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«Vielleicht watschle ich dann wie ein Pinguin»

Die russische Stabhochsprung-Weltmeisterin Jelena Isinbajewa über Schwangerschaft, Kuchen, Zürich, Olympia und ihre Zukunftspläne.

Seht her, ich habe es geschafft: Jelena Isinbajewa zeigt, dass sie noch immer die Nummer 1 ist.
Seht her, ich habe es geschafft: Jelena Isinbajewa zeigt, dass sie noch immer die Nummer 1 ist.
Keystone
Sei umarmt, Maskottchen: Isinbajewa könnte in der Stunde des Triumphs die ganze Welt in die Arme schliessen.
Sei umarmt, Maskottchen: Isinbajewa könnte in der Stunde des Triumphs die ganze Welt in die Arme schliessen.
Keystone
Auch beim Jubeln athletisch: Ein überschwänglicher Überschlag der Weltmeisterin.
Auch beim Jubeln athletisch: Ein überschwänglicher Überschlag der Weltmeisterin.
Keystone
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Am Dienstagabend krönte Jelena Isinbajewa ihre Karriere mit dem dritten WM-Gold. Für die 31-Jährige war es ein ganz besonderer Erfolg, nicht nur weil sie erstmals seit den Olympischen Spielen 2008 wieder bei einem Grossanlass unter freiem Himmel triumphierte, sondern auch, weil sie ihrer Heim-WM in Moskau endlich das dringend benötigte Highlight bescherte. An der Pressekonferenz nach dem Goldsprung über 4,89 Meter stand Isinbajewa den Reportern aus aller Welt bestens gelaunt Rede und Antwort.

Jelena Isinbajewa, beenden Sie Ihre Karriere? Für den Moment noch nicht. Ich lege zunächst nur eine Pause ein, um im kommenden Jahr ein Baby zu bekommen. Dann werde ich versuchen, für die Olympischen Spiele in Rio zurückzukehren. Wenn es nach der Schwangerschaft nicht mehr gehen sollte, würde ich abtreten.

Die Zuschauer standen geschlossen hinter Ihnen. Wie haben Sie die Atmosphäre empfunden, als Sie mit dem Sieg im Gepäck zum Schluss noch einen Weltrekordversuch wagten? In der Heimat möchte man etwas zeigen. Aus dem Gewinn der Goldmedaille habe ich Energie gezogen und wollte allen, die mich unterstützt hatten, eine weitere Freude machen. Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg, mein 29. Weltrekord kommt vielleicht später noch.

Werden Sie in diesem Jahr weitere Rekordversuche unternehmen? Mir bleiben nur noch zwei Gelegenheiten, Stockholm und Zürich. Wir werden sehen, ob ich die Saison nach diesem Sieg fortsetzen kann. Wenn ja, werde ich es tun. Wenn nein, halt nicht.

Auch viele Ukrainer haben Sie unterstützt. Diese Leute kommen aus dem Land der Stabhochsprunglegende Sergei Bubka. Welche Rolle hat er in Ihrer Karriere gespielt? Ja, es ging nicht um Russland oder die Ukrainer. Wir sind Slawen und damit Brüder und Schwestern. Ich bin für diese Unterstützung sehr dankbar. Bubka hat gezeigt, was in unserem Sport möglich ist, wenn man hart arbeitet und an sich glaubt.

Wie haben Sie die schwierigen letzten Jahre erlebt? Ich habe selbst nicht mehr an mich geglaubt, und manchmal war ich regelrecht verzweifelt. Meine Technik funktionierte nicht mehr, bis ich wieder mit meinem alten Trainer Jewgeni Trofimow zusammenspannte und er mir den Glauben zurückbrachte. Ich möchte der ganzen Welt mitteilen, dass Jewgeni eine Schlüsselrolle spielte. Er hat mich nie zu etwas gezwungen und mir immer gesagt, ich könne auch aufhören, wenn ich nicht mehr wolle.

Sie sind Bürgermeisterin des Olympiadorfs der Winterspiele von Sotschi 2014... Dieses Amt werde ich vielleicht schon schwanger ausüben und wie ein Pinguin watscheln. Vielleicht sollte ich in diesem Fall auch tanzen. Auf jeden Fall werde ich meine Rolle spielen.

Wird Ihnen der Sport während Ihrer Pause nicht fehlen? Ich kann mir ein Leben ohne Sport nicht vorstellen. Ich blicke auf grosse Siege und eine Menge Arbeit zurück. Aber ich bin noch nicht verheiratet und möchte nun eine Frau werden. Es wird lustig sein, ein einfaches Leben zu führen, mit Kartoffeln und Kuchen.

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