Wiler-Ersigens Serie gerissen

Nach zwölf Siegen in Folge muss Wiler-Ersigen gegen die Langnauer Tigers wieder einmal als Verlierer vom Feld. Der Umbruch beim Serienmeister scheint dennoch gelungen – auch dank einer ganzen Fraktion junger Ostschweizer.

Im Emmentaler Derby unterlegen: Dominik Alder (rechts), Ostschweizer in Diensten Wiler-Ersigens, versucht Tigers-Spieler Thomas Gfeller zu stören.

Im Emmentaler Derby unterlegen: Dominik Alder (rechts), Ostschweizer in Diensten Wiler-Ersigens, versucht Tigers-Spieler Thomas Gfeller zu stören.

(Bild: Andreas Blatter)

Als am Sonntagnachmittag im Emmentaler Derby der erste Ball gespielt wird, dürften die Fans von Wiler-Ersigen siegessicher sein. Die letzte Niederlage ihres Klubs liegt zu dem Zeitpunkt weit zurück.

Am ersten Spieltag im September unterlag die Equipe von Trainer Thomas Berger einem starken Floorball Köniz. Der Serienmeister konnte seither aber sämtliche Spiele für sich entscheiden, liegt in der Tabelle folglich an erster Stelle. Selbst in engen Spielen behielten die Unteremmentaler stets die Oberhand. Der jüngste Beleg dafür: Am Samstag war Vizemeister Malans in Kirchberg zu Gast, der amtierende Champion Wiler-Ersigen gewann mit 3:2.

Playoff-Test

Am darauf folgenden Tag trifft der Meister auf die zweitplatzierten Tigers Langnau. Das Spitzenspiel dient gleichzeitig als TV-Testevent für die kommenden Playoffs. In der Espace-Arena in Biglen wurde dafür ein linien­loser Hallenboden, Lichtinstallationen sowie LED-Banden montiert. Das Geschehen auf dem ungewohnten Untergrund verläuft dann auch in Playoff-Manier. ­Wiler-Jungspund Dominik Alder sollte später zusammenfassen: «Es war sehr hart umkämpft, wie immer gegen die Tigers.» In der Tat gibt es in den sechzig Minuten viele hart geführte Zweikämpfe.

Im Kader Wiler-Ersigens ist Alder einer von insgesamt fünf Ostschweizern. Neben Nationalspieler Nicola Bischofberger stammen Claudio Mutter, Andrin Hollenstein und Marco Louis ebenfalls aus dem Osten des ­Landes. Alder ist erst in diesem Sommer von seinem Stammklub Waldkirch-St. Gallen zu Wiler-Ersigen gewechselt. «Bei den Junioren in der Ostschweiz sorgt dieser Verein für Begeisterung», erzählt Medizinstudent Alder und fügt an: Wiler ist das ­Grösste!»

Ostschweizer Transferpolitik

Auch für den Herisauer Claudio Mutter ist Wiler-Ersigen der beste Verein der Schweiz. Mutter war einer der Ersten, die den Schritt von der Ostschweiz ins Bernbiet wagten. Primär vollzog er den Wechsel, um bei den Bernern Fortschritte zu erzielen. Nach einer Saison mit eher wenig Spielzeit in der dritten Formation gehört Mutter heuer zu den tragenden Kräften – dem laufenden Umbruch sei Dank. «Vorher konnte ich eher mitlaufen, jetzt muss ich selber Verantwortung übernehmen», ist sich der 21-jährige Stürmer bewusst.

Verantwortung, die der Appenzeller am Samstag gegen die Tigers effektiv übernommen hat: Kurz vor Schluss schoss er in Unterzahl sehenswert den wichtigen 4:5-Anschlusstreffer. Sein Team konnte den Ausgleich zwar nicht mehr erzielen, verlor am Ende knapp. Mutter gab nach dem Spiel preis: «Wir wussten: Irgendwann wird diese Niederlage kommen, vielleicht ist es gar nicht schlecht, mal zu verlieren.» Neben Mutter war auch der zum besten Spieler gekürte Alder enttäuscht: «Wir können mit unserer Leistung nicht zufrieden sein. Langnau hat uns das Leben aber enorm schwergemacht.»

Tatsächlich übten die Langnauer früh Druck aus und verhinderten damit, dass die Equipe von Thomas Berger ihr Spiel aufziehen konnte. Am Ende war der 5:4-Sieg der Tigers in der fernsehtauglich hergerichteten Espace-Arena auch verdient. Die Gäste zogen erst die zweite Niederlage in der laufenden Saison ein, gleichzeitig riss damit aufseiten des Meisters eine eindrückliche Serie von einem Dutzend Siegen in Folge.

Berner Zeitung

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