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Mit 19 Jahren schon ein Routinier

Alen Milosevic wird im Dezember 20 Jahre alt. Morgen Freitag (20.15 Uhr, SSF live) bestreitet der Kreisläufer in der Lachenhalle gegen Wacker Thun bereits sein 100. NLA-Spiel. Sein Ziel ist es, im Ausland als Profi Fuss zu fassen.

Alen Milosevic als Kreisläufer in den Diensten des BSV Bern. Mit nicht einmal 20 Jahren gehört er zu den etablierten Spielern im Schweizer Handball.
Alen Milosevic als Kreisläufer in den Diensten des BSV Bern. Mit nicht einmal 20 Jahren gehört er zu den etablierten Spielern im Schweizer Handball.
Andreas Blatter

«Ich war den gleichaltrigen Spielern in der körperlichen Entwicklung immer voraus», blickt Alen Milosevic auf seinen bisherigen handballerischen Werdegang zurück. «Ich habe daher schon früh den Einstieg in den Männerhandballsport gesucht.» Am Anfang des Jahres 2006 wechselte der Kreisläufer aus dem Nachwuchs des BSV Bern Muri zum NLB-Klub Biel. Kurz zuvor war er 16 Jahre alt geworden. Rasch setzte er sich im Seeland durch. Nur ein halbes Jahr später debütierte er bei Wacker Thun in der NLA, seit dem Sommer 2007 spielt er für den BSV Bern Muri. «Ich habe seinerzeit auch Glück gehabt, dass ich bei Wacker gleich Einsatzmöglichkeiten erhielt», sagt Milosevic heute. Dass er morgen Abend bereits sein 100.Nationalliga-A-Spiel bestreitet, ist für Milosevic nichts Spezielles. Auch wenn er im Schweizer Handball der jüngste Spieler ist, der dieses Jubiläum feiern kann. «Ich nehme es zur Kenntnis. Aber es ist lange her, seit ich mein erstes NLA-Spiel bestritten habe.»

Im Rückraum begonnen

Alen Milosevic war ursprünglich nicht Kreisläufer. Im Nachwuchs war er erst Rückraumspieler. «Dann begann der Trainer, mich auch am Kreis einzusetzen. Und auch bei einem Förderlehrgang des U17-Nationalteams kam ich auf dieser Position zum Zug», erinnert sich der 19-Jährige. «Ich fand sofort Gefallen am Spiel am Kreis und sah auch grössere Möglichkeiten auf dieser Position.» Im Rückraum wäre Milosevics Potenzial wohl beschränkt gewesen. «Ich bin beispielsweise nicht gerade der Schnellste.» Dafür verfügt er über die Kraft, die nötig ist, um sich im unmittelbaren Kontakt mit den Gegenspielern durchzusetzen. «Ich habe noch deutlich an Kraft zugelegt, seit ich in Biel erstmals bei den Männern gespielt habe. Damals war ich 95 Kilogramm schwer, heute 110 Kilogramm.»

«Emotionale Momente»

Milosevic hat mittlerweile auch an die Türe des Schweizer Nationalteams angeklopft. Von Nationaltrainer Goran Perkovac wurde er für den Trainingslehrgang in Altdorf und das Vierländerturnier in Linz (Ö) in der nächsten Woche aufgeboten. Dabei war nicht klar, dass aus dem Sohn des früheren Handballprofis und heutigen BSV-Kommunikationschefs Alex Milosevic auch ein Handballer werden würde. «Ich habe zuerst Fussball gespielt, bin aber immer an die Spiele des Vaters gegangen. Dort habe ich emotionale Momente erlebt, die es im Fussball so nicht gibt.»

Beim BSV Bern Muri bildet er zusammen mit dem Dänen Pelle Larsen ein Kreisläuferduo. Wenn Milosevic zum Einsatz kam, wurde er häufiger nur im Angriff eingesetzt, Larsen übernahm die Position in der Abwehr. «Ich verteidige gern», sagt Milosevic. «Ich möchte auch in der Abwehr mehr zum Einsatz kommen und dort Erfahrungen sammeln.» So wie am letzten Sonntag gegen Pfadi Winterthur. Mit Milosevic als zentralem Abwehrspieler wurden Pfadi Winterthurs Angriffe weitgehend neutralisiert. Nach 30 Minuten führte der BSV Bern Muri mit 18:8 und gewann das Spiel mit 27:23.

Als Profi ins Ausland

Alen Milosevics Ziel ist es, als Profi im Ausland Fuss zu fassen. Derzeit ist er Halbprofi und arbeitet zu 50 Prozent als Sachbearbeiter beim Konkursamt Bern. Ende Saison läuft sein Vertrag beim BSV Bern Muri aus. «Ich werde alle Optionen prüfen, aber nichts überstürzen», sagt der 19-Jährige. «Deutschland, Spanien und Dänemark wären die Länder, die mich reizen würden.» Bei der Suche nach dem richtigen Verein vertraut Milosevic auf die Hilfe seines Vaters. «Er war Profi und weiss, wie das internationale Handballgeschäft läuft. Nationaltrainer Perkovac ist eine weitere wichtige Ansprechperson. Er ist sehr interessiert daran, dass Schweizer Spieler in starken ausländischen Ligen Fuss fassen und sich so weiterentwickeln.» Wechselt Milosevic noch nicht ins Ausland, ist ein Verbleib beim BSV Bern Muri wahrscheinlich.

Die Gegenwart ist das Derby gegen Wacker Thun morgen Abend in der Thuner Lachenhalle. «Wacker Thun ist unter Druck und braucht Punkte. Es wird wohl ein umkämpfteres Spiel geben als gegen Pfadi Winterthur. Denn Derbys haben stets ihre eigenen Gesetze.»

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