Simmentaler Festspiele

David Gafner aus Oberwil hat überraschend den 47. Kandersteger Volksskilauf gewonnen. Im Rennen der Frauen triumphierte die Boltigerin Susi Meinen.

David Gafner auf dem Weg zum Sieg.

David Gafner auf dem Weg zum Sieg. Bild: Walter Dietrich

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Wer David Gafner finden will, muss in der Startliste erst einmal umblättern. Der Simmentaler trägt beim Kandersteger Volksskilauf die hohe Startnummer 115, also die eines unauffälligen Breitensportlers, eigentlich. Der Fokus liegt auf den Athleten mit einstelligen Ziffern: auf Bruno Joller etwa, in Kandersteg schon mehrfach Zweiter geworden, auch bei der letzten Austragung vor zwei Jahren. Oder auf Reto Hammer, dem Zweisimmner mit der Startnummer 1. Gafner hatten nur wenige auf der Rechnung. «Ich wollte schon vorne mitlaufen, an den Sieg dachte ich aber nicht», wird er später sagen.

Es ist kalt am Sonntagvormittag, aber nicht unerträglich kalt; die Temperatur liegt um den Gefrierpunkt, auf dem Boden der frisch gefallene Schnee. Dass ­dieser feucht ist, kommt den Athleten entgegen, dadurch gleiten ihre Ski besser über die Fläche am Dorfrand von Kandersteg. Besonders schnell laufen jene von David Gafner.

«Jetzt oder nie»

Der 24-Jährige mischt sich auf der Halbmarathonstrecke bald in die vordersten Plätze, passiert nach einer von zwei Runden in der Spitzengruppe zusammen mit Hammer und Joller die Ziellinie. Und düpiert danach auch die beiden meistgenannten Favoriten. In der Schlussphase hat wieder Schneefall eingesetzt, zudem weht ein eisiger Wind über das Renngelände.

Gafner lässt sich nicht bremsen: Im letzten Anstieg greift er an, «jetzt oder nie», die Konkurrenten können nicht reagieren. Bei seiner allerersten Teilnahme in Kandersteg holt sich der Oberwiler fünf Sekunden vor Hammer den Sieg. Und ist ­danach, natürlich, «superglücklich». Vielleicht fühlt er sich auch zurückversetzt in seine Jugendzeit.

Damals, vor acht Jahren, galt David Gafner im Oberland als vielversprechendes Nachwuchstalent. 2009 gewann er an den ­U-16-Meisterschaften des Ber­ner Oberländischen Skiverbands überlegen den Titel. Kurz darauf aber beendete Gafner das Kapitel Spitzensport, tritt seither nurmehr in Volksläufen an; die Ergebnisse sind allerdings nach wie vor ansprechend.

Jahr für Jahr läuft er Spitzenzeiten am Engadiner Skimarathon; die 42 Kilometer von Maloja nach S-chanf sind in jedem Winter Gafners Höhepunkt, darauf ist seine Planung ausgerichtet. Heuer dürfte er mit besonders grossem Selbstvertrauen antreten.

Die Abwesenden

In Kandersteg geht der Tagessieg auch in der Frauenkonkurrenz ins Simmental. Die als Favoritin angetretene Boltigerin Susi Meinen gewinnt überlegen. Die 25-Jährige kennt den Kandersteger Volksskilauf bestens, sie triumphiert bereits zum dritten Mal. In den kommenden Wochen wird Meinen wieder Biathlonrennen bestreiten – seit 2014 trägt sie in der Loipe das Gewehr auf dem Rücken.

Einige Favoriten wie der Olympiateilnehmer Remo Fischer, der den Volksskilauf vor zwei Jahren gewann, blieben am Sonntag fern. Auch Matthias Inniger (Adelboden), der in Kandersteg gemeldet war, entschied sich letztlich für die Teilnahme am Swiss Cup in Klosters. David Gafner nutzte die Gelegenheit zu seinem Überraschungssieg. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.02.2018, 20:40 Uhr

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