Mit dem letzten Aufgebot ins erste Spiel

Wacker Thun unterliegt zum Saisonauftakt den Kadetten aus Schaffhausen im Supercup 20:31. Noch beunruhigender als das Resultat ist für die Berner Oberländer der Blick auf die Absenzenliste.

Nino Gruber (Wacker, links) kann den Schaffhauser Lukas Herburger nicht am Abschluss hindern.

Nino Gruber (Wacker, links) kann den Schaffhauser Lukas Herburger nicht am Abschluss hindern.

(Bild: Heinz Diener)

Adrian Horn

Der Supercup bleibt der Titel, den die Titelhamsterer aus Thun nicht gewinnen können. Zum fünften Mal bestritten sie das Kräftemessen zwischen Meister und Pokalsieger, erneut verloren sie. Deutlicher als an diesem Sonntagabend in Winterthur waren sie nie unterlegen, nicht mal im Vorjahr, als sich Pfadi in einer gleichfalls einseitigen Begegnung mit 26:17 durchgesetzt hatte.

2:8 und 6:14 lag Wacker gegen die Kadetten im Hintertreffen, zur Pause führten die Schaffhauser 15:8; die Partie war da gefühlt längst entschieden. Mit dem sogenannt letzten Aufgebot hatte der Cupsieger der letzten Saison den ersten Match in Angriff genommen. Damien Guignet, Nicolas Raemy und Flavio Wick fehlten verletzt, die angeschlagenen Ivan Wyttenbach, Luca Linder und Ron Delhees wurden geschont, Ersterer führte den einen Penalty aus, den die Berner Oberländer zugesprochen erhalten hatten. Marco Giovanelli, seit dieser Saison bloss noch im erweiterten Kader, ­durfte genauso mittun wie Tim Zuege, der Keeper der 2. Mannschaft.

Die dezimierte Equipe Martin Rubins vermochte nur bedingt Widerstand zu leisten. 20:31 verlor sie, nachdem sie in der zweiten Hälfte wohl auch deswegen verbessert aufgetreten war, weil dies die Nordostschweizer aufgrund des Skores zugelassen hatten.

Es ist nicht überliefert, wie viele Menschen kurz vor 17 Uhr Mysports einschalteten. Es dürften auch wegen der Alternativen eher wenige gewesen sein. Mit offiziell 887 Zuschauern war die Axa-Arena noch schlechter gefüllt als bei ihrer Eröffnung vor einem Jahr. Die Besucher sahen eine Partie, die mehr Test denn Ernstkampf war.

Die Thuner verliessen die Halle trotz der geringen Bedeutung des Spiels mit mehr Zweifeln, als sie sie betreten hatten. Ausländer Phillip Holm etwa wirkte verunsichert. All die Ausfälle, die Kanterniederlage jüngst und die offenkundig nicht optimale Verfassung potenzieller Leistungsträger: Es sind schlechte Voraussetzungen, unter denen Wacker am Samstag in die Meisterschaft starten wird. Dass der Gegner derselbe sein wird, macht die Ausgangslage eher nicht besser.

Wacker - Kadetten 20:31 (8:15)

Wacker: Winkler/Zuege; Holm (1), Felder (3), Dähler (2), Suter (5), Giovanelli (1), Lanz, Wyttenbach (1/1), Friedli (2), Lüthi (3), Simon Huwyler (2), Manse, Stefan Huwyler, Gruber.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt