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Viele Probleme und eine Heldentat

Wacker schlägt Gossau auch auswärts (26:22). Den Thunern fehlt ein Sieg zum Einzug in den Playoff-Halbfinal. Aufbauer Lukas von Deschwanden leistet in der Ostschweiz Heroisches.

Gelitten: Thomas Lanz (am Ball) wird attackiert.
Gelitten: Thomas Lanz (am Ball) wird attackiert.
Benjamin Manser

Muss man umdenken? Als die Grossclubs Wacker Thun und Kadetten Schaffhausen 2012 und 2013 jeweils in der kleinen Halle Buechenwald in Gossau um den Supercup spielten, behaupteten böse Zungen, der Schweizerische Handballverband habe die St. Galler bloss deswegen mit der Ausrichtung der Veranstaltung betraut, damit auch sie mal einen Pokal zu Gesicht bekämen.

2018 sind die verblüffenden Ostschweizer unverändert im Oberhaus engagiert, ihre Bleibe ist trotz Aufwertung noch immer klein, und sie nehmen gar am Playoff teil, womit sie zumindest theoretisch um den wichtigsten Titel überhaupt spielen. Und nun liegen sie in der zweiten Begegnung in der über maximal fünf Partien gehenden Viertelfinalserie mit 14:10 Toren vorn gegen Wacker, das bereits im Heimspiel zur Pause in Rückstand war.

Martin Rubin jedenfalls denkt um. Der Coach der Thuner stellt in der zweiten Hälfte Lukas von Deschwanden auf, seinen sichtbar angeschlagenen Schlüsselakteur. Der Urner Aufbauer hinkt, und als er sich 17 Minuten später wieder hinsetzen sollte, wird er sich mit schmerzverzerrtem Gesicht das rechte Knie halten.

In der Zwischenzeit hat der künftige Bundesligaprofi die Wende eingeleitet. 6 Tore erzielt der in den Schlusssekunden wieder auf dem Platz stehende Innerschweizer, obwohl er während nicht mal einem Drittel Spieldauer eingesetzt wird. Dass die Gäste die Partie trotz miserabler Darbietung im ersten Umgang für sich entscheiden, ist primär das Verdienst des Teilzeithelden aus Altdorf.

Vor dem Halbfinaleinzug

Mit 26:22 Treffern setzen sich die Berner Oberländer durch. Die Entscheidung fällt in der Endphase, als der Favorit auf den Meistertitel die Nerven bewahrt und die Differenz schafft. Dank dem zweiten Erfolg im zweiten Vergleich mit den St. Gallern steht der Finalrundensieger vor dem Einzug in den Halbfinal. Match 3 folgt nach der Länderspielpause: am Mittwoch, 11. April, um 20.15 Uhr in der Lachenhalle, Mysports wird übertragen.

Rubins Mannschaft mag in der Ostschweiz die erforderliche Steigerung nach der Pause gelungen sein. Überzeugt aber hat sie nicht. Aus der Rückraummitte und von den Rechtsaufbauern kam zu wenig Druck, Kreisläufer Reto Friedli wartete sehr oft umsonst darauf, angespielt zu werden, und das Fehlen von Co-Abwehrchef Stefan Huwyler konnte zumindest in der ersten Hälfte nicht kompensiert werden.

Nach der Pause verteidigte Viktor Glatthard im Innenblock an der Seite Roman Caspars; der Brienzer brachte abermals Elan und Aggressivität in die Deckung. Einen guten Auftritt legten auch der ausnahmslos erfolgreiche Sven Krainer sowie Flavio Wick hin, der Schlussmann in Umgang zwei. Matchwinner aber war zweifelsfrei von Deschwanden, ohne den Wacker gestern wohl als Verlierer vom Platz gegangen ­wäre.

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