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Pleiten und Pannen vor den Wahlen

Falsche Partei-Werbung verschickt und Kandidaten umgetauft: Im Vorfeld zu den Parlamentswahlen in einer Woche kam es schon zu einigen Schnitzern. Hier einige Beispiele von peinlichen Patzern.

Grünliberal ist nicht gleich Grün: Eine Frau hängt ein Plakat der GLP auf. (Archivbild)
Grünliberal ist nicht gleich Grün: Eine Frau hängt ein Plakat der GLP auf. (Archivbild)
Keystone

Am 23. Oktober wird in der Schweiz ein neues Parlament gewählt. Die eidgenössischen Wahlen sind nicht nur für manchen Wähler eine Herausforderung – auch Staatskanzleien und Druckereien haben offenbar ihre Mühe damit. In mehreren Kantonen sind Listen untergegangen oder Kandidaten umgetauft worden.

Der neueste Fall stammt aus dem Freiburger Seebezirk. Eine Verwechslung von Grünen und Grünliberalen (GLP) hat dort dazu geführt, dass rund 200 Wählerinnen und Wähler keine GLP-Werbung erhielten. Und das kam so: In der Behindertenwerkstatt, die für die Bereitstellung des Wahlmaterials zuständig war, ist jemandem aufgefallen, dass die GLP-Flugblätter fehlten. Diese Person hat dann den Bereichsleiter informiert – und dieser bestellte die Flyer bei den Grünen statt bei der GLP. Bis schliesslich die richtigen Unterlagen eintrafen, war das Material längst verschickt.

Peinlicher Patzer in Genf

Peinlicher war der Patzer, den sich die Staatskanzlei Genf leistete. Immerhin ging es dort nicht bloss um Wahlwerbung, sondern um die offizielle Wahlliste - und um einen bekannten Kandidaten. Die Genfer tauften den Nationalrat der Freisinnigen Partei (FDP) Christian Lüscher kurzerhand in Christophe um. Der Fehler konnte jedoch aus Zeitmangel nicht mehr korrigiert werden. Die Staatskanzlei versicherte, der Schnitzer habe keine Auswirkungen auf das Wahlresultat. Lüscher selbst nahm es mit Humor.

Gleich zwei Fehler sind den Verantwortlichen im Kanton Solothurn unterlaufen. Der Zusammenbruch einer Datenbank der Druckerei führte dazu, dass die «ü»-Zeichen verschwanden. So tauchten Kandidaten und Orte, die sich korrekterweise mit «ü» schreiben, auf einzelnen Listen ohne Umlaut auf. Laut Staatskanzlei sind die Wahlzettel dennoch gültig.

Zudem haben die Wahlberechtigten in einer Handvoll Solothurner Gemeinden nicht alle Wahllisten erhalten. Für diesen Fall ist die Zulieferfirma der Druckerei verantwortlich. Die SP des Kantons Solothurn hat beim Regierungsrat Wahlbeschwerde eingereicht. Sie wollte vor allem genau wissen, in wie vielen Briefkästen das unvollständige Material landete. Der Regierungsrat hat die Beschwerde jedoch abgewiesen. Insgesamt waren 19 von 172.000 Wahlzettelbroschüren fehlerhaft.

Ohne juristisches Nachspiel blieb - zumindest bisher - eine Panne aus der Ostschweiz. In zwei Gemeinden tauchten einzelne Fehldrucke auf: Zum einen waren nicht alle Wahlzettel vorhanden, zum anderen stimmte die Listenreihenfolge nicht. Die Thurgauer Staatskanzlei rief alle Stimmbürger auf, die Unterlagen zu prüfen. Wer fehlerhafte Drucke zurückschickte, bekam korrektes Wahlmaterial zugestellt.

dapd/kpn

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