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Schweizer Belz läuft auf 6. Platz

Christian Belz hat mit einem starken Resultat über 10'000 Meter die Leichtathletik- EM für das Schweizer Team lanciert.

Überrascht mit gutem Rang: Christian Belz nach seinem Lauf.
Überrascht mit gutem Rang: Christian Belz nach seinem Lauf.

Christian Belz wurde an den Europameisterschaften in Barcelona über 10'000 m in 28:54,01 Minuten ausgezeichneter Sechster. «Mein Ziel war es, mich selbst zu überraschen. Das ist mir gelungen», kommentierte Belz das ausgezeichnete Resultat.

Der bald 36-jährige Berner konterte bis zum achten Kilometer jede Tempoverschärfung. Dank seiner Erfahrung und etwas Wettkampfglück schloss er stets die Lücken. «Ich habe das Optimum herausgeholt, mehr gibt die Form nicht her», fügte der Schweizer Rekordhalter im 10'000-m- und Steeple-Lauf hinzu. «Zum Schluss zählte ich die Meter und nicht nur die Runden.» Als Sieger Mo Farah (Gb) nach 8 km nochmals aufs Tempo drückte, musste auch der Schweizer abreissen lassen.

Comeback geglückt

Mit seinem sechsten Rang zählt Belz zu den Gewinnern, vor vier Jahren in Göteborg galt er nach seinem 4. Rang noch als der grosse Verlierer im Schweizer Team. Bei den letzten Kontinental-Meisterschaften war er als Medaillenkandidat für seinen couragierten Lauf schlecht belohnt worden. Nun glückte ihm sein Comeback an internationalen Meisterschaften vollauf. Dabei hatte sich die Ausgangslage keineswegs vorteilhaft präsentiert. Sein Marathon- Abenteuer musste er abbrechen, danach war er mehrheitlich wegen Kniebeschwerden von Herbst 2007 bis Sommer 2009 weg vom Fenster.

Das positive Resultat wird Belz wichtige Schlüsse für die sportliche Zukunft geben. In welche Richtung es geht, wollte er zehn Minuten nach dem Rennen nicht sagen. Sein Resultat beflügelt bestimmt auch Viktor Röthlin, der diesen Sommer mit Belz im Engadin trainiert hatte.

Klüft mit besserem Zweiten

Ausgerechnet die frühere Siebenkampf-Dominatorin Carolina Klüft verdrängte um die Mittagszeit Irene Pusterla aus den Top 12 der Weitsprung-Qualifikation. Zwischen der weitengleichen Schwedin und der Schweizerin, die beide 6,62 m erreichten, entschied der zweitbeste Versuch. Klüft landete im dritten und letzten Umgang bei 6,51 m und überbot Irene Pusterlas Wert um vier Zentimeter. Die Schweizerin wurde 13.

Trotz des bitteren Ausscheidens sorgte die 22-jährige Tessinerin für einen gelungenen Auftakt der Schweizer Delegation beim Sechstages-Event auf dem Montjuic. Sie hielt dem Druck stand, den sie sich mit dem Schweizer Rekordsprung vor anderthalb Wochen auf 6,76 m auferlegt hatte, und erbrachte in der Mittagshitze von Spanien eine Leistung, die nicht vorausgesetzt werden durfte. Das Niveau war unerwartet hoch.

Pusterla wurde zu ihrem Leidwesen Leaderin in der ewigen Bestenliste der Nichtqualifizierten. In der 72-jährigen Geschichte von Frauenwettkämpfen an den EM war dies der weiteste Sprung, der nicht für einen Finaleinzug reichte. Zuvor hatten jeweils 6,54 m oder weniger genügt. «Die 6,62 Meter hier haben für mich einen höheren Stellenwert als der Schweizer Rekord», sagte die Psychologie-Studentin. Sie erbrachte beim Saisonhöhepunkt ihre Leistung. «Jetzt bin ich noch enttäuscht, aber bald wird die Freude überwiegen.» Auch Tatjana Kotowa (Russ), die Europameisterin von 2002, und Bianca Kappler (De) verpassten überraschend den Finaleinzug.

Schwacher Martinez

Die EM-Nomination von Dreispringer Alexander Martinez erwies sich als Fehlentscheid. Nach seiner Oberschenkelzerrung war der gebürtige Kubaner nicht mehr in Schuss gekommen und lieferte bereits an den Schweizer Meisterschaften in Lugano, wo seine Wettkampftauglichkeit überprüft wurde, einen schwachen Wettkampf ab. Mit den für eine EM bedenklichen 15,55 Metern blieb er massiv hinter seiner Saisonbestleistung von 16,71 zurück. Technisch brachte er nicht viel auf die Reihe und musste sich mit dem viertletzten Rang unter 28 Teilnehmern begnügen.

Am Mittwoch steht ein Schweizer Quartett im Einsatz. Der Zürcher Zehnkämpfer Simon Walter attackiert seine Bestleistung von 7820 Punkten. Stabhochspringerin Anna Katharina Schmid tritt mit einer Saisonbestleistung von 4,35 an. Mit etwas Glück schafft die Bernerin die Qualifikationshöhe von 4,40 m. Mehr liegt mit ihrem Anlauf von zwölf Schritten und einer Griffhöhe von 4 Metern nicht drin. Seinen ersten Auftritt an internationalen Meisterschaften gibt der 400-m-Hürdenläufer Fausto Santini (LC Zürich), der selbst mit der Verbesserung seiner Bestzeit von 51,05 kaum die nächste Runde erreichen wird. Am Abend zeigt sich Bergläuferin Martina Strähl über 25 flache Runden. Im Gegensatz zu den Uphill-Läufen ist die Solothurnerin mit ihrer Bestzeit von 33:11,21 einiges von der Spitze entfernt.

si/oku

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