Stefan Küngs Exploit bleibt aus

Der Schweizer hoffte beim WM-Rennen der Zeitfahrer auf ein Topresultat, am Ende blieb ihm Platz 10.

Leiden für den Top-10-Platz: Stefan Küng beim WM-Zeitfahren in England.

Leiden für den Top-10-Platz: Stefan Küng beim WM-Zeitfahren in England.

(Bild: Keystone Manu Fernandez)

Noch nie war Stefan Küng in einem WM-Zeitfahren in die Nähe des Podests gefahren, auch ein Top-10-Platz war bislang ausser Reichweite gelegen. Letzteres erreichte der 25-jährige Thurgauer nun in Yorkshire im Norden Englands mit Rang 10. Aufs Podest fehlten ihm am Ende knapp 52 Sekunden, auf die Siegerzeit verlor er 2:46 Minuten.

Doch insgeheim hatte sich Küng auch diesmal mehr erhofft gehabt als «bloss» Rang 10. Die Form stimmte: Das Eintagesrennen Tour du Doubs in Frankreich hatte er im September genauso gewonnen gehabt wie das Zeitfahren der Slowakei-Rundfahrt, die er auf dem Podest als Dritter beendet hatte.

Von der besten Verfassung der bisherigen Saison hatte Küng gesprochen vor dem WM-Zeitfahren in England, auf das er die ganze Saison-Vorbereitung ausgerichtet hatte.

Darum zeigte sich der Schweizer trotz persönlich bestem WM-Ergebnis nicht wirklich zufrieden, wie er im Interview mit SRF verriet: «Eigentlich zeigte ich ein gutes Zeifahren. Ich dachte, ich sei gut unterwegs, fand von Anfang an in einen guten Rhythmus, den ich durchziehen konnte. Ich meinte darum, weiter vorne klassiert zu sein.» Als Erklärung für Rang 10 fand Küng dies: «Die anderen waren stärker – das Niveau ist sehr hoch, doch das ist keine neue Erkenntnis.»

Schon wieder Rohan Dennis

Es triumphierte Titelverteidiger Rohan Dennis, Zweiter wurde Remco Evenepoel aus Belgien vor Filippo Ganna aus Italien. Der alte und neue Champion fuhr überragend. Dabei war der Australier seit dem 18. Juli kein Rennen mehr gefahren, nachdem er bei der Tour im Streit mit seinem Bahrein-Merida-Team während der Etappe einfach vom Rad gestiegen war. Seitdem haben die Anwälte in dem Fall das Sagen, über eine Auflösung des bis 2020 laufenden Vertrages konnten sich die beiden Seiten bislang nicht einigen. In Yorkshire durfte Dennis auch nicht mit einer Rennmaschine seines Teams starten.

Eine starke Vorstellung lieferte auch Youngster Evenepoel ab. «Mit 19 so eine Leistung zu bringen, ist unglaublich. Wahrscheinlich haben wir da den neuen Eddy Merckx», lobte ihn der neuntklassierte Deutsche Wahl-Schweizer Martin. Im Sommer hatte Evenepoel bereits die stark besetzte Clasica San Sebastian gewonnen und war bei der Deutschland-Tour mit einer furiosen Attacke 100 Kilometer an der Spitze gefahren. Nicht wenige Experten trauen dem Youngster zu, dass er die Radsport-Szene schon bald dominieren wird.

Rangliste: 1. Rohan Dennis (Australien) 1:05:05,35 Std.; 2. Remco Evenepoel (Belgien) +1:08,93 Min.; 3. Filippo Ganna (Italien) +1:55,00; 4. Patrick Bevin (Neuseeland) +1:57,16; 5. Alex Dowsett (Grossbritannien) +2:01,77; 6. Lawson Craddock (USA) +2:07,27; 7. Tanel Kangert (Estland) +2:07,60; 8. Nelson Oliveira (Portugal) +2:09,80; 9. Tony Martin (Kreuzlingen/Schweiz) +2:27,14; 10. Stefan Küng (Schweiz) +2:46,66; ... 22. Nils Politt (Hürth) +4:10,20

red/dpa

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