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Schweizer Staffelfrauen sorgen für das Highlight

Usain Bolt begnügte sich in Zürich mit mässigen 9,90 Sekunden über 100 Meter. Die Schweizer 4x100-m-Frauen-Staffel egalisierte ihren nationalen Rekord.

Usain Bolt gewinnt wie erwartet über die 100 Meter. Aber er muss hart kämpfen.
Usain Bolt gewinnt wie erwartet über die 100 Meter. Aber er muss hart kämpfen.
Nicola Pitaro
Seine Zeit mit 9,90 Sekunden ist mässig. Es fehlt ihm an Explosivität.
Seine Zeit mit 9,90 Sekunden ist mässig. Es fehlt ihm an Explosivität.
Reto Oeschger
Eine Klasse für sich: Weltmeisterin Shelly-Ann Fraser-Pryce setzt sich über 200 Meter klar durch.
Eine Klasse für sich: Weltmeisterin Shelly-Ann Fraser-Pryce setzt sich über 200 Meter klar durch.
Reto Oeschger
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Usain Bolt blieb bei leichtem Gegenwind hinter den Erwartungen zurück. 9,90 Sekunden bei guten Sprintverhältnissen entsprechen nicht dem Potenzial des Superstars. Nach einem schwachen Start musste der achtfache Weltmeister sogar hart um den Sieg kämpfen. Erst am Schluss fing er mit seinen raumgreifenden Schritten noch Landsmann Nickel Ashmeade (9,94) und den Amerikaner Justin Gatlin (9,96) ab. Die Jahresweltbestzeit von Tyson Gay (USA) verfehlte Bolt um 15 Hundertstel.

«Es ist schon spät in der Saison», sagte Bolt. «Das Rennen war wirklich hart. Es zeigte, dass ich nicht in jener Form bin, in der ich sein sollte. Es war das schlechteste Rennen der Saison. Je mehr ich laufe, desto schlechter wird meine Reaktionszeit.» In der Tat war der sechsfache Olympiasieger in der Schweiz in der Königsdisziplin noch nie langsamer gewesen: Bei seinen Siegen 2008 und 2009 in Zürich erreichte Bolt 9,83 respektive 9,81 Sekunden, 2010 triumphierte er in Lausanne mit 9,82. Dabei waren die Bedingungen keineswegs schlecht, wenn auch nicht optimal. Vor dem Meeting hatte Bolt gesagt, dass er sich gut fühle und eine 9,7er-Zeit möglich sei.

Landsfrau Shelly-Ann Fraser-Pryce wurde ihrer Favoritenrolle am Diamond-League-Meeting in Zürich über 200 m gerecht. Die Weltmeisterin siegt überlegen in 22,40. Sie blieb damit 27 Hundertstelsekunden über ihrer eigenen Jahresweltbestleistung. Zweite hinter der Jamaikanerin, die den Diamanten für das gewonnene Diamond Race über die halbe Bahnrunde erhielt, wurde Murielle Ahouré (22,66) aus der Elfenbeinküste.

Packendes äthiopisches Duell

Das mit Spannung erwartete Rennen über 5000 m gewann Meseret Defar. Sie behielt gegenüber Tirunesh Dibaba am Ende relativ deutlich die Oberhand. Defar bewies im Duell der derzeit besten beiden Langstrecken-Läuferinnen auf den letzten 200 m das bessere Stehvermögen und siegte in 14:32,83 Minuten. Damit sicherte sie sich gleichzeitig den Sieg im Diamond Race. Die 5000-m-Weltmeisterin Defar und ihre äthiopische Landsfrau Dibaba, die fünffache WM-Goldmedaillengewinnerin über 10'000 m, trafen in Zürich erstmals seit den Olympischen Spielen in London aufeinander. Im Direktvergleich der beiden über 5000 m steht es nun 12:12.

Im Hochsprung der Männer brach Bogdan Bondarenko den Angriff auf die Weltrekordmarke (2,46 m) nach dem ersten Versuch ab. Zuvor hatte er beim ersten Versuch 2,33 übersprungen, womit er den Wettkampf vor dem Griechen Konstantinos Baniotis und dem Katari Mutaz Essa Barshim gewann. Auch der Diamant für den Sieg in der Disziplinenwertung ging an den Weltmeister aus der Ukraine.

Prestigeerfolg für US-Weltmeister

Über 400 m Hürden behielt die Tschechin Zuzana Hejnova ihre weisse Weste. Die Weltmeisterin setzte sich erwartungsgemäss auch im Letzigrund durch (vor Kaliese Spencer/Jam) und gewann damit alle sieben Rennen im Rahmen der diesjährigen Diamond League.

Ihre WM-Titel von Moskau bestätigten auch die beiden Amerikaner David Oliver über 110 m Hürden und LaShawn Merritt über 400 m. Oliver siegte in 13,12 Sekunden deutlich vor seinen Landsleuten Ryan Wilson (13,24) und Jason Richardson (13,26). Oliver, der zum zweiten Mal in seiner Karriere das Diamond Race für sich entschied, sprach von der «besten Saison» seiner Karriere. Merritt hielt über die Bahnrunde den 20-jährigen Kirani James aus Grenada, 2011 der jüngste Weltmeister aller Zeiten über 400 m und 2012 Olympiasieger, in Schach und siegte in 44,13 Sekunden.

Schöner Abschluss der Frauen-Staffel

Die Schweizer 4x100-m-Staffel der Frauen egalisierte im prall gefüllten Letzigrund den Schweizer Rekord. Wie an der WM in Moskau wurde das Quartett in 43,21 Sekunden gestoppt. Das Quartett mit Mujinga Kambundji, Marisa Lavanchy, Ellen und Lea Sprunger untermauerte damit die in dieser Saison erzielten Fortschritte. Schon beim letzten Heim-Meeting in Lausanne waren die vier Frauen Landesrekord gelaufen. Sie seien nach der WM zwar müde gewesen, aber das Publikum im ausverkauften Letzigrund habe sie nochmals nach vorne getrieben, so Ellen Sprunger.

Nicole Büchler konnte ihren eigenen Schweizer Rekord derweil nicht verbessern. Die Berner Stabhochspringerin scheitert dreimal bei 4,62 m. Die Höhe von 4,52 m meisterte Büchler im zweiten Versuch. Ihren gültigen Landesrekord hatte die Seeländerin Mitte Juli bei Spitzenleichtathletik Luzern mit 4,61 m aufgestellt. Anna Katharina Schmid kam gar nicht auf Touren und übersprang im dritten Versuch lediglich 4,32.

Eine persönliche Bestleistung gelang über 800 m der Toggenburgerin Selina Büchel. Die 22-Jährige, die in Zürich erstmals im Hauptprogramm antreten durfte, wurde in 2:01,99 gestoppt. Im Vorprogramm setzte sich Lea Sprunger über 200 m mit persönlicher Saisonbestleistung (23,31) durch.

Hier geht es zu den Resultaten von Weltklasse Zürich.

si/fal

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