So gefährlich leben Skispringer

Zum zweiten Mal innert weniger Tage ist Simon Ammann gestürzt. Solche Bruchlandungen sind im Skispringen leider keine Seltenheit.

Schwer gestürzt: Simon Ammanns Unfall in Bischofshofen.

Was für ein Auf und Ab für Simon Ammann bei dieser Vierschanzentournee. Zuerst der Sturz in Oberstdorf, der zum Glück glimpflich ausging, dann die beiden Podestplätze in Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck und schliesslich der schwere Sturz in Bischofshofen. Der Schweizer verbrachte die Nacht im Spital, ist aber bei Bewusstsein und kann alles bewegen.

Nicht nur Ammanns Sturz zeigt, wie gefährlich Skispringer leben. In der Qualifikation zum letzten Springen der Vierschanzentournee in Bischofshofen sind vier Springer gestürzt, der Amerikaner Nicholas Fairall sogar zweimal. Obwohl der zweifache amerikanische Meister bei seinem Abtransport ein US-Fähnchen schwenkte, musste er mit einer Notoperation an der Wirbelsäule stabilisiert werden. Doch noch am selben Tag twitterte er, dass er guten Mutes sei und sich auf das neue Jahr freue.

Der Sturz von Fairall in Bischofshofen.

Ammann selbst hat in seiner Karriere auch schon einige Stürze verarbeitet. Beispielsweise als er 2002 in Willingen in der Qualifikation stürzte, mit einem aufgeschürften Gesicht, Prellungen und einer Gehirnerschütterung ins Spital gebracht werden musste und nur vier Wochen später in Salt Lake City zweimal zu Olympiagold sprang.

Den Sturz in Oberstdorf zu Beginn der Tournee hatte Ammann ohne Verletzungen überstanden.

Vier Jahre nach Ammanns Doppelolympiasieg in Salt Lake City scheiterte das Unterfangen Titelverteidigung in Turin 2006. Im Probesprung für die Qualifikation stürzte er und musste mit dem Schlitten abtransportiert werden. Ernsthaft verletzt hatte sich Ammann nicht, dennoch flog er nur auf die Plätze 38 (Normalschanze) und 15 (Grossschanze).

Morgenstern der Sturzexperte

Ein Experte im Wegstecken von schlimmen Stürzen ist der Österreicher Thomas Morgenstern. In Titisee-Neustadt stürzte er am 15. Dezember 2013 schwer und zog sich dabei Abschürfungen im Gesicht, einen Fingerbruch, schwere Prellungen und Blutergüsse zu.

Doch davon liess sich Morgenstern nicht aufhalten. Zwölf Tage und eine Operation am Finger später gab er bekannt, dass er wie geplant an der Vierschanzentournee teilnehmen werde. Morgenstern wurde sogar Gesamtzweiter und schien sich vom Sturz erholt zu haben. Dann aber gleich der nächste Schock: Am 10. Januar 2014 stürzte er beim Skifliegen am Kulm und zog sich eine schwere Schädelverletzung und eine Lungenquetschung zu.

Nur gut einen Monat nach diesem Vorfall holte Morgenstern in Sotschi mit seinen Teamkollegen Olympiasilber im Mannschaftsspringen. Inzwischen hat der Österreicher seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Immer wieder schwere Stürze

Dass solche Stürze keine Seltenheit sind, zeigte das Springen im finnischen Kuusamo Ende des letzten Jahres. Dort stürzten sowohl der Slowene Anze Lanisek als auch der Deutsche Andreas Wellinger.

Lanisek zog sich bei seinem Sturz keine Knochenbrüche oder sonstigen Verletzungen zu und war bei der Vierschanzentournee schon wieder im Einsatz.

Etwas weniger Glück hatte Wellinger. Er trug neben einer ausgeprägten Stauchung der Wirbelsäule auch eine Luxation des Schlüsselbeingelenks davon und fällt für eine unbestimmte Zeit aus. «Ich bin froh, dass ich mich nicht ernsthafter verletzt habe. Jetzt möchte ich möglichst schnell wieder auf die Schanze und Ski springen», blieb der 19-Jährige positiv.

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