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Rote Karte stoppt Wales – Frankreich im WM-Final

Die eine Stunde in Überzahl spielenden Franzosen gewannen gegen Wales 9:8 (6:3) und treffen am nächsten Sonntag im Endspiel entweder auf Australien oder Gastgeber Neuseeland.

Die entscheidende Szene: Wales' Captain Sam Warburton foult seinen Gegenspieler und sieht dafür Rot.
Die entscheidende Szene: Wales' Captain Sam Warburton foult seinen Gegenspieler und sieht dafür Rot.
Keystone

Frankreich hat sich an der Rugby-WM in Neuseeland in den Final gezittert. Vor 58'629 Zuschauern im Eden Park in Auckland erwischte die Überraschungsmannschaft aus Wales im ersten WM-Duell mit Frankreich den besseren Start und ging früh durch einen Strafkick von James Hook 3:0 in Führung (7.). Dann aber verlor der WM-Dritte von 1987 zunächst den für den Defensivverbund zentralen Spieler Adam Jones wegen einer Knieverletzung (10.) und nur acht Minuten später folgte bereits der nächste Tiefschlag für die vierschrötigen Waliser.

Der walisische Teamcaptain Sam Warburton sah in der 18. Minute - anstatt einer durchaus möglichen Gelben - die rote Karte, nachdem er einen Gegenspieler mit einem rüden Tackling ausgehebelt und zu Boden geschleudert hatte. «Warburton ist kein brutaler Spieler. Warum verdirbt man einen WM-Halbfinal mit einer solchen roten Karte?», ärgerte sich Warren Gatland, der neuseeländische Nationaltrainer der Waliser, über den aus Irland stammenden Referee. Alain Rolland, dessen Vater Franzose ist, hatte allerdings nach Warburtons Foul ohne zu zögern die rote Karte gezückt. Es handelte sich erst um den 16. Platzverweis an einer WM überhaupt und um den zweiten im diesjährigen Turnier nach demjenigen gegen den Samoaner Paul Williams im Spiel gegen Südafrika.

Parra bei Strafkicks fehlerlos

Nach diesem Vorfall sorgte Morgan Parra mit drei verwandelten Strafkicks (21., 35. und 51. Minute) für die Wende zugunsten der Franzosen, die in der Verteidigung sehr aggressiv zur Sache gingen. Im Angriff allerdings lieferte der zweimalige WM-Zweite (1987 und 1999) ein enttäuschendes Spiel ab, mit fortlaufender Spieldauer schlich sich zudem eine gewisse Nonchalance ein. Wie hingegen die 14 verbliebenen Waliser nach der frühen Dezimierung und dem zwischenzeitlichen 3:9-Rückstand aufopferungsvoll und beherzt weiterkämpften, war beinahe als heroisch zu bezeichnen und hätte ihnen gar noch den erstmaligen Einzug in einen WM-Final einbringen können.

Nachdem Mike Phillips den einzigen Versuch des Spiels geschafft (59. ) und Wales auf 8:9 herangebracht hatte, verpasste Stephen Jones die Führung bei der fälligen Conversion (mittels Kick), die zwei Punkte eingebracht hätte. Zudem verfehlte Leigh Halfpenny vier Minuten vor Schluss das Tor bei einem Strafkick nur um wenige Zentimeter (76.). Mit diesem Erfolg glichen die von Marc Lièvremont trainierten Franzosen in den Direktbegegnungen mit Wales auf 43:43 Siege aus (bei drei Unentschieden).

si

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