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Bildstrecke: Streik in Frankreich

In Frankreich steht das öffentliche Leben still. Auch die Schweiz spürt die Folgen des Streiks. Nur jeder dritte TGV fährt.

Entspannung beim Treibstoff: Ein Tanklastwagen verlässt eine Raffinerie in Donges.
Entspannung beim Treibstoff: Ein Tanklastwagen verlässt eine Raffinerie in Donges.
Keystone
Zieht die Fäden: Der 16-jährige Chef der linken Gewerkschaft der Gymnasiasten, Victor Colombani.
Zieht die Fäden: Der 16-jährige Chef der linken Gewerkschaft der Gymnasiasten, Victor Colombani.
AFP
Auslandsverbindungen betroffen: Auch die TGV-Angestellten streiken.
Auslandsverbindungen betroffen: Auch die TGV-Angestellten streiken.
Keystone
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In Frankreich wird am Dienstag erneut landesweit gegen die Rentenreform der Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy gestreikt. Beschäftigte im Verkehrswesen, Lehrer und andere Staatsbedienstete schlossen sich den Protesten gegen eine Anhebung des Rentenalters an.

Da auch der Verkehr vom Streik betroffen ist, wurde vor ernsthaften Beeinträchtigungen des Flug- und Zugverkehrs gewarnt. Die Hälfte aller geplanten Flüge zum und vom Pariser Flughafen Orly fallen voraussichtlich aus. Bei den Hauptstadt-Airports Charles de Gaulle und Beauvais dürfte jeder dritte Flug gestrichen werden.

TGV stockt, Eurostar fährt

Zudem wird davon ausgegangen, dass nur jeder dritte Hochgeschwindigkeitszug (TGV) fährt. Die Eurostar-Verbindungen zwischen Paris und London sollten hingegen nicht beeinträchtigt sein. An den Arbeitsniederlegungen beteiligten sich auch Fahrer der Pariser Metro und der Pendlerzüge.

Der Protesttag hat auch starke Auswirkungen auf den Bahnverkehr zwischen der Schweiz und Frankreich. Nicht nur zahlreiche TGV-Verbindungen fallen aus, sondern auch andere Zugverbindungen, namentlich im Regionalverkehr.

Auch Lehrer, Pöstler und LKW-Fahrer machen mit

Auch Lehrer, Lastwagenfahrer und Postmitarbeiter hatten angekündigt, sich an dem Streik zu beteiligen. Die Gewerkschaften erwarten eine ähnlich hohe Teilnehmerzahl wie bei den Aktionstagen der vergangenen Wochen, als nach ihren Angaben zuletzt rund drei Millionen Menschen auf die Strasse gegangen waren. Die Regierung sprach von knapp unter einer Million Teilnehmern.

Diesmal könnten die Streiks noch ausgeweitet werden, denn in verschiedenen Bereichen, darunter bei der Bahn, wurden Abstimmungen zur Verlängerung der Streiks ab Mittwoch angesetzt. Die Gewerkschaften riefen zudem Schüler und Studenten auf, sich an den Protesten zu beteiligen. Arbeitsminister Eric Woerth kritisierte dies als «vollkommen unverantwortlich». Für Samstag sind weitere Demonstrationen geplant.

Vom Senat angenommen

Die Regierung machte unterdessen deutlich, dass sie trotz der Proteste an der Rentenreform festhalten will. Im Senat setzte die Regierungspartei UMP am Montagabend die Verabschiedung eines besonders umstrittenen Passus des Gesetzes durch. 174 Senatoren stimmten dafür, dass das Alter, ab dem Franzosen künftig die volle Rente unabhängig von den Beitragsjahren beziehen, schrittweise von 65 auf 67 Jahre erhöht wird. Gegen die Umstellung ab dem Jahr 2016 stimmten 159 Senatoren.

Der andere zentrale Artikel des Reformwerks, die Anhebung des Renteneintrittsalters von 60 auf 62 Jahre, war bereits vergangenen Freitag im Senat gebilligt worden. Die Nationalversammlung hat die gesamte Rentenreform bereits abgesegnet, der Senat will bis Freitag über die Neuerungen debattieren. Sarkozys Regierung hofft, die Reform bis Ende des Monats abzuschliessen.

Breiter Rückhalt

Einer Umfrage zufolge unterstützen mit 69 Prozent mehr als zwei Drittel der Franzosen den Streik am Dienstag. 61 Prozent sprachen sich für länger währende Protestaktionen aus. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Ifop-Umfrage für die Zeitung «France-Soir» vertrauen derzeit 53 Prozent der Franzosen den Gewerkschaften. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als bei einer ähnlichen Umfrage im Juni.

SDA/pbe, jak

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