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Wer zu spät zur Welt kommt, den bestraft der Sport

Wer zwischen Januar und Juni geboren wurde, hat signifikant bessere Chancen auf eine Karriere. Clubs und Verbände suchen fieberhaft nach Gegenmitteln.

Simon Graf, Florian Raz
Gross und Klein im gleichen Jahrgang mit dem Vorteil bei den Älteren: ZSC-Junioren beim «Chneble» auf der Freilufteisbahn Dolder.
Gross und Klein im gleichen Jahrgang mit dem Vorteil bei den Älteren: ZSC-Junioren beim «Chneble» auf der Freilufteisbahn Dolder.
Thomas Egli

Wer seinen Nachwuchs im Spitzensport sehen will, muss früh ansetzen. Am besten schon bei der Planung von Schwangerschaft und Geburtstermin. Denn wer in der ersten Jahreshälfte geboren wird, hat deutlich bessere Chancen auf eine Profikarriere.

Das Phänomen heisst relativer Alterseffekt (RAE) und wurde im Sport erstmals 1985 vom kanadischen Psychologen Roger Barnsley beschrieben. Dieser besuchte damals mit seiner Familie ein Juniorenspiel der Lethbridge Broncos, als seine Frau Paula im Matchprogramm blätterte und feststellte, dass ein Grossteil der Spieler im Januar, Februar oder März geboren war. Zu Hause begann er die Geburtsdaten so vieler Hockeyspieler wie möglich zusammenzutragen – damals noch ohne Internet. Es zeigte sich das gleiche Bild: je früher im Jahr geboren, desto zahlreicher.

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