Basketballer rassistisch beleidigt – Clubs und Liga reagieren

Konstantin Konga hört während eines Bundesliga-Spiels Affenlaute und weist im Netz auf den Vorfall hin. Daraufhin wird der fehlbare Fan bestraft.

Lässt sich wegen seines Namens nicht diffamieren: Konstantin Konga muss sich während eines Bundesliga-Spiels Affenlaute anhören und antwortet mit klaren Worten auf Instagram darauf.

Lässt sich wegen seines Namens nicht diffamieren: Konstantin Konga muss sich während eines Bundesliga-Spiels Affenlaute anhören und antwortet mit klaren Worten auf Instagram darauf.

Basketball-Bundesligist Syntainics MBC Weissenfels hat einen seiner Anhänger nach einem rassistischen Vorfall mit Hallenverbot belegt. Während der Partie gegen Ludwigsburg (87:89) am Mittwochabend wurde Gästespieler Konstantin Konga zu Beginn des letzten Viertels mit Affenlauten verunglimpft. «Ich habe den Schiedsrichter sofort darauf hingewiesen, da es nicht zu überhören war. Ich bin schockiert und traurig, dass so etwas in der Bundesliga passiert», schrieb Konga auf Instagram und machte den Vorfall so öffentlich. Konga ist hellhäutig und hatte bis im Sommer noch Klein geheissen, ehe er heiratete und den afrikanischen Nachnamen seiner Ehefrau Isa annahm.

Im Netz ging der dreifache Nationalspieler mit deutlichen Worten auf die Vorkommnisse ein: «Das Problem an den Affengeräuschen ist, dass es explizit genommen wird für schwarze Menschen oder jetzt anscheinend auch für Menschen, die einen afrikanischen Nachnamen haben.» Weiter schrieb der Ludwigsburg-Captain: «Ich weiss, dass ich als weisse Person per Definition nicht von Rassismus betroffen sein kann. Ich möchte aber auf das hier in Deutschland bestehende Rassismusproblem hinweisen. Ich sehe es als Pflicht, solidarisch schwarzen Sportlern und Sportlerinnen gegenüber zu stehen und dieses Thema hier an die Öffentlichkeit zu tragen.»

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Die Basketball-Bundesliga reagierte prompt auf Kongas Instagram-Post. «Wir ermitteln nun in dem Fall und sprechen mit den Beteiligten», teilte sie mit. «Eines steht aber schon jetzt fest: Rassismus, Fremdenhass, Vorurteile und Ausgrenzung haben keinen Platz in unserer Liga! Wir stehen ein für ein friedliches und respektvolles Miteinander sowie Weltoffenheit.»

Der MBC reagierte umgehend und entschuldigte sich beim 28-jährigen Konga. «So etwas hat in einer Halle noch sonst wo etwas zu suchen. Ganz klar sprechen wir uns mit aller Deutlichkeit gegen jede offene oder verdeckte Form von Rassismus aus und distanzieren uns klar davon», sagte Manager Martin Geissler. Man habe die entsprechende Person bereits identifiziert und mit einem Hallenverbot bis zum Jahresende belegt. Vom Schiedsrichter war der MBC nicht über den Vorfall informiert worden.

dpa/ddu

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