Neues Gesicht, neuer Mut

Edelline Köniz hat erneut einen grossen Umbruch hinter sich. Der neue Trainer Agris Leitis ist aber überzeugt ­davon, dass die am Samstag beginnende Saison eine ­erfolgreiche sein wird.

Barbara Duarte: Neue Hoffnungsträgerin bei Köniz.

Barbara Duarte: Neue Hoffnungsträgerin bei Köniz. Bild: Raphael Moser

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Alles neu macht der August. Diese Devise kennt Edelline Köniz nur zu gut. Die letzten Jahre brachte der Sommer jeweils erhebliche Veränderungen im Kader der Volleyballerinnen mit sich. Das war auch heuer nicht anders. Aus der Equipe, die in der letzten Saison im Playoff-Viertelfinal ausschied und sich in den Platzierungsspielen schliesslich den siebten Schlussrang sicherte, sind mit Céline Ackermann, Sandra Maurer und Patricia Schauss gerade einmal drei Spielerinnen übrig geblieben.

Dazugekommen sind einerseits Akteurinnen aus dem eigenen Nachwuchs wie die 18-jährige Margaret Daramola, aber anderseits auch erfahrene Ausländerinnen wie die Montenegrinerin Elza Hadzisalihovic oder die Brasilianerin Barbara Duarte, die vom letztjährigen Playoff-Finalisten Sm’Aesch Pfeffingen zu den Könizerinnen stiess und von Schauss das Captainamt übernommen hat. Das Gesicht des Teams hat sich einmal mehr stark verändert. Agris Leitis, der nach dem interimistischen Engagement von Jean-Charles Vergé-Dépré das Traineramt übernommen hat, ist also zu Beginn seiner Tätigkeit nicht nur als Coach, sondern auch als Teambildner gefragt.

Als er am 7. August zum ersten Mal in der Sporthalle Weissenstein ein Training leitete, seien nur wenige Spielerinnen anwesend gewesen, erzählt der Lette. Erst seit knapp anderthalb Wochen ist das Team vollzählig und kann der Übungsleiter so trainieren, wie er sich das vorstellt. Die Vorbereitung fällt also etwas gar kurz aus, zumal am Samstag (19 Uhr) gegen NUC bereits das erste Heimspiel der Saison auf dem Programm steht. «Wir brauchen noch etwas Zeit, bis wir richtig eingespielt sind», sagt Leitis, und Duarte ergänzt: «Wir arbeiten in jedem Training sehr hart, aber als Team müssen wir uns schon noch besser kennen lernen.»

Halbfinal als Ziel

Im letzten Jahr erlebte Leitis als Assistenztrainer von Sm’Aesch Pfeffingen mit dem Einzug in den Playoff-Final trotz klarer Niederlage gegen Branchenprimus Volero Zürich den grössten Erfolg der Vereinsgeschichte der Baslerinnen mit. Das hat im 38-Jährigen offensichtlich den Erfolgshunger geweckt, denn der ehemalige Passeur setzt sich bei seinem ersten Engagement als Cheftrainer in der Schweiz gleich ähnlich hohe Ziele mit den Könizerinnen.

«Wir wollen in die Playoffs», sagt er und unterstreicht dann seinen Ehrgeiz als Trainer, indem er anfügt: «Und dann in den Halb­final.» Es sind neue, mutigere ­Töne, die zuletzt in Köniz selten hörbar waren. Der ausgebildete Sportlehrer weiss, dass der Vorstoss unter die besten vier in Anbetracht des erneuten Umbruchs und der Unerfahrenheit im Team ein äusserst ambitiöses Ziel darstellt, doch er argumentiert, dass die Liga – wenn man Volero ausser Acht lasse – sehr ausgeglichen sei. Leitis ist überzeugt: «Wir müssen uns hohe Ziele setzen, sonst kommen wir nicht weiter.»

Trotz hoher kurzfristiger Ambitionen – Leitis zeigt sich pflichtbewusst und vergisst nicht, die mittelfristige Strategie des Vereins zu erwähnen, die besagt, dass konsequent Junge integriert werden sollen, sodass bis 2020 mindestens vier einheimische Spie­lerinnen in der Startaufstellung stehen werden. «Das ist das Wichtigste.» Irgendwann soll schliesslich die altbekannte Devise der Vergangenheit angehören.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 12.10.2017, 11:40 Uhr

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