit Bern erlebt habe.»

Die üppigen Worte werden mit nackten Zahlen belegt: fünfmal Gold, zweimal Silber, viermal Bronze. Und was wertvoller ist als SM-Medaillen: Mit Thierry Bollin, Ivo Staub und Gabriel Jegher blieben drei Athleten unter der Limite für die Kurzbahn-Europameisterschaften vom Dezember in Kopenhagen. Drei Topzeiten, ein Wort des Trainers: «Megastark.»

Zwei Bekannte und ein Überraschender

Thierry Bollin hatte die Zeitvorgabe für den Start in Dänemark bereits vor den nationalen Titelkämpfen geknackt. In Uster verteidigte das 17 Jahre alte Talent seinen Meistertitel über 50 Meter Rücken, schlug in 24,28 Sekunden an und blieb erneut unter der EM-Limite. Den Status als schnellster Rückenschwimmer der Schweiz bestätigte Bollin mit dem Sieg über 100 Meter. Die 53,17 Sekunden bedeuten Meisterschaftsbestzeit und Jahrgangsrekord.

«Es handelt sich um die mit Abstand besten Meisterschaften, die ich mit Bern erlebt habe.»

Trainer Matthias Kage

Ruhiger geworden ist es zuletzt um Ivo Staub, der mittlerweile im britischen Plymouth lebt, studiert und trainiert. In der Ver­gangenheit war Staub häufig um wenige Hundertstelsekunden an den Vorgaben für bedeutende internationale Wettkämpfe gescheitert. In Uster ging die Rechnung für den 22 Jahre alten Berner auf. Er siegte über 50 Meter Delfin; die Zeit von 23,72 Sekunden sichert ihm zum zweiten Mal in seiner Laufbahn einen EM-Start. Über 100 Meter Lagen (Gold) und 50 Meter Crawl (Silber) schwamm er zu zwei weiteren Medaillen.

Zum Berner Überraschungsmann avancierte Gabriel Jegher. Der 18-Jährige schlug über 200 Meter Crawl mit der Schweizer Jahrgangsbestzeit von 1:47,27 Minuten an, unterbot die EM-Limite um 3 Hundertstel. «Gabriel hat sehr gut trainiert. Wir wussten, dass er solch schnelle Zeiten schwimmen kann», sagt Kage, «aber dass er sie auf den Punkt abrufen kann, das ist schon toll.»

Ein Dutzend an der EM und ein Sieg zum Abschluss

Somit werden vom 13. bis zum 17. Dezember drei Berner an der Kurzbahn-EM im Einsatz stehen, was einem Novum gleichkommt. Die Delegation von Swiss Swimming dürfte ein Dutzend Athleten umfassen. Sie wird von der eingebürgerten Russin Maria Ugolkova angeführt, die in Uster sechsmal triumphierte und in vier Rennen die Limite unterbot. Qualifiziert, aber in Kopenhagen nicht starten werden Jérémy Desplanches, Yannick Käser, Nina Kost und Martina van Berkel. Die beiden Männer ziehen die Teilnahme an der Militär-WM in Rio de Janeiro den europäischen Titelkämpfen vor. Die deutsch-schweizerische Doppelbürgerin Kost darf erst ab Sommer 2018 an internationalen Wettkämpfen für die Schweiz starten. Und van Berkel bestritt in Uster den letzten Wettkampf ihrer Karriere. Die 28 Jahre alte zweifache Olympiateilnehmerin (London 2012, Rio 2016) verabschiedete sich am Sonntag mit dem Sieg über 200 Meter Rücken.

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