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Warum immer ein Mann?

Die Wahl von Dario Cologna als Fahnenträger ist eine verpasste Chance.

MeinungDavid Wiederkehr
Pyeongchang: Fahnenträger Dario Cologna zur Vorfreude, Kälte und zum Doping. (Video: Tamedia/SDA)

Dario Cologna ist ein würdiger Fahnenträger zur Eröffnung der Winterspiele von Pyeongchang. Dreifacher Olympiasieger, Weltmeister und kürzlich der vierte Sieg an der Tour de Ski – der Bündner kann der Wintersportnation Schweiz in Südkorea viel Freude bereiten. Seine Wahl zum Fahnenträger ist nachvollziehbar.

Aber sie ist auch eine verpasste Chance. Denn die Zeit wäre reif gewesen für eine Fahnenträgerin, die erste bei Winterspielen nach 26 Jahren.

Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang:Dario Cologna: Langläufer.
Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang:Dario Cologna: Langläufer.
Keystone
Olympische Winterspiele 2014 in Sotschi:Simon Ammann: Skispringer.
Olympische Winterspiele 2014 in Sotschi:Simon Ammann: Skispringer.
Keystone
Olympische Sommerspiele 2012 in London:Stanislas Wawrinka: Tennisspieler.
Olympische Sommerspiele 2012 in London:Stanislas Wawrinka: Tennisspieler.
Laurent Gillieron, Keystone
Olympische Winterspiele 2010 in Vancouver:Stéphane Lambiel: Eiskunstläufer.
Olympische Winterspiele 2010 in Vancouver:Stéphane Lambiel: Eiskunstläufer.
jim Hollander, Keystone
Olympische Sommerspiele 2008 in Peking:Roger Federer: Tennisspieler.
Olympische Sommerspiele 2008 in Peking:Roger Federer: Tennisspieler.
Peter Klaunzer, Keystone
Olympische Winterspiele 2006 in Turin:Philipp Schoch: Snowboarder.
Olympische Winterspiele 2006 in Turin:Philipp Schoch: Snowboarder.
Eddy Risch, Keystone
Olympische Sommerspiele 2004 in Athen:Roger Federer: Tennisspieler.
Olympische Sommerspiele 2004 in Athen:Roger Federer: Tennisspieler.
Eddy Risch, Keystone
Olympische Winterspiele 2002 in Salt Lake City:Gian Simmen: Snowboarder.
Olympische Winterspiele 2002 in Salt Lake City:Gian Simmen: Snowboarder.
Elaine Thompson, Keystone
Olympische Sommerspiele 2000 in Sydney:Thomas Frischknecht: Mountainbiker.
Olympische Sommerspiele 2000 in Sydney:Thomas Frischknecht: Mountainbiker.
Patrick B. Kraemer, Keystone
Olympische Winterspiele 1998 in Nagano:Guido Acklin: Bob (Bremser).
Olympische Winterspiele 1998 in Nagano:Guido Acklin: Bob (Bremser).
Alessandro Della Valle, Keystone
Olympische Sommerspiele 1996 in Atlanta:Stefan Schärer: Handball.
Olympische Sommerspiele 1996 in Atlanta:Stefan Schärer: Handball.
Christoph Ruckstuhl, Keystone
Olympische Winterspiele 1994 in Lillehammer:Gustav Weder: Bobfahrer.
Olympische Winterspiele 1994 in Lillehammer:Gustav Weder: Bobfahrer.
str, Keystone
Olympische Sommerspiele 1992 in Barcelona:Daniel Giubellini (r.): Kunstturner.
Olympische Sommerspiele 1992 in Barcelona:Daniel Giubellini (r.): Kunstturner.
Archive, Keystone
Olympische Winterspiele 1992 in Albertville:Vreni Schneider: Skifahrerin.
Olympische Winterspiele 1992 in Albertville:Vreni Schneider: Skifahrerin.
str, Keystone
Olympische Sommerspiele 1988 in Seoul:Cornelia Bürki: Mittel- und Langstreckenläuferin.
Olympische Sommerspiele 1988 in Seoul:Cornelia Bürki: Mittel- und Langstreckenläuferin.
str, Keystone
Olympische Winterspiele 1988 in Calgary: Michela Figini: Skifahrerin.
Olympische Winterspiele 1988 in Calgary: Michela Figini: Skifahrerin.
Gabriele Putzu, Keystone
Olympische Sommerspiele 1984 in Los Angeles:Christine Stückelberger: Reiterin.
Olympische Sommerspiele 1984 in Los Angeles:Christine Stückelberger: Reiterin.
Alexandra Polla, Keystone
Olympische Sommerspiele 1980 in Moskau: Die Schweiz stellt keinen Fahnenträger. Es wird die IOC-Fahne getragen.
Olympische Sommerspiele 1980 in Moskau: Die Schweiz stellt keinen Fahnenträger. Es wird die IOC-Fahne getragen.
Hansueli Bloechliger, Keystone
Olympische Winterspiele 1980 in Lake Placid:Marie-Theres Nadig: Skifahrerin.
Olympische Winterspiele 1980 in Lake Placid:Marie-Theres Nadig: Skifahrerin.
str, Keystone
Olympische Winterspiele 1976 in Innsbruck:Werner Camichel (2.v.r.): Bob (Anschieber).
Olympische Winterspiele 1976 in Innsbruck:Werner Camichel (2.v.r.): Bob (Anschieber).
str, Keystone
Olympische Sommerspiele 1972 in München:Urs von Wartburg: Leichtathlet.
Olympische Sommerspiele 1972 in München:Urs von Wartburg: Leichtathlet.
str, Keystone
Olympische Winterspiele 1972 in Sapporo:Edy Bruggmann (l.): Skifahrer.
Olympische Winterspiele 1972 in Sapporo:Edy Bruggmann (l.): Skifahrer.
str, Keystone
Olympische Sommerspiele 1968 in Mexiko:Henri Chammartin: Reiter.
Olympische Sommerspiele 1968 in Mexiko:Henri Chammartin: Reiter.
str, Keystone
Olympische Winterspiele 1968 in Grenoble:Alois «Wisel» Kälin Nordische Kombination.
Olympische Winterspiele 1968 in Grenoble:Alois «Wisel» Kälin Nordische Kombination.
str, Keystone
Olympische Sommerspiele 1964 in Tokio:Peter Läng: Leichtathletik.
Olympische Sommerspiele 1964 in Tokio:Peter Läng: Leichtathletik.
str, Keystone
Olympische Winterspiele 1964 in Innsbruck:Hans Ammann: Langläufer.
Olympische Winterspiele 1964 in Innsbruck:Hans Ammann: Langläufer.
str, Keystone
Weitere Fahnenträger der Olympischen Sommerspiele seit 1948:1960 in Rom (Bild): August Hollenstein (Schiessen)1956 in Melbourne: Schweiz boykottiert die Spiele, weil die Sowjetunion mitmacht (Sowjet-Einmarsch in Ungarn)1952 in Helsinki: Walter Lehmann (Kunstturnen)1948 in London: Armin Scheurer (Zehnkämpfer)
Weitere Fahnenträger der Olympischen Sommerspiele seit 1948:1960 in Rom (Bild): August Hollenstein (Schiessen)1956 in Melbourne: Schweiz boykottiert die Spiele, weil die Sowjetunion mitmacht (Sowjet-Einmarsch in Ungarn)1952 in Helsinki: Walter Lehmann (Kunstturnen)1948 in London: Armin Scheurer (Zehnkämpfer)
str, Keystone
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Seit Lillehammer 1994 haben stets Männer die Schweizer Flagge ins Olympiastadion getragen, der Reihe nach: Gustav Weder, Guido Acklin (beide Bob), Gian Simmen, Philipp Schoch (beide Snowboard), Stéphane Lambiel (Eiskunstlauf) und Simon Ammann (Skisprung). Keiner von ihnen war eine falsche Wahl, weil jeder von ihnen bei den Spielen zuvor eine Medaille gewonnen hatte. Cologna führt diesen Reigen fort.

