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Verrückte Gentlemen

Auf dem gefrorenen St. Moritzersee wird auch Cricket gespielt. Jeden Winter seit fast 30 Jahren gibt es ein internationales Turnier.

Daniel Stehula

Der Wind hat angezogen, er bläst über die zugefrorene Wasserfläche unterhalb von St. Moritz. Er zerrt an den Tribünen der White-Turf-Rennbahn. Er rüttelt am Verpflegungszelt, das nicht weit davon entfernt steht und Makkaroni für hungrige Cricketspieler anbietet.

Neben dem Zelt steht Martin Ber­thod. Der Direktor für Sport und Events bei St. Moritz Tourismus versucht sich zu erinnern, wie es dazu gekommen ist, dass seit 29 Jahren Männer allen Alters aus dem ganzen Commonwealth – dem Einflussbereich der britischen Krone – für drei Tage ins Engadin kommen, um frierend Cricket zu spielen. Hinter ihm tragen an diesem Samstag die Schweizer Teams Lyzeum Alpinum und Cossonay das letzte Spiel der Round Robin aus. Noch immer kämpfen sie mit den Verhältnissen: Der Werfer kann dem hier eigens verwendeten weichen Kunststoffball weniger Spin mitgeben als dem üblichen harten Lederball, für den Schläger springt er auf dem dünnen Teppich zu hoch ab, und die Fänger rutschen auf dem Eis mehr, als dass sie rennen. Nicht zuletzt wegen dieser Erfahrung reisen Inder oder Südafrikaner an.

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