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Vom Pechvogel zum Glückspilz

Christof Innerhofer wird heute beim Lauberhorn-Rennen mit der dankbaren Nummer 1 antreten. Didier Cuche deckt ungewollt Schwachstellen einer geplanten Regelung auf.

Gilt neben Cuche als Topfavorit für die heutige Abfahrt: Der italiener Christof Innerhofer.
Gilt neben Cuche als Topfavorit für die heutige Abfahrt: Der italiener Christof Innerhofer.
Keystone

Verläuft die heutige Lauberhornabfahrt (ab 12.30 Uhr) nach dem Geschmack der Wettanbieter, feiert Didier Cuche den lange ersehnten ersten Triumph. Des Neuenburgers Quote ist die tiefste, es folgen ihr jene von Carlo Janka und Christof Innerhofer. Gestern bestritt Cuche zu Trainingszwecken die Kombinationsabfahrt, verliess das Starthaus dabei bewusst ein paar Sekunden zu spät, worauf er disqualifiziert wurde. Ziel dieser Massnahme sei gewesen, niemandem vor der Sonne zu stehen, sagte der 36-Jährige. Wäre einer seiner jungen Teamkollegen nach der Abfahrt 30. gewesen, hätte er diesen ansonsten der Möglichkeit beraubt, im Slalom von der bestmögliche Verhältnisse bietenden Startnummer 1 zu profitieren.

Der Plan ging nicht ganz auf. Es war Romed Baumann, ein Österreicher, welcher zum Handkuss gelangte und sich von Platz 30 auf Rang 13 verbesserte. Cuche deckte mit seiner Strategie ungewollt eine Schwachstelle jener Regelung auf, die im Hinblick auf den nächsten Winter eingeführt werden soll. Beabsichtigt ist, jene Fahrer, welche die Kombinationsabfahrt als zusätzliches Training nutzen und auf den Slalom verzichten, für die Spezialabfahrt zu sperren. Ohne zusätzlichen Passus dürfte es jedoch etliche Athleten geben, die Cuches Vorgehen kopieren oder einfach am letzten Tor vorbeifahren werden.

Innerhofer und der Holzzaun

Mit derartigen Gedankenspielen wird sich Christof Innerhofer kaum befassen. Der Südtiroler, welcher am Dienstag das einzige Abfahrtstraining über die volle Distanz für sich entschieden hatte, beendete die Kombination als Vierter. Das Ergebnis ist insofern höchst erstaunlich, als der 26-Jährige beim Einfahren vor dem Slalom mit einem Holzzaun Bekanntschaft geschlossen und sich eine schmerzhafte Ellbogenprellung zugezogen hatte.

An der Startnummernauslosung avancierte der Pechvogel zum Glückspilz. Innerhofer wird die Abfahrt eröffnen, was angesichts der weichen Unterlage einem erheblichen Vorteil gleichkommt. Den Schweizern war Fortuna weniger wohlgesinnt – mit Ausnahme Carlo Jankas, welcher mit der 16 die für seinen Status optimale Nummer tragen wird. Die Regel, wonach die sieben besten Abfahrer die Nummern 16 bis 22 zugelost erhalten, erweist sich für Swiss-Ski als Nachteil, weil Janka, Cuche und Silvan Zurbriggen derzeit allesamt zu diesem elitären Kreis gehören. mjs;Stichwort Hinweis.>

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