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LeserreaktionenVon hausgemachten Finanzproblemen abgelenkt

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Der Stadtberner Finanzdirektor Michael Aebersold schlägt eine Taskforce vor zur Koordination der Finanz- und Steuerpolitik von Städten, Kantonen und Bund.
Der Stadtberner Finanzdirektor Michael Aebersold schlägt eine Taskforce vor zur Koordination der Finanz- und Steuerpolitik von Städten, Kantonen und Bund.
Iris Andermatt

Zum Gastbeitrag vom Stadtberner Finanzdirektor Michael Aebersold (SP) «Ich fordere eine Taskforce unter der Leitung von Ueli Maurer»

Von hausgemachten Finanzproblemen abgelenkt

Mit der Forderung nach einer Koordination der Finanz- und Steuerpolitik von Städten, Kantonen und Bund lenkt Michael Aebersold von seinen hausgemachten Finanzproblemen ab. Die Pandemie ist nicht schuld am finanzpolitischen Blindflug der Stadt Bern. Schuld sind vielmehr die ungeheure schuldenfinanzierte Investitionswut und der überschiessende Konsum der Stadt. Dieses Verhalten vertreibt gute Steuerzahler und zieht einkommensschwächere Zuzüger an. Schon ein kleiner krisenbedingter Zinsanstieg wird die städtischen Finanzen unkontrollierbar machen. Michael Aebersold sollte sein millionenschweres Brüggli über die Aare und die Fusionspläne mit den Vorortsgemeinden vergessen.

Beat Büschi, Oberwangen

Zum Interview mit Silvia Steiner, Präsidentin der EDK «Ich hoffe, dass dieser Albtraum bald vorbei ist»

Lehrpersonen auch in normalen Zeiten schätzen

Mit dem Coronavirus hat sich die Welt verändert. Eines der Ergebnisse daraus ist die Wertschätzung für Lehrerinnen und Lehrer und dafür, was ihre Arbeit tatsächlich beinhaltet. Wie so viele Berufe erfordert das Unterrichten Training und ein besonderes Engagement. Die Ressourcen von Schulen, die normalerweise das Gesamtprogramm verwalten, sind momentan nicht verfügbar. Umso mehr sollten wir die Arbeit unserer Lehrpersonen weiterhin schätzen, auch dann, wenn wir wieder zu einem normalen Leben zurückkehren.

Dennis Fitzgerald, Melbourne

Zu «Vier Hände für 98 Socken»

Mehr als ein Merci verdient

Ich finde es super, dass Rösi Grünigs Wollsocken so gefragt sind. Mir ist wohl bekannt, dass man unter der Rubrik SMS nichts verkaufen darf. Um ein Paar Socken zu stricken, sind allerdings etliche Stunden notwendig. Ich hoffe ganz fest für Rösi Grünig, dass sie sich bei der Abgabe der fertigen Socken nicht einfach mit einem Merci begnügen muss.

Ruth Zosso, Ins

Zum Coronavirus

Von Angst befallene Welt

Ein Virus grassiert seit einigen Monaten in dieser Welt. Schon bald hat dieses Virus auch die hintersten Winkel der Erde erreicht, und ein Ende der Ausbreitung ist noch lange nicht in Sicht. Die Infizierung mit dieser Krankheit manifestiert sich in verschiedensten Symptomen, welche in der ganzen Zivilisation zu beobachten sind: Angesteckte Menschen reden über Zahlen, welche von unheimlich klingenden Worten wie Mortalitätsrate, Gesamtletalität oder Fallsterblichkeit begleitet werden. Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel und sogar Klopapier sind ausverkauft. Bilder von Särgen und Militärlastwagen gehen um die Welt und verstärken diese Symptome. Die Krankheit verleitet jeden Einzelnen von uns zu unüberlegten und von Furcht geleiteten Aktionen. Das Virus, das momentan auf der Erde grassiert, heisst nicht etwa Sars-Cov 2. Es heisst ganz einfach Angst. Und diese sollte von Wissenschaft, Politik und Medien genauso vehement bekämpft werden wie das Coronavirus selbst.

David Furer, Steffisburg

Zitat des Tages

«Angst verleitet jeden Einzelnen von uns zu unüberlegten Aktionen.»

David Furer, Steffisburg

Zu «Strenge Auflagen für eine Rettung»

Ein Privileg für die Swiss

Fraglos muss Arbeitnehmenden, die vom Flugbetrieb abhängig sind, geholfen werden. Ob und unter welchen Bedingungen es aber hingenommen werden kann, dass Gewinne privatisiert und Verluste von Steuerzahlenden beglichen werden, steht auf einem anderen Blatt. Die Swiss fordert das Privileg staatlicher Unterstützung einfach ein, während ungezählte KMU darum bitten und bangen müssen, sich zwecks Existenzsicherung verschulden zu dürfen. Sollte der Swiss dieses Privileg zuteilwerden, muss von ihr erwartet werden können, dass sie sich nun Regulierungen beugt, um schnellstmöglich sozialverträglicher und klimaneutral zu werden.

Jan Schuller, Bern

Vernichtende Überregulierung

Folgenschwere Entscheidungen setzen solide Entscheidungsgrundlagen voraus. Im vorliegenden Fall wären dies sofortige und umfassende Untersuchungen kritischer Bevölkerungsgruppen gewesen. Ebenso wäre es hilfreich gewesen, wenn alle Erkenntnisse aus der letzten Pandemieübung umgesetzt worden wären. Stattdessen setzte der Bundesrat ausschliesslich auf die Spezialisten eines Bundesamtes. Experten finden sich viel eher in Labors und Instituten von Wirtschaft und Hochschulen. Immerhin hat der Bundesrat inzwischen ein Expertengremium eingesetzt, sodass er nicht mehr aus dem hohlen Bauch entscheiden muss. Kompetenz hat bei verschiedenen Behördenstellen abgenommen. Ungenügende Kenntnisse führen zu Ängsten, was die vernichtende Überregulierung weiter vorantreibt. Covid-19 werden wir überleben, die zunehmende Überregulierung hingegen nicht.

Stefan Freudiger, Bremgarten

Zu «Gewagtes Szenario zu Folgen von 5G-Stopp»

Nicht erstaunt

Eigentlich erstaunt es nicht, dass mobilfunkfreundliche Wirtschaftskreise wie die Avenir Suisse die aktuelle Pandemie zum Anlass nehmen, für 5G zu werben. Dass dazu eine Erhöhung der Strahlengrenzwerte unabdingbar ist, wird natürlich verschwiegen. Weil der Löwenanteil des Handydatentransfers aus Innenräumen erfolgt – beim aktuellen Lockdown mit Homeoffice und Homeschooling sowieso –, ist die Forcierung des hochfrequenten 5G- Mobilfunkstandards nicht zukunftsweisend. Was wir dagegen brauchen, sind vor allem schnelle und stabile kabelgebundene Lösungen. Nötig ist eine Trennung der Innen- und Aussenraumversorgung mit leistungsstarken Glasfasernetzen, kombiniert mit strahlungsarmem Mobilfunk.

Walter Seiler, Unterseen