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Mit Aufwind an die Tournee

Simon Ammann will an der Vierschanzentournee weiter an seiner aufsteigenden Form feilen und sich für die Olym­pischen Spiele in Pyeongchang in ­Position bringen.

Guten Mutes: Simon Ammann beim Heimspringen in Engelberg.
Guten Mutes: Simon Ammann beim Heimspringen in Engelberg.
Keystone

Vor 20 Jahren debütierte Simon Ammann als 16-Jähriger beim Auftakt der Vierschanzentournee in Oberstdorf im Weltcup und löste mit einem 15. Rang auf Anhieb das Olympiaticket für Nagano. Nun will sich der Toggenburger für seine sechsten Olympischen Spiele in Pyeongchang in Position bringen.

Die Top Ten bei der Tournee liegen für den Rou­tinier wieder griff­bereit. «Vor einem Jahr hatte ich noch 30 Punkte Rückstand auf die Besten, jetzt sind es nur noch 15», sagte der Toggenburger nach dem Weltcupwochenende von Engelberg, wo er sich mit einem 14. und einem 11. Rang in die Weihnachtstage verabschiedet hatte.

Sofern Ammann seine aufsteigende Form festigen kann, dürfte er nicht nur an der Schwelle zu den Top Ten stehen, sondern auch wieder regelmässig einstellige Klassierungen erreichen.

Die Vierschanzentournee wäre der ideale Ort, um diesen nächsten Schritt zu machen, zumal ihn auch die Tournee vor drei Jahren aus der Weltspitze katapultiert hatte. Die Konsequenzen aus Ammanns schwerem Sturz am 6. Januar 2015 in Bischofshofen lagen primär in der Umstellung der Landung.

Er verlor das Vertrauen in sein schwächeres linkes Bein, das jahrelang die Kräfte bei der Telemark-Landung auffing. Stattdessen versucht er nun seit zweieinhalb Jahren, das rechte Bein nach vorne zu bringen.

Schafft er die Umstellung? Oder doch nicht? Es macht den Anschein, als ob er diese Diskussion nun endgültig beenden kann. Nach seinen Flügen leuchtet ­regelmässig eine 18 bei den Stil­noten auf. Somit ist er in diesem ­Bereich wieder einigermassen konkurrenzfähig.

Freitag als Favorit

Nun muss der vierfache Olympiasieger noch seinem Ruf als Weitenjäger gerecht werden. Dass dies einst seine Spezialität war, wird den Reportern beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen wieder bewusst werden. Dort erscheint seit 2010 der Name Ammann auf jedem Resultatblatt unter der Rubrik Schanzenrekord (143,5 Meter).

Gelingt dem 36-Jährigen die Tournee nach Wunsch, wird er am 6. Januar in Bischofshofen erstmals seit vier Jahren wieder unter den Top Ten des Schlussklassements auftauchen. Um den Sieg streiten sich andere.

Der Deutsche Richard Freitag kommt mit drei Erfolgen in diesem Winter und der deutlichen Gesamtführung im Gepäck an der Favoritenrolle nicht vorbei. Der 26-Jährige soll die 16 Jahre dauernde Tourneeflaute für den Gastgeber vergessen machen – letztmals schwang für Deutschland Sven Hannawald mit seinem historischen Vierfachsieg 2001/2002 obenaus.

Die Ausgangslage scheint perfekt, denn hinter Freitag hat sich auch der Weltcupzweite Andreas Wellinger in Position gebracht. Der Titelverteidiger Kamil Stoch aus Polen, Österreichs Weltmeister Stefan Kraft oder der Norweger Daniel-André Tande gelten diesmal nicht als Favoriten, sondern als härteste Widersacher der Deutschen.

Die 66. Vierschanzentournee mit den Stationen Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen bringt insbesondere für die Topspringer eine gewichtige Änderung. Seit diesem Winter sind die besten zehn des Weltcupklassements nicht mehr vorqualifiziert.

Ein zusätzlicher Ruhetag liegt nicht mehr drin, jeder muss am Vortag springen. Das K.-o.-System hingegen gelangt weiterhin zur Anwendung. Wer vom Schweizer Team zu den Qualifikationen antreten darf, wird erst heute Abend festgelegt. Ammann und Gregor Deschwanden sind für die Tournee gesetzt.

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