Eine Stufe tiefer Schwung holen

Die erste Ski-Weltcupsaison verläuft für Lars Rösti noch nicht nach Wunsch. An den Europacup-Lauberhornabfahrten will der Simmentaler am Freitag und am Samstag Selbstvertrauen tanken.

Wie in Beaver Creek sammelt Lars Rösti in diesem Winter vor allem Erfahrungen auf den für ihn neuen Weltcuppisten.

Wie in Beaver Creek sammelt Lars Rösti in diesem Winter vor allem Erfahrungen auf den für ihn neuen Weltcuppisten.

(Bild: Keystone)

Peter Berger@PeterBerger67

Als Lars Rösti im vergangenen Winter erstmals im Weltcup auftauchte, verblüffte er. Bei der Premiere in Kvitfjell verpasste er als 31. die Punkte nur knapp, beim Weltcupfinal in Andorra war es mit Rang 15 dann so weit. Und ohne den grossen Fehler am Schluss wäre nach der viertschnellsten Zwischenzeit sogar ein noch grösserer Coup möglich gewesen. «Damals befand ich mich in einem Flow, alles funktionierte», blickt Rösti zurück. Drei Wochen vorher war er in Val di Fassa (ITA) Junioren-Abfahrtsweltmeister geworden.

Als Belohnung folgte diesen Winter für den B-Kader-Fahrer von Swiss-Ski der Aufstieg in den Weltcup. Erstmals reiste Rösti zum Saisonauftakt mit nach Übersee. Doch aus Nordamerika kehrte der 21-jährige Rookie ohne einen Renneinsatz zurück. Sowohl in Lake Louise wie auch in Beaver Creek konnte er sich im Training nicht für einen der acht Schweizer Startplätzeaufdrängen. «Dafür, Erfahrungen auf der höchsten Stufe zu sammeln, war der Abstecher super», sagt Rösti zu seiner Nordamerika-Premiere.

Letzter in Bormio

In Europa folgten Ende Dezember dann auch die ersten Weltcuprenneinsätze in diesem Winter. In den Abfahrten von Bormio resultierten die Ränge 63 und 45. «Mit fünf Sekunden Rückstand Letzter zu werden, ist nicht gerade aufmunternd», kommentiert Rösti die ernüchternden Ergebnisse.

«Ein Sportler ist lieber vorne als hinten in der Rangliste klassiert.»Lars Rösti

Der Schreiner aus St. Stephan ist sich durchaus bewusst, dass «der Weltcup eine andere Liga ist». Schliesslich sind die Strecken neu, er ab­solviert diese zum ersten Mal. «Dass da nicht alles auf Anhieb klappt und es Zeit braucht, ist normal. Aber es liegt wohl auch in der Natur der Sache, dass ein Sportler lieber vorne als hinten in der Rangliste klassiert ist.»

So bleibt Rösti zwar mehr oder weniger geduldig. «Ganz zufrieden ist man dennoch nicht», fügt er an. Unter Druck gesetzt wird der Neuling indes nicht. Die durchaus positiven Rückmeldungen von den Trainern für seine Fahrten vermögen den vorherigen «Siegfahrer» allerdings nur bedingt zu trösten. «Schliesslich habe ich selber höhere Ansprüche an mich.»

Keine Strafaufgabe

Nun kehrt Rösti vorerst eine Stufe tiefer zurück. Freitag und Samstag bestreitet er die Europacupabfahrten am Lauberhorn. Als Strafaufgabe will er dies auf keinen Fall verstanden wissen. «Für mich als Oberländer sowieso nicht. Das sind Heimrennen. Und der Europacup ist ideal dafür, wieder Schwung zu holen.» Am Mittwoch ist ihm dies im Training mit dem 5. Platz gelungen. «Wieder einmal eine einstellige Rangierung tat gut», sagt er lachend. Die gestrige, zweite Trainingsfahrt verlief nicht optimal (32.).

In den Rennen, die auf Europacupstufe bereits bei der Wasserstation enden, geht es für Rösti auch darum, wieder Selbstvertrauen zu tanken. Denn eine Woche später möchte sich der Lokalmatador dann auch für die traditionelle Weltcupabfahrt am Lauberhorn qualifizieren. Bei nur acht Startplätzen – der Neunte ist für den momentan verletzten Europacupsieger Nils Mani fixiert – bleibt das ein schwieriges Unterfangen.

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