2014 in Sotschi haben aber auch Frauen Edelmetall geholt: Dominique Gisin und Patrizia Kummer Gold, Selina Gasparin Silber, Lara Gut sowie die Eishockeyanerinnen Bronze – ausser Gisin sind alle wieder dabei. Kummer, Gasparin und ganz besonders Gut mit ihrer internationalen Ausstrahlung wären sehr gute Alternativen zu Cologna gewesen. Natürlich ist die Teilnahme an der Eröffnungsfeier auch von logistischen Fragen abhängig; wenn man will, gibt es aber fast immer Wege. Und Gründe für mehr Frauen hat es genug: In den vergangenen 30 Jahren sorgten sie im Winter für einen Drittel der Schweizer Olympiamedaillen.

Steingruber durchbrach die Dominanz

«Uns war bei der Wahl wichtig, die Frauenpower in unserer Delegation zu zeigen», hatte Missionsleiter Ralph Stöckli gesagt, allerdings nicht diesmal, sondern vor anderthalb Jahren. Bei Rio 2016 hatte sich Swiss Olympic für Giulia Steingruber entschieden. Die Kunstturnerin durchbrach so die männliche Dominanz seit Vreni Schneider in Albertville 1992, die auch alle Sommerspiele bis dahin angedauert hatte. Und Steingruber hatte sie überwunden, obschon ihr da die Olympiamedaille noch fehlte.

Swiss Olympic hätte sich mit dieser Logik genauso gut für (die bei den Fans sehr populäre) Wendy Holdener entscheiden können, die in Pyeongchang als hoffnungsvolle Medaillenkandidatin an den Start geht.

Der Anteil der Schweizer Teilnehmerinnen in Südkorea beträgt 42 Prozent. Dieses Verhältnis ist über die Jahre mehr oder weniger konstant und entspricht auch jenem in anderen Nationen. Während aber die Schweiz in den Eröffnungsfeiern der 14 Olympischen Spiele seit 1992 nur 2 Frauen an die Spitze der Delegation setzte, waren es bei Frankreich 4, bei Deutschland 5, bei Italien und Österreich je 7.

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