Starker Rückkehrer

Der BSV Bern hat gegen St. Otmar St. Gallen 26:29 verloren. Über längere Zeit stand Dominic Rosenberg im Tor, dessen Karriere eigentlich beendet war.

Dominic Rosenberg wehrt einen Wurf des St. Gallers Tobias Wetzel ab.

Dominic Rosenberg wehrt einen Wurf des St. Gallers Tobias Wetzel ab.

(Bild: Daniel Teuscher)

Reto Pfister

Edin Tatar hatte im Heimspiel gegen St. Otmar St. Gallen kaum einen Ball berührt, also entschloss man sich beim BSV Bern zum Torhüterwechsel. Dominic Rosenberg kam ins Spiel und hielt zeitweise so gut, als wäre er nie weg gewesen. Dabei ist seine Karriere eigentlich zu Ende.

Rosenberg ist zwar erst 27 Jahre alt, musste jedoch während der Saison 2017/18 feststellen, dass er seinen Körper nicht mehr länger den Belastungen des Leistungssports aussetzen konnte. Der Aargauer entschloss sich zum Rücktritt, ging ein halbes Jahr auf Reisen. Und ist jetzt doch wieder auf dem Handballfeld anzutreffen.

Matthias Gerlich (BSV Bern) und Andrija Pendic (St. Otmar St. Gallen) analysieren das Spiel im Videointerview. Video: zvg

«So geht es»

Der BSV war auf der Suche nach einem «Back-up», einem dritten Torhüter, der im Notfall eingreifen kann, wenn Edin Tatar oder Renato Milosevic nicht zur Verfügung steht. In der letzten Saison nahm Goalietrainer Antoine Ebinger diese Rolle ein. Doch der ist mittlerweile 43 Jahre alt. Also erinnerte man sich an Rosenberg, der im Februar in die Schweiz zurückgekehrt ist.

«Lust hatte ich», sagt er. «Die Hüftprobleme sind nicht verschwunden, mit dem Aufwand, den ich jetzt noch betreibe, verschlimmern sie sich nicht.» Rosenberg trainiert reduziert; früher als geplant trat der Fall ein, dass er eingreifen musste. Am 5. September verletzte sich Milosevic im Heimspiel gegen Endingen am linken Knie.

«Wenn man lange Torhüter war, verlernt man die Bewegungsabläufe nicht», erklärt Rosenberg, warum er bei der 26:29-Niederlage gegen St. Otmar zeitweise eine sehr gute Leistung zeigen konnte. Mitte der zweiten Halbzeit wurde der Jusstudent dann wieder von Tatar ersetzt. «Als ich länger auf dem Feld stand, spürte ich dann, dass ich athletisch nicht in Topverfassung bin. Dies ist jedoch normal, wenn man weniger trainiert als die Teamkollegen.»

Baumgartner fällt auch aus

Letztlich führte Rosenbergs gute Leistung nicht zum Punktgewinn. Beim BSV machte sich in der Schlussphase bemerkbar, dass das Team erheblich geschwächt antreten musste. Neu fällt auch Captain Tobias Baumgartner mit einem Handbruch vier bis sechs Wochen aus, Luca Mühlemanns Handverletzung liess einen Einsatz gegen St. Otmar ebenfalls nicht zu. Damit stand keiner der Stammkreisläufer mehr zur Verfügung.

Lucas Rohr, sonst vorwiegend als zentraler Abwehrspieler auf dem Feld, wurde an den Kreis beordert und bewältigte die Aufgabe gut. Erstmals seit zehn Monaten griff Pedro Spinola ins Geschehen ein, mehr als ein drei Minuten langer Einsatz war jedoch noch nicht möglich. Die praktisch komplett angetretenen Gäste verfügten in der Schlussphase über die grösseren Kraftreserven. «Wir haben gut gekämpft, aber leider verloren», machte Rosenberg deutlich, dass auch bei einer so prekären personellen Situation nach einer Niederlage Enttäuschung vorherrscht.

Wie lange die Dienste des 27-Jährigen noch gefragt sind, ist unklar. Sicher dabei sein wird er beim Europacup-Auswärtsspiel am 13. Oktober in Pancevo in Serbien, selbst dann, wenn Milosevic wieder fit sein sollte. «Nochmals eine Europacup-Reise mitzumachen, ist doch nicht schlecht, oder?», sagt Rosenberg und schmunzelt.

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