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Daniel Albrecht nimmt ein Timeout

Der Walliser wird nicht zur Super-Kombination in Wengen antreten. Statt an die Lauberhornrennen zu reisen, nimmt der Skifahrer eine Ruhepause.

Wie geht es weiter? Daniel Albrecht ist an einem Tiefpunkt angelangt.
Wie geht es weiter? Daniel Albrecht ist an einem Tiefpunkt angelangt.
Keystone

Im Vergleich zum schweren Unfall vor bald drei Jahren in Kitzbühel ist die aktuelle Krise von Daniel Albrecht ein Klacks. Und doch ist der 28-jährige Sympathieträger am Tiefpunkt seiner zweiten Karriere angelangt, sein Comeback arg ins Stocken geraten, vielleicht sogar in einer Sackgasse angelangt.

Nachdem er am Samstag in Adelboden mit der 55. Zwischenzeit im Startteil des ersten Riesenslalom-Laufs wie zuvor schon in Alta Badia und Beaver Creek ausgeschieden war, machte Albrecht im Zielraum Aussagen, die man als Rücktrittsgedanken interpretieren konnte. Selbstvertrauen ist für den einst so Selbstbewussten derzeit ein Fremdwort.

Keine Überraschung

Der Verzicht auf die Abfahrtstrainings und die Super-Kombination vom Freitag am Lauberhorn – in Absprache mit den Trainern – erstaunt deshalb nicht. Albrecht hat mittlerweile eingesehen, dass er die Wende zum Besseren einzig und allein über den Riesenslalom anstreben muss, wie sich das sein Trainer Sepp Brunner schon im Sommer gewünscht hätte.

Immer deutlicher ist seit dem Saisonstart auch geworden, was für eine grosse zusätzliche Herausforderung sich Albrecht mit dem Materialwechsel von Atomic zu Head aufgehalst hat. Weder Brunner noch der langjährige Markenkollege und gute Freund Carlo Janka hatten für den überraschenden Schritt Verständnis aufgebracht.

Viele Gedanken...

Albrecht will sich nun einige Tage ausruhen und seine Gedanken ordnen. Wie es danach weitergeht, ist offen und wird er mit der Trainer-Crew besprechen. Den Bettel sofort hinzuwerfen würde nicht zu Albrecht passen. Wahrscheinlicher scheint, dass er sich über Europacup- und FIS-Rennen aufzurappeln versucht oder die Rennsaison abbricht, um vorzeitig auf die Ski mit den neuen, ab nächstem Winter gültigen Abmessungen, umzusteigen.

Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann hatte nach dem schweren Crash versichert, dass Albrecht vom Verband so viel Zeit bekommen werde, wie er brauche. «Ich habe noch jedes Versprechen gehalten», entgegnete Lehmann am Samstag auf die Frage, ob das noch gelte.

Albrecht weiss: Egal wann er abtritt und egal in welcher Situation – er wird es als Sieger tun. Er ist wieder gesund geworden, hat die Rückkehr in den Spitzensport geschafft und braucht sich dank seiner Cleverness, seinem Geschäftssinn und einem schönen finanziellen Polster keine Sorgen um seine Zukunft zu machen. Doch zuerst dürfte er – die Prognose sei gewagt – einen nächsten und möglicherweise letzten neuen Anlauf als Skirennfahrer nehmen.

si

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