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LeserreaktionenVon der Emanzipation noch sehr weit entfernt

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Ein zusätzlicher Ferientag für die weiblichen städtischen Angestellten: Mit dieser Forderung fand Tamara Funiciello im Stadtrat keine Mehrheit.
Ein zusätzlicher Ferientag für die weiblichen städtischen Angestellten: Mit dieser Forderung fand Tamara Funiciello im Stadtrat keine Mehrheit.
Keystone

Zu «Stadt Bern: Kein zusätzlicher freier Tag für Frauen»

Von der Emanzipation noch sehr weit entfernt

Ein Tag mehr Ferien für die Frauen, das verlangte im Stadtrat unter anderen Tamara Funiciello für die städtischen Angestellten, obwohl die geschlechtsspezifische Lohn­differenz nahezu bei null liegt. Wieso immer nur diese Fo­kussierung auf Frau - Mann? Wieso nicht auch auf alt - jung? Denn Frau Funiciello kann auch anders argumentieren. Bei einer Rentenaltersdis­kussion in der «Arena» wurde erwähnt, dass Frauen rund vier Jahre länger leben als Männer und daher eher ein höheres Rentenalter haben müssten. Da meinte sie, dass dies nicht relevant sei, es würden ja auch Angestellte und Wohlhabende länger leben als Arbeiter und Arme. Fazit: Wenn beim Mann-Frau-Vergleich die Männer nur minimal besser wegkommen als Frauen, ist dies ein Skandal und muss sofort kompensiert werden. Wenn dagegen die Frauen massiv bessergestellt sind, hat das nichts mit dem Geschlecht zu tun und ist daher irrelevant. Solange sich Frauen permanent und überall in einer Opferrolle sehen, sind sie von echter Emanzipation noch sehr weit entfernt.

Heinz Buser, Moosseedorf


Zu
«Coronavirus: Das Tessin hadert – und leidet»

Das Tessin Italien übergeben

Mein Vorschlag: Übergeben wir doch den Kanton Tessin vor­übergehend an Italien – und das Problem mit den 70000 Grenzgängern wäre gelöst. Nach Abklingen der Seuche fällt der Kanton wieder an die Schweiz zurück. Die Zollbeamten hätten nur noch die Tunnels und zwei wichtige Strassen zu kontrollieren.

Hans Hofer, Zollikofen


Zum
Coronavirus

Leben ist das wichtigste Gut

Eine Gefahr wird nicht dadurch ausgemacht, wie nah und greifbar sie uns vorkommt. Deswegen reagieren wir richtig auf die Bedrohung, die das Coronavirus mit sich bringt. Wir ergreifen konkrete Massnahmen, welche tatsächlich eine Auswirkung haben – dies, obwohl wir in der Luft schwebende Viren nicht sehen können. Niemand würde angesichts der Todesfälle, welche das Coronavirus verursacht, das Wohl der Wirtschaft an erster Stelle setzen. Denn schliesslich ist Leben das wichtigste Gut überhaupt. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen haben uns gewarnt, wir reagieren. Dieselben warnen uns nun vor einer viel grösseren Katastrophe: der Klimakrise. Sie wird gemäss dem Bericht des Weltklimarats bis im Jahr 2050 rund 200 Millionen Menschen das Leben kosten. Genau wie wir nun Massnahmen treffen, um das Coronavirus einzudämmen, müssen wir auch Massnahmen treffen, um die Klimakrise abzuschwächen. Das Corona­virus hat gezeigt, dass wir dies können.

Nina Krapf, Bern

Zitat des Tages

Wenn Konzerne mit Sitz in der Schweiz in anderen Ländern Trinkwasser vergiften, Kinder beschäftigen und ganze Landstriche zerstören, sollen sie künftig dafür geradestehen.

Lotti Pfeiffer-Peyer, Thun


Zur
Konzernverantwortungs­initative

Ist das zu viel verlangt?

Zurzeit werden in den eidgenössischen Räten zwei Gegenvorschläge zur Konzernverantwortungsinitiative hin- und hergeschoben. Derjenige des Nationalrates hätte zur Folge, dass die Initiative zurückge­zogen würde, jener des Ständerates enthält keine greifenden Massnahmen gegen umweltzerstörende und menschenrechtsverachtende Vorkommnisse mehr, ist also ein reiner Papiertiger. Um was gehts denn eigentlich? Die Initiative fordert eine Selbstverständlichkeit: Wenn Konzerne mit Sitz in der Schweiz in andern Ländern Trinkwasser vergiften, Kinder beschäftigen oder ganze Landstriche zerstören, sollen sie künftig dafür geradestehen. Die Initiative will verhindern, dass weiterhin Menschenrechte verletzt und die Umwelt zerstört wird. Der Schweizer Wohlstand beruht auf Werten von Verantwortung und Anstand. Es sind vor allem transnatio­nale Konzerne, welche diese Werte mit Füssen treten. Sie verschaffen sich einen Kon­kurrenzvorteil durch Verantwortungslosigkeit. Ist es zu viel verlangt, wenn sich auch diese an die Regeln der Konzern­verantwortungsinitiative halten sollen?

Lotti Pfeiffer-Peyer, Thun

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