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Stucki dritter Berner Sieger

Christian Stucki gewinnt das Innerschweizer Verbandsschwingfest und schliesst eine weitere Lücke in seinem Palmarès. Für Matthias Sempach verläuft das Comeback sehr enttäuschend.

Im Schlussgang gegen Joel Wicki agierte Christian Stucki passiver als in den Gängen zuvor.
Im Schlussgang gegen Joel Wicki agierte Christian Stucki passiver als in den Gängen zuvor.
Keystone

Er war am Ende seiner Kräfte, aber nicht am Ende seines Traums. Christian Stucki musste im Schlussgang des Innerschweizer Verbandsfests in Ruswil die letzten Reserven mobilisieren, um das Kraftpaket Joel Wicki in Schach zu halten. Nach zwölf ­Minuten hatte er alle Angriffe des ­Luzerners überstanden und mit dem gestellten Schlussgang einen seiner bedeutendsten Erfolge neben dem Kilchberger 2008 und dem Unspunnen 2017 geschafft. Doch bevor er auch als Tagessieger jubeln durfte, musste sich der Lysser einen Moment gedulden.

Da Wicki mit einer Viertelnote höher bewertet wurde und mit Christian Schuler ein zweiter Innerschweizer punktemässig vorne aufschloss, war unklar, wer aus diesem Trio zum Sieger 1a bestimmt wird. Augenblicke später war Stucki erlöst: Dank des besten Notenblatts und einer Maximalnote mehr als die beiden Konkurrenten fiel die Wahl auf ihn.«Ich bin groggy, aber sehr glücklich», strahlte Stucki.

Er ist nach Fritz Uhlmann 1968 und Ruedi Hunsperger erst der dritte Berner, der in der Innerschweiz triumphiert. Mit seinen ersten fünf Gängen sei er «sehr zufrieden», sagte er. Im Schlussgang ­habe er sich dann «passiv verhalten», weil ein Gestellter gegen Wicki sicher für Platz 1 reichte.

Im eindrucksvollen Palmarès von Stucki fehlen jetzt neben dem Königstitel nur noch die Siege auf der Schwägalp und beim Nordostschweizerischen. Alle anderen bedeutenden Feste hat der inzwischen 41-fache Kranzfestsieger mindestens einmal gewonnen. Auf die Frage, ob er auch diese ­Lücken noch schliessen werde, antwortete er so kurz, wie der 33-Jährige mit den meisten seiner Gegner an diesem Fest im Sägemehl verfahren war: «Ich hoffe es.»

Sempach mit Rang 15c

In einer ganz anderen Gefühlswelt als Stucki befand sich bereits früher am Nachmittag ein anderer aus dem Berner Gästetrio. Als Matthias Sempach nach dem fünften Gang die Arena verliess, bedankte sich ein Fan bei ihm für «die stets attraktive Art des Schwingens». Der Schwinger­könig stoppte kurz und gab dem Mann die Hand, doch ein Aufsteller war das Lob in diesem Moment nicht.

Der 32-Jährige wirkte gedankenversunken, die Enttäuschung war ihm anzusehen. «Ich weiss nicht, wie lange es her ist, seit ich nach einem 5. Gang keine Chance mehr auf den Kranz hatte», sagte Sempach auf dem Weg in die Kabine. Diese Auszeichnung hatte er beim Comeback angestrebt, doch mit nur zwei Siegen aus fünf Duellen hatte er sich schon zu viel Rückstand eingehandelt. Der vierte sieglose Gang bedeutete schliesslich den ungewohnten Schlussrang 15c für den Schwingerkönig 2013 und Kilchberger Sieger 2014.

Die Feststellung, dass er sich ausser gegen Wicki mit mehrheitlich passiven Innerschweizern auseinandersetzen musste, liess Sempach nicht als Entschuldigung gelten. «Das ist einfach so an einem Teilverbandsfest, das habe ich gewusst.» Deshalb hätte er sich gewünscht, bessere Lösungen zu finden.

Erster Kranz für Gnägi

Doch weder gegen Alex Schuler (3. Gang) noch gegen Werner Suppiger (5. Gang) gelang ihm dies. Weniger Mühe machte es ihm, die Niederlage im Anschwingen zu akzeptieren. Normalerweise könne er sich aus einer solchen Situation am Boden befreien, doch Wicki habe das «brutal gut» gemacht und ihn auf den Rücken gelegt.

Auf den Rest der Saison an­gesprochen, wollte sich der 36-fache Kranzfestsieger nicht konkret äussern. «Im Training fühle ich mich sehr gut», sagte er, «doch nun brauche ich Wettkämpfe, das wird mich weiterbringen.» Doch dafür muss sein Körper wieder mitmachen. Und das tat er am Sonntag beim Comeback: «Ich konnte ohne Probleme schwingen.» Für einen Schwinger, der sich zuletzt sechs Wochen mit Bandscheibenproblemen her­um­plagte, war dies eine nicht unbedeutende Erkenntnis.

Florian Gnägi, der dritte Berner, blieb ohne Niederlage, gewann aber nur die Hälfte seiner Gänge. Doch das reichte dem Seeländer dank guter Noten hauchdünn zum ersten Kranz am Innerschweizerischen.

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