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«Man kann für die zweite Januarhälfte zuversichtlich sein»

Der alpine Cheftrainer Martin Rufener war mit der Wengener Ausbeute von drei Podestplätzen zufrieden.

Martin Rufener: «Wir haben noch Zeit, um die Probleme im Riesenslalom zu lösen.»
Martin Rufener: «Wir haben noch Zeit, um die Probleme im Riesenslalom zu lösen.»
Keystone

Martin Rufener, nach der Abfahrt hat sich Carlo Janka beklagt, dass er mit seinen Kräften völlig am Ende war... . . . was ja auch völlig logisch ist, schliesslich ist es die längste Abfahrt der Welt. Da hat man allen Grund, kaputt zu sein. Vor allem dann, wenn die Batterien schon zuvor nicht vollgeladen waren. Doch ich glaube, nach den zwei freien Tagen sieht es wieder besser aus. Wir werden am Montag zusammen telefonieren, dann erfolgt die Anreise nach Kitzbühel, und dann werden wir über das weitere Programm entscheiden.

Ist er fahrerisch wieder dort, wo er vor einem Jahr stand? Nach den zwei Podestplätzen ist das keine Frage.

Und die Probleme im Riesenslalom? Wir haben noch Zeit, um sie zu lösen. Wir müssen in den nächsten Wochen unbedingt noch Lücken finden, um ein paar kurze Einheiten Riesenslalom zu trainieren. Es war sicher keine einfache Riesenslalomsaison mit den extremen Bedingungen der vereisten Piste in Alta Badia und den völlig anderen in Adelboden. Es war für unsere Athleten, die mehrere Disziplinen fahren, nicht einfach, mit den Spezialisten mitzuhalten. Doch wenn Carlo mit solchen Resultaten wie jetzt im Kopf wieder stark wird, geht es im Riesenslalom vielleicht von selbst wieder besser.

Das müsste auch für Cuche gelten. Wir zeigen ja, dass es vorwärtsgeht. Drei Podestplätze in den zwei ersten Wengener Tagen ist eine gute Ausbeute. Da kann man für die zweite Januarhälfte zuversichtlich sein.

Wie bringen Sie Zurbriggen wieder auf den Damm? Da muss man nicht viel machen. Es waren nicht seine Verhältnisse, und er ist wohl auch im Kopf etwas müde. Ein paar Tage zu Hause, damit er auftanken kann, nach Kitzbühel fahren und hoffen, dass die Pisten dort eisig sind. Bei solchen Verhältnissen weiss er, dass er ein Leader ist, und das baut ihn auch mental auf.

Sie hatten auch ein paar Ausfälle . . . Uns fehlt Défago, wir hatten in Wengen Küng nicht am Start, Grünenfelder brachte nicht das, wozu er fähig ist.

Kann Küng in Kitzbühel starten? Wir hoffen, dass es klappt.

Beat Feuz setzte in der Abfahrt der Superkombination ein starkes Zeichen. Diese Leistung nach der Verletzungspause und nur wenigen Trainings war beeindruckend. Er wäre ohne den Fehler im Ziel-S auch in der Abfahrt vom Samstag stark gewesen. Für ihn ist es wichtig, dass er Schritt für Schritt vorwärtskommt. Er ist ein Rennhund, und ich hoffe, dass er in Kitzbühel gut in die Punkteränge fährt, dann können wir in Chamonix weiterschauen. Er und auch Ambrosi Hoffmann, der ja auch verletzt war, können dafür sorgen, dass wir als Mannschaft wieder dichter und damit stärker werden.

Der Slalom bleibt die Problemdisziplin. Das stimmt. Silvan Zurbriggen läuft es im Augenblick nicht nach Wunsch. Marc Gini blieb im Mittelfeld, was normal ist, weil im ersten Lauf fast alle durchkamen, im zweiten Lauf hätte er mit seiner Nummer allerdings mehr zeigen müssen. Dafür können wir uns über Justin Murisier freuen. Es war eine Superleistung, sich mit der Nummer 45 für den zweiten Lauf zu qualifizieren. Dass er dann nicht von seiner guten Nummer profitieren konnte, ist normal. Er ist jung und muss noch viel lernen. Die Kurssetzung war schwierig, es hatte viele Rhythmuswechsel, und das machte es für ihn nicht einfach. Wichtig war, dass er ins Ziel kam.

Theoretisch braucht Murisier nach seinem achten Platz in Val-d’Isère noch ein zweites Ergebnis in den Top-15, um sich für Garmisch zu qualifizieren. Werden Sie bei ihm ein Auge zudrücken, falls er es nicht schafft? Er soll ohne Druck fahren. Wir haben in andern Situationen auch schon Junge, die die Richtlinien nicht erfüllt haben, für eine WM selektioniert, damit sie Erfahrung sammeln können.

Im Europacup waren die Schweizer im letzten Winter erfolgreicher. Was läuft diesmal weniger gut? Es stimmt. Vor einem Jahr hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon vier Siege, diesmal nur den einen von Vitus Lüönd am Patscherkofel. Doch das ist logisch. Wir haben die besten Europacup-Fahrer im Weltcup integriert, und hier sollen sie sich ohne Druck entwickeln können. Es ist kein einfacher Schritt. Es dauert sicher ein oder zwei Jahre, bis sie so weit sind. Ansätze sind aber da, wie der 16. Platz von Marc Gisin in Bormio zeigte.

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