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Vebotene Werbung: Behörde verdirbt SF das Onlinespiel

Das Schweizer Fernsehen missachtet mit Onlinegames wie «Fussball Challenge» und «Ski-Challenge» das Werbeverbot im Internet. Nun verlangt das Bakom die Entfernung der Onlineangebote auf sf.tv.

Laut Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat das Schweizer Fernsehen mit den Computerspielen «Fussball Challenge» und «Ski Challenge» mehrfach gegen die geltenden Werbebestimmungen verstossen. Dies geht aus einer Verfügung vom 14. Januar 2009 hervor, die Redaktion Tamedia vorliegt. Das Radio- und Fernsehgesetz verbietet es dem Schweizer Fernsehen, auf seiner gebührenfinanzierten Website Werbung zu betreiben. Darunter fallen auch eigene, nicht konzessionierte Angebote wie Onlinegames. Der SRG-Sender unterläuft diese Bestimmungen jedoch massiv und rührt auf sf.tv kräftig die Werbetrommel für die Spiele. Auf der Website finden sich derzeit Werbetrailer, Foren, Rennkalender und eine Bildgalerie zum Spiel «Ski-Challenge».

Verdacht der Schleichwerbung

Ebenfalls missachtet hat SF das journalistische Trennungsgebot von Werbung und redaktionellen Beiträgen. In einem zweiminütigen Beitrag der Sendung «Sport aktuell» pries ein Moderator das Spiel «Fussball-Challenge» an und wies gleich zwei Mal auf die Gratis-Download-Möglichkeiten auf der Internetseite von SF hin. Für das Bakom ein klarer Verstoss gegen die Gesetzgebung: «Selbst wenn ein Informationsinteresse an ‹Fussball Challenge 08› gegeben sein dürfte, zeigen die Ausgestaltung und der Ausstrahlungszeitpunkt des […] Beitrags dessen vordergründig kommerzielle Motivation», heisst es in der Verfügung, die letzte Woche an die SRG verschickt wurde.

Mit der Ausstrahlung des Werbespots für das Onlinegame im redaktionellen Programm gerät das Schweizer Fernsehen in den Verdacht, Schleichwerbung für die Sponsoren des Spiels zu betreiben. Im Beitrag werden Spielsequenzen gezeigt, in welchen die Logos von Swisslos, Sunrise, Sony Ericsson, Coop und «Blick» deutlich zu erkennen sind. Das Bakom sieht in diesem Punkt zwar von einer Beanstandung ab, taxiert den Fall jedoch als «rundfunkrechtlich nicht unbedenklich».

Zehn Tage Zeit zur Korrektur

Die Medienwächter räumen dem Schweizer Fernsehen eine Frist von 10 Tagen ein, die beanstandeten Punkte auf der Website zu korrigieren. Konkret heisst das, dass SF seine Onlineangebote zu den Computerspielen von seiner Website sf.tv entfernen muss. Weiter dürfen die Games im redaktionellen Programm nicht mehr vermarktet werden. Zugleich hat SF die Verfahrenskosten zu übernehmen. Unrechtmässig erzielte Einnahmen muss SF indes nicht zurückzahlen. Auf diese Massnahme verzichtet das Bakom, weil die Werbebestimmungen nach der Totalrevision des Radio- und Fernsehgesetzes zum ersten Mal angewandt wurden, wie es in der Verfügung heisst.

Das Schweizer Fernsehen wollte die Verfügung des Bakom auf Anfrage von Redaktion Tamedia nicht weiter kommentieren. Man prüfe aber einen Weiterzug ans Bundesverwaltungsgericht, erklärte SF-Sprecher Urs Durrer auf Anfrage.

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