Nerven strapaziert, Pflicht erfüllt

An der Beachvolleyball-WM in Hamburg überstehen die beiden Schweizer Frauenduos die erste K.-o.-Runde nach grossem Kampf.

In Achtelfinal gekämpft: Heidrich (l.) und Vergé-Dépré.

In Achtelfinal gekämpft: Heidrich (l.) und Vergé-Dépré.

(Bild: Freshfocus)

Marco Oppliger@BernerZeitung

24:22, 19:21, 16:14 – ein Blick auf das Resultat genügt, um zu erahnen, welch offenen Schlagabtausch sich Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré mit dem deutschen Team Körtzinger/Schneider lieferten. 19:12 hatten die Gastgeberinnen im ersten Durchgang dieses Sechzehntelfinals geführt, ehe die Schweizerinnen das Blatt noch wenden konnten. Im Tiebreak mussten Heidrich/Vergé-Dépré dann zuerst einen Matchball abwehren, bevor sie nach 56 Minuten ihre erste Chance zum Sieg verwerten konnten. Mit dem Einzug in den Achtelfinal haben Heidrich/Vergé-Dépré die Pflicht erfüllt.

Wobei die Klotenerin und die Bernerin bis zum nervenaufreibenden Duell in der ersten K.-o.-Runde durchaus zu überzeugen vermochten. In der Gruppenphase gab das Duo in drei Spielen nur einen Satz ab, schlug dabei unter anderem das starke kanadische Team Bansley/Brandie. Nun stehen Heidrich/Vergé-Dépré aber vor einer veritablen Herausforderung: Im Achtelfinal am Donnerstag treffen sie auf die Australierinnen Mariafe Artacho/Taliqua Clancy, die aktuellen Nummern 2 der Weltrangliste.

Eine ähnlich schwierige Aufgabe wartet auf Nina Betschart und Tanja Hüberli. Um in den Viertelfinal zu gelangen, müssen die Zugerin und die Schwyzerin am Donnerstag die Weltnummer 3 Rebecca/Ana Patricia (BRA) bezwingen. Betschart/Hüberli, die als Gruppenzweite in die erste ­K.-o.-Runde eingezogen waren, bekundeten dort gegen die Slowakinnen Strbova/Dubovcova Mühe. Letztlich setzte sich das stärkste Schweizer Duo mit 16:21, 21:16, 16:14 durch. Wobei das Tiebreak nochmals gehörig Nerven kostete, mit einem Service-Winner konnte Betschart nach 49 Minuten den insgesamt fünften Matchball verwerten.

Sollte am Donnerstag eines der beiden Frauen-Duos in den Viertelfinal einziehen, hätte das eine historische Komponente: Seit 2005 Paul Laciga und Sascha Heyer im Final den Brasilianern Araujo/Luiz unterlagen, kam kein Schweizer Team mehr – Männer und Frauen – über einen WM-Achtelfinal hinaus.

Zumindest als kleine Überraschung kann bis jetzt der Auftritt von Mirco Gerson und Adrian Heidrich gewertet werden. Das einzige Schweizer Männer-Team an der WM entschied gestern das Spiel gegen die Chilenen Lammel/Zavala 21:16, 21:11 für sich und zieht damit als Gruppensieger in den Sechzehntelfinal ein. Dort treffen der Belper und der Klotener auf die als Nummer 45 gesetzten Italiener Rossi/Carambula.

Berner Zeitung

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