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SVP SchweizMarco Chiesa soll Parteipräsident werden

Die Findungskommission hält ihn für den besten Kandidaten: Der Tessiner Ständerat und jetzige SVP-Vizepräsident soll Nachfolger von Albert Rösti werden. Chiesa hat die Kandidatur angenommen.

Ein Bittgebet ist wohl überflüssig: Marco Chiesa soll Nachfolger von Albert Rösti werden.
Ein Bittgebet ist wohl überflüssig: Marco Chiesa soll Nachfolger von Albert Rösti werden.
Foto: Alessandro Crinari (Keystone)

Die Findungskommission der SVP schlägt dem Parteileitungsausschuss vor, an der Delegiertenversammlung vom 22. August 2020 den Tessiner Ständerat und SVP-Vizepräsidenten Marco Chiesa als neuen Parteipräsidenten zu wählen. Chiesa hat die Kandidatur angenommen.

Dies teilte die Kommission am Donnerstag mit. Chiesa sei in der Findungskommission von Anfang an einer der Wunschkandidaten gewesen, schreibt die Findungskommission in der Mitteilung. Er habe aber Ende Februar aus beruflichen Gründen absagen müssen, da seine damalige Stelle als Leiter eines Alterszentrums mit über 80 Mitarbeitern ein zusätzliches Engagement als SVP-Präsident ausschloss.

«Grosses Bedauern»: Das waren die Worte, mit denen die SVP Schweiz den angekündigten Rücktritt ihres Parteipräsidenten Albert Rösti kommentiert hatte.
«Grosses Bedauern»: Das waren die Worte, mit denen die SVP Schweiz den angekündigten Rücktritt ihres Parteipräsidenten Albert Rösti kommentiert hatte.

Chiesa habe unterdessen seine heutige Stelle gekündigt, um sich beruflich neu zu orientieren. Damit sei für ihn die Übernahme des Parteipräsidiums möglich geworden.

Der Parteiausschuss kann am 22. August in Brugg das Präsidium neu bestellen. Neben Chiesa stehen der Aargauer Nationalrat Andreas Glarner (57) und der Zürcher Nationalrat Alfred Heer (58) als Kandidaten zur Verfügung.

Präsident aus lateinischer Schweiz wäre «Glücksfall»

Mit Chiesa schlägt die Partei einen Vertreter aus dem Südkanton vor. Es sei ein Glücksfall, wenn der künftige Parteipräsident aus der lateinischen Schweiz komme, schreibt die Findungskommission, da es in der folgenden Amtsperiode vor allem darum gehe, die SVP in der Romandie zu stärken. Chiesa habe zudem im Tessin solide Aufbauarbeit für die SVP geleistet – zuerst im Gemeinderat der kleinen Gemeinde Villa Luganese, nach deren Fusion mit der Stadt Lugano im Gemeinderat von Lugano und zuletzt im Tessiner Grossrat.

Chiesa politisiert gemäss Mitteilung gegen die «unkontrollierte Zuwanderung», die Staus auf den Strassen, die steigenden Immobilienpreise und gegen eine «unfaire Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt». Er wurde im Frühjahr 2018 zusammen mit der Bündner SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher ins Vizepräsidium der SVP gewählt.

24. März in Klosters: Applaus vom neu gewählten Vize-Präsidium mit Marco Chiesa und Magdalena Martullo-Blocher an der Delegiertenversammlung der SVP Schweiz.
24. März in Klosters: Applaus vom neu gewählten Vize-Präsidium mit Marco Chiesa und Magdalena Martullo-Blocher an der Delegiertenversammlung der SVP Schweiz.
Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

Gemäss Mitteilung ist Chiesa verheiratet und Vater von zwei Kindern und hat ein Studium in Betriebswirtschaft an der Universität in Freiburg abgeschlossen. Chiesa spricht demnach fliessend italienisch, französisch sowie gut deutsch.

SDA

15 Kommentare
    wegmann

    Die Lösung der SVP vom Blocher-Clan ist so unmöglich wie die Quadratur des Kreises. Wird Herr Chiesa als Parteipräsident gewählt, ändert sich am Gefüge der Partei rein gar nichts. Die SVP geht weiterhin auf Talfahrt.