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Trainer-Tausendsassa, Topspieler und Teamgeist

Am Donnerstag trifft die Schweiz in ihrem Eröffnungsspiel an der Weltmeisterschaft auf Gastgeber Bahamas. Trainer Angelo Schirinzi setzt neben zwei Topspielern auf den Teamgeist.

Unermüdlicher Antreiber: Nationaltrainer Angelo Schirinzi.
Unermüdlicher Antreiber: Nationaltrainer Angelo Schirinzi.
zvg

Die Losfee flirtete mit der Schweiz. Der Fahrplan ins Glück an der morgen beginnenden WM auf den Bahamas sieht für die ­Beachsoccerauswahl ungefähr so aus: Zunächst Siege gegen die Aussenseiter Bahamas und Ecuador, was zum Erreichen der Viertelfinals genügen sollte.

Auch im dritten Gruppenspiel gegen die zähen Athleten aus Senegal sind die Sandgenossen leicht favorisiert. Im Viertelfinal würde auf den Weltranglistensechsten wohl ein 50:50-Duell mit Italien (Rang 4) oder dem Iran (Rang 5) warten – bei einem Sieg stünde man am 6./7. Mai im Finalwochenende der vier stärksten Mannschaften.

Ott und Stankovic als Trümpfe

Swiss-Beachsoccer-CEO Reto Wenger spricht davon, dass es ein Ziel sei, am letzten Turniertag im grossen oder kleinen Final dabei zu sein, spätestens dann steigt das Schweizer Fernsehen mit WM-Liveübertragungen ein.

Nationaltrainer Angelo Schirinzi schmunzelt, wenn er diese Rechnung hört. «Das tönt schön, aber wir müssen Spiel für Spiel konzentriert in Angriff nehmen, sonst ist das Turnier schneller vorbei, als uns lieb sein kann», sagt er.

Der 44-Jährige ist ein Pionier seines Sports, er kennt die Beachsoccerwelt ausgezeichnet, weil er seit vielen Jahren auf allen Kontinenten als Ausbildungs­coach arbeitet. «Viele andere Länder haben allein aus klima­tischen Gründen deutlich bessere Voraussetzungen als wir», sagt Schirinzi. «Wir trainieren am Abend in Basel, die Spieler stehen vorher genervt im Stau, mal kann der Rechtsanwalt nicht freinehmen, mal muss der Apotheker länger an der Kasse stehen.»

«Viele andere Länder haben allein aus klima­tischen Gründen deutlich bessere Voraussetzungen als wir.»

Angelo Schirinzi

Trotz diesen Schwierigkeiten hat die Schweiz seit Jahren eine erfolgreiche Nationalmannschaft, die sich in den Top 6 bis 8 der Weltrangliste hält. Und besitzt mit den Stürmern Noel Ott und Dejan Stankovic zwei Ausnahmekönner, die nicht nur laut Schirinzi zu den 10 besten Spielern der Welt gehören – vielleicht sogar zu den Top 5.

Das Gefälle in der Auswahl aber ist gross, was die Schweiz mit starkem Teamgeist wettmachen will. «Die Stimmung ist besser als vor zwei oder vier Jahren», sagt Schirinzi, der «Diven und Egoisten» aussortiert hat.

Schirinzis weltweite Arbeit

Angelo Schirinzi hat die Schweiz 2009 in Dubai in den WM-Final gegen Brasilien geführt. Er arbeitete später nebenbei unter anderem für Tahiti, das an der Heim-WM 2013 den Halbfinal und an der letzten WM sogar den Final erreichte. Schirinzi macht also die helvetischen Gegner besser, auch beim WM-Gastgeber Bahamas ist er ein gern gesehener Trainer.

«Klar gibt es Leute, die mein Engagement als Entwicklungshelfer kritisch sehen», sagt der Basler, «doch ich bin überzeugt, dass es für unsere Sportart ein Vorteil ist, wenn möglichst viele Nationen aus allen Kontinenten ein hohes Niveau aufweisen.»

«Ich bin überzeugt, dass es ein Vorteil ist, wenn möglichst viele Nationen aus allen Kontinenten ein hohes Niveau aufweisen.»

Angelo Schirinzi

In Portugal, Brasilien oder Tahiti sind die besten Profis popu­läre Sportler. Und in Ländern wie dem Iran, wo man mit 1000 Franken im Monat wie ein König lebt, dürfen Dutzende junge Männer das ganze Jahr Beachsoccer spielen. «Das sind Profis», sagt Schirinzi, «die bereit für den nächsten Schritt sind. Nur wir treten auf den Bahamas mit Amateuren an.»

Schweizer sind kreativ

Die Schweiz kann mit den anderen Topnationen mithalten, weil sich die Auswahl das ganze Jahr trifft, vier bis fünf Trainings in der Woche stehen neben dem Job auf der Agenda. «Die Spieler bringen viel Idealismus mit», sagt Schirinzi. «Zudem spielt der Stamm der Auswahl schon lange zusammen. Und wir erfinden uns im taktischen Bereich regelmässig neu, probieren innovative Spielsysteme aus, sind bei Standardsituationen kreativ.»

Topfavorit auf den WM-Titel ist Brasilien, auch im Sand Rekordweltmeister und traditionsreichstes Strandfussballland. Ein Treffen mit der Seleção ist im Schweizer WM-Fahrplan ins Glück wie 2009 erst im Final vorgesehen – falls beide Länder ihre Gruppen gewinnen. Und nachdem die Schweiz im Halbfinal den Titelverteidiger Portugal ausgeschaltet hätte.

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