Steigerungslauf fortsetzen

Floorball Köniz versucht im Champions Cup einen Coup zu landen.

Floorball Köniz hatte zuletzt wieder viel zu jubeln. Foto: Marcel Bieri

Floorball Köniz hatte zuletzt wieder viel zu jubeln. Foto: Marcel Bieri

Adrian Lüpold

Heinz Zaugg ist einer der Macher des Frühlingsmärchens von Floorball Köniz, das im letzten April im ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte gipfelte. Nach dem historischen Triumph oblag Sportchef Zaugg im Sommer die schwierige Aufgabe, diverse Posten im Erfolgskonstrukt neu zu besetzen. Als Coach verpflichtete er nach dem Rücktritt von Meistertrainer und Kultfigur René Berliat den Finnen Jyri Korsman.

Aber auch verdienstvolle Akteure wie Captain und Integrationsfigur Kaspar Schmocker, Tormaschine Manuel Maurer oder die beiden schwedischen Topspieler Hampus Dargren und Jesper Johansson mussten adäquat ersetzt werden. Nach etwas mehr als der Hälfte der Qualifikation lässt sich festhalten: Sportchef Zaugg hat seine Hausaufgaben gut gelöst. Köniz steht in der Nationalliga A nach einem durchzogenen Saisonstart bereits wieder auf Rang drei, wobei die Equipe zuletzt fast wöchentlich Fortschritte zu erzielen schien.

«Unsere Saison ist bis jetzt eine Art Steigerungslauf. Nachdem der Start durchaus kritisch gewesen war, haben wir zuletzt einen Schritt nach vorne getätigt, konnten uns gut entwickeln. Die Ideen von Trainer Korsman, der im Team sehr gut ankommt, werden immer besser auf dem Spielfeld umgesetzt», sagt Sportchef Zaugg, der das Könizer Puzzle neu zusammensetzen musste.

Knacknuss Classic Tampere

Im schwedischen Gävle bekommen die Vorstädter am Donnerstag und Freitag die Möglichkeit, ihre aufsteigende Form auf dem grössten möglichen Parkett unter Beweis zu stellen – sie spielen im Rahmen des Champions Cup um die europäische Krone. Dabei wurde der Champions Cup auf diese Saison hin entschlackt. Nur noch die Meister der vier grössten und wichtigsten Ligen (Schweden, Finnland, Tschechien, Schweiz) nehmen teil.

Los geht es gleich mit den Halbfinals, wobei die Könizer am Donnerstag (13 Uhr) mit dem finnischen Champion Classic Tampere eine echte Knacknuss vorgesetzt bekommen. Im anderen Halbfinal duellieren sich Storvreta aus Schweden und Mlada Boleslav aus Tschechien. Der Könizer Kontrahent Classic Tampere dominiert die Liga des Weltmeisters seit Jahren fast schon nach Belieben, holte zuletzt dreimal in Serie in souveräner Manier den Titel.

Im Kader der Finnen figurieren nicht weniger als zwölf Nationalspieler. Die Nordeuropäer haben sich den Gewinn des Champions Cup in dieser Spielzeit als grosses Ziel auf ihre Fahnen geschrieben. «Der Champions Cup ist ein absoluter Höhepunkt für unsere Mannschaft, wir haben zuletzt in den Trainings auch spezifisch auf die Partie gegen Classic hingearbeitet?», erklärt Sportchef Zaugg, der zu grosse Erwartungen an seine Equipe aber sogleich dämpft: «Classic ist eine Weltklassemannschaft. Wir können das gut einordnen und wissen, dass wir als Aussenseiter ins Spiel steigen werden. Wir wollen uns aber natürlich möglichst gut verkaufen», sagt Zaugg.

Alles möglich in einem Spiel

Die Reise nach Schweden soll den vielen jungen Spielern auch als wertvolle Erfahrung für den weiteren Karriereverlauf dienen. Die meisten von ihnen kennen Kräftemessen mit der europäischen Elite höchstens aus Freundschaftsspielen. «Jeder Spieler von uns kann von so einer Erfahrung nur profitieren und daran wachsen. Es ist eine grosse Sache, auch für den Verein, immerhin repräsentieren wir das Schweizer Unihockey», meint Zaugg.

Der Sportchef weiss auch um die Unberechenbarkeit des Sports und die Tatsache, dass sich Favoriten mitunter schwertun. «In einem Spiel ist immer etwas auszurichten», sagt Zaugg hoffnungsvoll. Sollte den Könizern gegen den finnischen Favoriten der grosse Coup tatsächlich gelingen, stünde bereits am Freitag der Final auf dem Programm. Im Fall einer Niederlage darf das Ensemble von Coach Korsman immerhin noch um Rang drei spielen.

Berner Zeitung

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