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Lockerung der MassnahmenTore auf für Patienten ohne Covid-19

Die dänische Regierung will wieder verstärkt Nicht-Corona-Fälle in Arztpraxen und Spitälern behandeln lassen.

Pandemie verlangsamt: Das dänische Gesundheitssystem müsse sich nun mit Covid-19-Fällen als auch mit anderen Patienten befassen können.
Pandemie verlangsamt: Das dänische Gesundheitssystem müsse sich nun mit Covid-19-Fällen als auch mit anderen Patienten befassen können.
Foto: Mads Claus Rasmussen, Reuters

In Dänemark soll nach und nach auch wieder die medizinische Betreuung von Patienten ohne Covid-19-Erkrankung verstärkt in Gang gebracht werden.

Mit einer erhöhten Aktivität im Gesundheitswesen wolle man die Wartezeiten bei Untersuchungen und Behandlungen verkürzen, die durch den Ausbruch des Coronavirus entstanden seien, teilte das dänische Gesundheitsministerium am späten Montagabend mit. Darauf habe sich die Regierung mit den dänischen Regionen, Kommunen und der Ärztevereinigung PLO verständigt.

Im Kampf gegen die Virusausbreitung waren viele gesundheitliche Aufgaben der dänischen Kommunen und Regionen ausgesetzt worden, um sich voll und ganz auf Covid-19 zu konzentrieren. Tausende geplante Operationen, die als nicht akut galten, wurden deshalb unter anderem aufgeschoben. Die Rechte von Patienten, innerhalb von 30 Tagen untersucht und innerhalb von weiteren 30 Tagen behandelt zu werden, hatte die Regierung wegen der Corona-Krise ausgesetzt.

Verhandlungen mit Regierung zuerst gescheitert

Vor der Einigung hatte die führende Oppositionspartei Venstre die politischen Verhandlungen über eine Öffnung des Gesundheitswesens für gescheitert erklärt. Gesundheitsminister Magnus Heunicke erklärte dazu, dass der politische Wille zu einer Einigung in der Hinsicht nicht vorhanden gewesen sei und man sich daher mit den Regionen, Kommunen und Ärzten zusammengeschlossen habe.

Dass man das Gesundheitswesen wieder stärker öffne, geschehe vor dem Hintergrund, dass man in Dänemark Kontrolle über das Coronavirus Sars-CoV-2 erlangt habe, so Heunicke. Da der Verlauf der Pandemie damit langfristiger sei, müsse sich das dänische Gesundheitswesen sowohl mit Covid-19-Patienten als auch mit Patienten mit anderen Erkrankungen befassen können. Ein erster wichtiger Schritt soll nun sein, dass Allgemeinmediziner wieder mehr Patienten dahingehend überprüfen, ob sie an Krankenhäuser überwiesen werden sollen.

Grossveranstaltungen bis Ende August verboten

Dänemark hat auf Mittwoch die Schrittweise-Lockerung der Massnahen beschlossen. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sprach von einer «ersten vorsichtigen Phase» der Öffnung: In einem ersten Schritt werden von Mittwoch an Kinderkrippen, Kindergärten sowie die Schulen für Kinder bis zur fünften Klasse wieder öffnen.

Alle weiteren Massnahmen hat Frederiksen im selben Atemzug um vier Wochen verlängert: Die dänischen Grenzen, auch die nach Deutschland, bleiben vorläufig bis zum 10. Mai dicht. Gleiches gilt – Frederiksen zufolge zumindest bis zur nächsten Phase der Öffnung – für Restaurants, Cafés, Kneipen sowie Theater und weitere Freizeiteinrichtungen. Versammlungen mit mehr als zehn Personen sind weiter verboten, Grossveranstaltungen bis Ende August untersagt.

sho/sda

1 Kommentar
    Matthias Hund

    Wartezeiten im dänischen Gesundheitssystem waren schon in den 1990er Jahren ein permanentes Thema, also nichts neues