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Mysteriöse Reise eines VogelsTaube Joe «flieht vor Trump» nach Australien

15’000 Kilometer hat der Vogel von Oregon nach Melbourne zurückgelegt – wie ist unbekannt. Jetzt erwartet ihn wegen den australischen Quarantäne-Regeln der Tod.

Hat auf illegalem Weg den Pazifik überquert: Die Taube namens Joe sitzt auf einem Dach in Melbourne.
Hat auf illegalem Weg den Pazifik überquert: Die Taube namens Joe sitzt auf einem Dach in Melbourne.
Foto: Kevin Celli-Bird (Keystone)

Auf mysteriöse Weise ist eine Taube von Alabama in den USA nach Melbourne in Australien gelangt. Trotz einer stolzen Reise-Leistung von fast 15’000 Kilometern zeigten sich die australischen Behörden am Donnerstag aber ungnädig mit «Joe», der seinen Spitznamen dem künftigen US-Präsidenten Joe Biden verdankt: Der Vogel soll wegen der strikten Quarantäne-Regeln des Landes eingeschläfert werden.

«Die Taube wurde nicht gesetzeskonform für den Import vorbereitet.»

Sprecherin Australian Department of Agriculture

Eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums erklärte, die Taube sei «nicht gesetzeskonform für den Import vorbereitet worden». Also sei «der sanitäre Status dieses Vogels und all jener, die mit ihm vor der Ankunft in Kontakt kamen, unbekannt». Die Sprecherin wies zudem auf das «Risiko für die Bio-Sicherheit», die australische Vogelwelt und die industrielle Geflügelzucht hin, die von der unkontrolliert zugeflogenen Taube ausgingen.

Derweil erfreuten sich die Zeitungsleser an den Berichten über die lange Reise von Joe. Kevin Chelli-Bird aus Melbourne erzählte, dass er den Vogel kurz nach Weihnachten völlig ausgezehrt vor seinem Haus entdeckt habe. Mit Hilfe eines Rings, den die Taube am Bein trug, konnte nachverfolgt werden, dass sie im Oktober an einem Flugwettbewerb im US-Bundesstaat Oregon teilgenommen hatte.

«Vielleicht hatte Joe von Donald Trump die Nase voll.»

Kevin Chelli-Bird, Anwohner aus Melbourne

«Wir glauben, dass sie bei dem Flug vom Kurs abgekommen und aufs Meer hinausgeflogen ist», erzählte Chelli-Bird der Tageszeitung «Herald Sun». Dann müsse die Taube auf einem Schiff gelandet und mitgenommen worden sein. Vielleicht habe Joe vom scheidenden US-Präsidenten Donald Trump «die Nase voll» gehabt und sich deshalb entschieden, «abzuhauen».

Fast um die halbe Welt: Die Taube Joe hat auf wundersame Weise den grössten Ozean der Erde überwunden.
Fast um die halbe Welt: Die Taube Joe hat auf wundersame Weise den grössten Ozean der Erde überwunden.
Bild: Google Maps

afp/oli

9 Kommentare
    Burkard Markus

    Wieso soll sich die Taube denn verflogen haben? Ich denke, sie wollte einfach nicht über`s Land von Oregon (Ostküste) zurück nach Alabama (Westküste) fliegen, sondern wollte die Westpassage nehmen.

    Und jetzt hindert man sie am Weiterflug?

    Man sollte sie aufpäppeln, dann Columbus der Zweite taufen und weiterziehen lassen.