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Video: Radioaktiviät im Meer

Die japanische Regierung möchte, dass die Menschen in der Gefahrenzone freiwillig ihre Häuser verlassen. Sie befürchtet bei einer Zwangsräumung die Stigmatisierung der Betroffenen.

Zwei Spezialisten der Umweltorganisation Greenpeace haben am Wochenende die ersten unabhängigen Messungen der Verstrahlung um die AKW-Ruine Fukushima I vorgenommen. Sie empfehlen den Behörden dringend, das Dorf Iitate zu evakuieren, obwohl es 40 Kilometer weit weg vom AKW liegt, also ausserhalb der offiziellen Gefahrenzone.

Die japanische Regierung reagierte irritiert. Hidehiko Nishiyama von der japanischen Agentur für Nuklearsicherheit nannte die Messwerte von Greenpeace «unzuverlässig». Da wusste er noch nicht, dass die Greenpeace-Messungen jene der japanischen Behörden bestätigten. Am Abend des 15. März war über Iitate eine radioaktive Wolke gezogen, wie staatliche Messungen zeigen. An jenem Mittwoch stieg die Strahlenbelastung auf 44 Mikrosievert pro Stunde. Da das radioaktive Jod-131 mit einer Halbwertszeit von acht Tagen rasch zerfällt, ist die Strahlung jetzt auf 8 bis 10 Mikrosievert gesunken. Im Wald südlich von Iitate mass Greenpeace allerdings zehn Tage danach immer noch eine Strahlung von bis zu 100 Mikrosievert. Wer sich dort zehn Stunden im Freien aufhalte, bekomme die maximal zulässige Jahresdosis ab, sagt Jan van de Putte, einer der Greenpeace-Experten. Berücksichtige man, welcher Strahlung die 7000 Bewohner von Iitate bereits ausgesetzt waren, dann müsse man sie evakuieren.

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