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Zweitpferd und zweite Karriere

Der Berner Romain Duguet eröffnet am Samstag für die Schweiz den Nationenpreis der CSIO St. Gallen. Walter Gabathuler ist bei seinem Comeback Ersatzreiter.

Romain Duguet auf Twentytwo des Biches.
Romain Duguet auf Twentytwo des Biches.
Keystone

Dass Romain Duguet auch über ein sehr gutes zweites Pferd verfügt, zeigte sich Anfang April beim Weltcupfinal in Ohama (USA). Der in Muri bei Bern wohnhafte gebürtige Franzose ritt auf der 10-jährigen Stute Twentytwo des Biches auf den zweiten Platz. Geplant war deren Einsatz nicht. Duguet wollte eigentlich noch mit seinem bisherigen Spitzenpferd, der 13-jährigen Stute Quorida de Treho, antreten. Diese litt jedoch schon damals an einer Verletzung an den vorderen Beinen.

«Twentytwo des Biches reite ich, seit sie fünf Jahre alt ist», sagt der 36-Jährige. «Ich wusste, dass sie das Potenzial für grosse Prüfungen hat, und wollte sie in der Freiluftsaison ohnehin einsetzen.» Die Stute wird während praktisch des ganzen Jahres 2017 Duguets Spitzenpferd sein. Weil im August in Göteborg «nur» eine EM, aber keine Weltreiterspiele oder Qualifikationswettkämpfe für Olympische Spiele anstehen, wird Quorida de Treho erst zu Beginn der Hallensaison Ende Jahr wieder eingesetzt. Auch mit dem neuen Pferd ist Duguet ein fester Bestandteil der Nationenpreisequipe; Am Freitagnachmittag wird er als erster Schweizer den Parcours absolvieren.

Lust wiedergewonnen

Als Ersatzreiter ist Walter Gaba­thuler auf Fine Fleur du Marais nominiert. Der Aargauer sorgt damit für eine ganz spezielle Geschichte. Von 1975 bis 1979 war der heute 62-jährige Gabathuler fünfmal in Folge Schweizer Meister; 1988 nahm er an den Olympischen Spielen in Seoul teil. In der Folgezeit verlor er den Anschluss und ritt auf tieferem Niveau ­weiter.

«Der Gedanke war immer wieder da, es nochmals an die Spitze zu schaffen», sagt Gabathuler. Im letzten Jahr sei er zufällig mit Mäzen Thomas Straumann, einem Basler Unternehmer, in Kontakt gekommen. Dieser stellte ihm zwei Spitzenpferde zur Verfügung. Die Resultate liessen nicht lange auf sich warten, und bereits im ersten halben Jahr seines Comebacks bewegte sich Gabathuler wieder im Bereich der nationalen Spitze.

«Die Topbesetzung für die Nationenpreisequipe steht eigentlich seit einiger Zeit fest», sagt der Schweizer Equipenchef Andy Kistler. Es handelt sich um Duguet, Steve Guerdat, Martin Fuchs und Paul Estermann. «Die Position als ­Ersatzreiter hingegen ist umkämpft. Walter ritt zuletzt in München stark und hat sich diese verdient. Er ist immer noch ein exzellenter Reiter.»

Gabathuler selbst geht seine zweite Karriere mit der Gelassenheit des Alters an. «Ich freue mich sehr, dass ich schon weit gekommen bin», sagt er. «Wie weit es reicht, wird man sehen. Ehrgeizig bin ich auf jeden Fall.»

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